Alfa Romeo 1.9 JTD 16V
Der 1,9-Liter-JTD 16V mit 150 PS ist die stärkere Variante des Alfa-Diesels — 16 Ventile statt 8 bringen mehr Leistung und ein etwas kultivierteres Laufverhalten. 305 Nm Drehmoment machen ihn zum kräftigen Alltagsmotor. Turbo und Injektoren als Verschleißteile bei hohen Laufleistungen. DPF-Regeneration im Kurzstreckenbetrieb problematisch. Für Langstrecken und Autobahn der sinnvollste Alfa-Diesel seiner Generation.
Kraftvoller Diesel im Kombi
Als Sportwagon macht der 140-PS-Diesel einen guten Job. Kräftiger Schub für den Alltag, aber das Alfa-Feeling bleibt hinter den Benzinern zurück.
Motor-Schwachstellen 5
Der Gummi-O-Ring am Ölpumpen-Saugrohr verliert ab ca. 80.000 km seine Elastizität, sodass Luft in die Pumpe gelangt. Zunächst nur beim Kaltstart spürbar, kann im Extremfall zu einem Motorschaden durch Öldruckabfall führen.
Symptome: Öldruckwarnung kurz nach dem Start, leises Klackern beim Kaltstart, selten Motorwarnleuchte
Der VTG-Turbolader setzt sich mit Ruß und Rost zu. Verstellring klemmt, führt zu Leistungsverlust und unstabilem Ladedruck.
Symptome: Leistungsverlust, schwankender Ladedruck, Motorkontrollleuchte
Die Dichtung zwischen Vakuumpumpe und Zylinderkopf sowie der quadratische O-Ring am Pumpengehäuse beginnen mit der Zeit zu lecken. Öltropfen auf dem Krümmer führen zu Rauchentwicklung und unangenehmem Geruch im Innenraum.
Symptome: Ölgeruch im Fahrzeug, blaues Öl-Rauchzeichen nach dem Abstellen, sichtbare Ölspuren am Zylinderkopf
Die Kunststoffabdeckung des AGR-Wärmetauschers hinter dem Zylinderkopf reißt oder dichtet nicht mehr ab. Kühlmittelleerlauf und Überhitzungsgefahr sind mögliche Folgen; der Tausch des Dichtsatzes ist aufwändig.
Symptome: Langsamer Kühlmittelverlust, Kühlmittelgeruch im Motorraum, sporadisches Übertemperaturleuchten
Das AGR-Ventil verkokt regelmäßig bei Kurzstreckenbetrieb. Führt zu Leistungsverlust und Fehlercode.
Symptome: Leistungsverlust, Notbetrieb, Motorkontrollleuchte
Fahrzeug-Schwachstellen 11
Der hintere Federteller rostet an den Schweißnähten durch, was zum vollständigen Versagen der Federaufnahme führen kann. Der Federteller kann auf den Reifen fallen und diesen zerstören. Sicherheitsrelevant — regelmäßige Sichtprüfung im Radkasten notwendig.
Fußraumboden und Schweller rosten von innen nach außen. Rost ist oft durch Teppich oder Seitenschweller-Verkleidungen verdeckt. Wagenheber-Aufnahmen am Unterboden ebenfalls stark betroffen. Bei Kaufinspektion Teppich hochheben.
Die Längsstrebe an der Hinterachse rostet an Belastungspunkten durch, was die Spureinstellung beeinträchtigt. Hinterachskörper und Hilfsrahmen sind ohne ausreichenden Korrosionsschutz verbaut. Sicherheitsrelevant bei fortgeschrittenem Rost.
Schwellerkanten, Radlaufübergänge, Wagenheberaufnahmen und Unterboden rosten stark. Unterbodenversiegelung platzt früh ab. Innenrostinspektion durch Luftführung im Fondbereich empfohlen.
Die Wasserpumpe verschleißt typischerweise nach 120.000–175.000 km und sollte beim Zahnriemenwechsel erneuert werden. Ein bekanntes stilles Rückrufproblem betrifft ein undichtes Dichtungsküken am Kühlwasserrohr. Kosten: 350–550 €.
Die ABS-Sensoren des 156 sind unzureichend gegen Spritzwasser geschützt. Bei Feuchtigkeit fallen sie häufig aus und aktivieren die ABS-Warnleuchte.
Obere und untere Querlenker der Vorderachse verschleißen zuverlässig ab 100.000 km. Originalteile teilweise schwer erhältlich. Poltern beim Überfahren von Bodenwellen ist das typische Anzeichen.
Das gemeinsame Steuergerät für Fensterheber, Zentralverriegelung und Innenbeleuchtung fällt regelmäßig aus. Fenster reagieren nicht, ZV blockiert. Oft reicht ein Fuse-Reset (10 Minuten Sicherung ziehen). Kosten bei Tausch: 50–200 €.
Die Klimaanlage kühlt nicht mehr, da der Kompressor oder seine Magnetkupplung defekt ist. Häufig geht Kältemittel durch undichte Leitungsverbindungen verloren. Kompressortausch kostet 500–900 €, einfacher Klimaservice 60–100 €.
Die Bremsscheiben des 156 neigen zu Verzug und starker Rostbildung, besonders nach Standzeiten. Lenkrad vibriert beim Bremsen. Frühzeitiger Austausch notwendig, Reparaturkosten 200–400 € pro Achse.
Das Armaturenbrett des 156 neigt bei direkter Sonneneinstrahlung zu Rissen und Verformungen. Sitze zeigen frühzeitigen Bezugsverschleiß. Typisches Problem bei Fahrzeugen ab ca. 100.000 km oder nach 10 Jahren.
Berichte & Tests
Der 156 priorisiert Design und Fahrdynamik auf Kosten der Langzeithaltbarkeit. Rost setzt deutlich früher ein als beim Klassendurchschnitt, und im elften Betriebsjahr liegt der Korrosionsgrad erheblich über dem Mittelwert. Dieselmotoren sind anfällig für Turboschäden, Benziner für Zahnriemenrisse.