Audi RS4
Der BNS ist ein Hochdrehzahl-V8 mit 420 PS bei 7.800 U/min und 8.250er Drehzahlgrenze — Kolbengeschwindigkeit bei Nenndrehzahl: 25,4 m/s, identisch mit einem F1-Motor von 2012. FSI-Direkteinspritzung ohne Port Injection führt zur aggressivsten Verkokung aller 4.2-FSI-Varianten: laut Spezialistwerkstätten erreicht kein einziger RS4 B7 seine Nennleistung am Prüfstand — gemessen wurden 347 bis 385 PS statt 420. Mechanische Ansaugreinigung (BEDI) alle 15.000–20.000 km bringt die Leistung zurück, chemische Reinigung reicht nicht. Ölkühleranschlüsse korrodieren durch Kontaktkorrosion (Aluminium gegen Stahl) und sind ab 15 Jahren Fahrzeugalter fast immer festgefressen. Wassergekühlte Lichtmaschine kostet vierstellig im Ersatzfall. Ölwechsel alle 10.000 km mit 5W-40, bei hohem Ölverbrauch 15W-50. Kompression 12,5:1 verlangt Super Plus.
RS4 B7 Avant — der Inbegriff des schnellen Audi-Kombis
Der RS4 B7 Avant ist die meistgesuchte Variante: V8-Sauger, Handschaltung, Kombi — eine Kombination, die es so nicht mehr gibt. Der BNS braucht Drehzahlen und belohnt mit einem rohen, unbearbeiteten V8-Klang ohne Soundgenerator oder Turbo-Dämpfung. 13–14 Liter Verbrauch bei normaler Fahrt, 1 Liter Öl pro 1.000 km bei sportlichem Einsatz. Verkokung kostet dauerhaft 30–40 PS — regelmäßige BEDI-Reinigung ist Pflicht. Wer den Wartungsaufwand akzeptiert, bekommt ein Fahrerlebnis, das kein moderner RS4 mehr bietet.
Motor-Schwachstellen 8
Das Hauptproblem des BNS: FSI ohne Port Injection verkokt die Einlassventile massiv. Spezialistwerkstätten messen 347–385 PS statt 420 PS Serie. Mechanische BEDI-Reinigung alle 15.000–20.000 km nötig, chemische Reinigung reicht nicht aus.
Symptome: Schleichender Leistungsverlust über Monate, unrunder Leerlauf, erhöhter Verbrauch, träges Ansprechverhalten im oberen Drehzahlbereich. Oft erst am Prüfstand messbar.
Die Steuerkette sitzt auf der Getriebeseite. Gleitschienen und Kettenspanner verschleißen, Tausch erfordert Motor-Getriebe-Trennung. Bei konsequenten Ölwechseln (max. 10.000 km) hält die Kette deutlich länger. Kaltstart-Rasseln ist das Warnsignal.
Symptome: Rasseln beim Kaltstart, das nach Warmfahren verschwindet. Bei fortgeschrittenem Verschleiß dauerhaftes Kettenrasseln und Motorkontrollleuchte.
Vier Nockenwellenversteller verschleißen durch ölmangelbedingten Abrieb. Ölqualität und kurze Wechselintervalle (max. 10.000 km) sind entscheidend. Rasseln beim Kaltstart und Fehlercodes sind typische Anzeichen.
Symptome: Rasseln beim Kaltstart im Nockenwellenbereich, Leistungsverlust bei niedrigen Drehzahlen, Motorkontrollleuchte mit Nockenwellen-Fehlercodes.
Die Ölkühleranschlüsse (Aluminium) korrodieren elektrochemisch mit den Stahlleitungen. Ab ca. 15 Jahren Fahrzeugalter sind die Anschlüsse fast immer festgefressen — selbst wochenlanges Einwirken von Rostlöser hilft oft nicht. Ölkühler und beide Leitungen müssen komplett getauscht werden.
Symptome: Ölaustritt am Ölkühler, festsitzende Verschraubungen beim Wartungsversuch, weißliche Korrosionsspuren an den Ölkühleranschlüssen.
Der BNS hat eine wassergekühlte Lichtmaschine — ungewöhnlich und teuer im Ersatzfall. Die Kombination aus Wasserkühlung und hoher thermischer Belastung im Motorraum macht das Bauteil anfälliger als konventionelle Lichtmaschinen.
Symptome: Batterie-Warnleuchte, Ladespannung zu niedrig, elektrische Verbraucher fallen aus, Kühlmittelverlust an der Lichtmaschine.
Die FSI-Hochdruckpumpe kann nach 80.000–100.000 km versagen. Ohne ausreichenden Kraftstoffdruck läuft der Motor im Notprogramm mit deutlichem Leistungsverlust.
Symptome: Motorstottern unter Last, Leistungsverlust, Motorkontrollleuchte mit Kraftstoffdruck-Fehlercodes, erschwertes Starten.
Das DRC-System (Dynamic Ride Control) verbindet die Stoßdämpfer diagonal hydraulisch. Bei Undichtigkeit verliert das System Öl, Kompletttausch kostet 3.000–5.600 €. Alternative: Stillegung mit Bilstein B8 Sportdämpfern, eintragungsfrei und günstiger.
Symptome: Verstärktes Wanken in Kurven, Ölspuren an den Stoßdämpfern, ungleichmäßiges Einfedern, DRC-Warnung im Kombiinstrument.
Bei sportlichem Fahrstil mit häufigem Hochdrehen bis 8.000+ U/min ist 1 L/1.000 km Ölverbrauch normal und kein Defekt. Spezialistwerkstätten empfehlen Umstieg auf 15W-50, um die Ölmenge in der Ansaugung durch die Kurbelgehäuseentlüftung zu reduzieren.
Symptome: Sinkender Ölstand zwischen den Wartungen, leichter Ölgeruch bei hoher Last. Bei Kauf: Nachfragen ob Vorbesitzer Öl nachfüllen musste.
Fahrzeug-Schwachstellen 6
Beim 2.0 TDI kann die Sechskant-Welle des Ölpumpenantriebs brechen und führt zu sofortigem Öldruckverlust und Motorschaden. Präventiver Austausch empfohlen.
Airbags des Herstellers Takata können beim Auslösen mit zu hohem Druck zünden und Metallsplitter schleudern. Weltweite Rückrufkampagne.
Querlenker und Spurstangenköpfe verschleißen frühzeitig. Klackern und Rumpeln auf schlechten Straßen. Die Vierlenker-Vorderachse ist wartungsintensiv.
Defekte Zündspulen können den Motor lahmlegen oder zu starken Laufunruhen führen. Betrifft vor allem 1.8T und 2.0 TFSI Aggregate.
Ab Baujahr 2004 verwendete Audi nur noch Teilverklebung statt Vollverzinkung. Radläufe und Schweller sind rostgefährdet, besonders bei älteren Exemplaren ohne Hohlraumschutz.
Hinterachs-Radlager fallen beim A4 B7 regelmäßig aus. Besonders Quattro-Modelle zeigen erhöhten Verschleiß.
Berichte & Tests
Durchschnittliche Mängelquote für die Altersklasse