Audi RS4
Der CFSA ist das Abschiedsgeschenk des frei saugenden V8 bei Audi — 8.250 U/min Nenndrehzahl, 450 PS ohne Turbo. Der Charakter ist das Gegenteil eines BiTurbo: der Motor fordert Drehzahl, belohnt mit einem Klang, den kein Serien-Familienfahrzeug mehr bietet. Doppeldrosselklappe im Ansaugsystem: sanft unten, scharf oben. Die Direkteinspritzung (FSI) ist die konstruktive Schwäche: ohne Kraftstoff über die Einlassventile verkokt deren Rückseite durch Blow-by-Öldampf. Walnuss-Strahlen alle 50.000–70.000 km ist Pflicht. Das Schaltsaugrohr mit Klappen neigt zum Rattern durch Ölablagerungen — Schrauben können sich lösen und in den Motor fallen. Steuerkette grundsätzlich robust, braucht sauberes Öl und kurze Wechselintervalle.
RS4 Avant — V8-Sauger im Kombi, der letzte seiner Art
Der RS4 B8 Avant ist der letzte Audi-Kombi mit Hochdrehzahl-Sauger: 450 PS, 8.250 U/min, kein Turbo, kein Kompressor. Die steifere Hinterachsfeder für die Zuladung gibt dem Avant paradoxerweise agileres Handling als dem Coupé — weniger Aufbaubewegung, schärferes Einlenken. Der V8 klingt untenrum dumpf, ab 5.000 dreht er frei und belohnt mit einem Klang, der Glaubensfrage ist: Sauger-Puristen gegen Turbo-Fraktion. Verbrauch um 13 Liter bei normaler Fahrt — für einen V8 akzeptabel. Einlassventilverkokung alle 50.000–70.000 km behandeln.
Motor-Schwachstellen 9
CFSA nutzt Simplexketten auf der Getriebeseite. Obwohl robuster als BBK-Vorgänger, sind Spanner und Schienen Verschleißteile. Motorausbau für vollständige Reparatur obligatorisch. Bei regelmäßigen kurzen Ölwechselintervallen deutlich langlebiger.
Symptome: Rasseln beim Kaltstart, Steuerkettengeräusch bei niedriger Drehzahl, Motorwarnleuchte
Der CFSA dreht bis 8.250/min als Hochdrehzahl-Sauger. Pleuellager unterliegen extremer Belastung. Bei vernachlässigten Ölwechseln oder minderwertigem Öl droht Lagerverschleiß. Vorbeugender Tausch bei 80.000–100.000 km wird diskutiert.
Symptome: Klopfen aus dem Motor bei Betriebstemperatur, lauter werdendes Rumpeln bei hoher Drehzahl, Öldruckabfall
Vier Nockenwellenversteller des CFSA sind durch Hochdrehzahl-Betrieb bis 8.250/min stärker belastet als beim normalen V8. Ölqualität und kurze Wechselintervalle entscheidend für Lebensdauer.
Symptome: Rasseln beim Start, Nockenwellen-Fehlercodes, Notlaufprogramm
Die Klappen im Schaltsaugrohr verkleben durch Ölablagerungen aus der Kurbelgehäuseentlüftung und beginnen zu rattern. Im schlimmsten Fall lösen sich Schrauben oder Klappenteile und werden vom Motor angesaugt — Kolben- und Ventilschäden als Folge.
Symptome: Rasseln oder Klappern aus dem Ansaugbereich im Leerlauf und bei niedrigen Drehzahlen, unrunder Leerlauf, Fehlzündungen bei einzelnen Zylindern.
FSI-Ablagerungen an Einlassventilen schon bei 32.000 km dokumentiert, bei Stadtbetrieb besonders stark. BEDI-Reinigung kostet 600–900 € für RS4/RS5. Regelmäßige Reinigung alle 40.000–60.000 km empfohlen.
Symptome: Leistungsverlust (bis 40 PS), unrunder Leerlauf, schlechtere Gasannahme bei niedrigen Drehzahlen
RS4/RS5 mit CFSA zeigt erhöhten Ölverbrauch durch hohe Drehzahlen und sportliche Nutzung. Ventilschaftdichtungen und Kolbenringe verschleißen. 1–2 L/1.000 km bei sportlichem Betrieb normal.
Symptome: Ölstand sinkt deutlich, leichter Blauqualm nach Vollgaspassagen, Ölverbrauch über 1 L/1.000 km
Wasserpumpe des CFSA wird im RS4/RS5-Hochleistungsbetrieb stark belastet. Ausfall nach 100.000–140.000 km. Thermostat zeitgleich erneuern. Im RS4 B8 enger Motorraum, erhöhter Aufwand.
Symptome: Kühlmittelstand sinkt, Temperaturschwankungen, Kühlmittelgeruch nach Fahrt
Die FSI-Hochdruckpumpe im CFSA kann nach 80.000–100.000 km versagen. Im RS4/RS5 mit Hochleistungsanforderungen besonders kritisch. Teurer Einbau durch engen Motorraum.
Symptome: Startprobleme, starker Leistungsabfall, ruckeln unter Last, Kraftstoffgeruch
8 Zündspulen im CFSA fallen durch Hochdrehzahl-Belastung besonders aus. Motorsport-orientierter Einsatz erhöht Verschleiß. Kompletter Spulenwechsel 300–700 €.
Symptome: Zündaussetzer, Motorwarnleuchte mit Miszünder-Code, Ruckeln bei Beschleunigung
Fahrzeug-Schwachstellen 9
Das stufenlose Multitronic-Getriebe (Typ 0AW) ist bis 2011 für häufige Ausfälle bekannt. Ab ca. 150.000 km Ruckeln, ungenaues Schalten oder Totalausfall. Teure Instandsetzung oder Austausch nötig.
Wassereintritt über die Rückleuchten kann den Kabelbaum kurzschließen und teure Elektronikschäden verursachen. Schwache Starterbatterie ist ein wiederkehrendes Thema, da viele Systeme permanent Strom ziehen.
Die komplexe Vorderachse zeigt bei höheren Laufleistungen Verschleiß an Radaufhängungen, Querlenkerlagern und Federn. Bremsschläuche stehen regelmäßig auf Reparaturlisten.
Bei TFSI-Benzinern ist die Kühlwasserpumpe zwischen 50.000 und 100.000 km ein bekannter Verschleißpunkt. Lose Schlauchschellen können ebenfalls zu Kühlmittelverlust führen.
Das S-Tronic Doppelkupplungsgetriebe ist empfindlich gegenüber häufigem Stadtverkehr und Anhängerbetrieb. Kupplungsruckeln und Schaltprobleme treten auf. Regelmäßige Getriebeölwechsel verlängern die Lebensdauer.
Federn brechen durch Korrosion an der Pulverbeschichtung nach Steinschlag. Besonders Vorderachsfedern betroffen. Federbruch kann zur Reifenbeschädigung führen.
Hintere Bremssättel fressen sich fest, besonders nach Winterperioden. Defekte Dichtungen lassen Wasser eindringen und Kolben korrodieren.
Das MMI-System zeigt häufig Ausfälle durch Überspannungsschäden beim Batteriewechsel oder Feuchtigkeitsschäden. Steuergerät oder Interfacebox defekt.
Lose Hitzeschutzbleche an der Abgasanlage sind eine häufige Geräuschquelle. Einfache Reparatur durch Nachbiegen oder Erneuern der Befestigungen.
Berichte & Tests
Wenige Mängel, gute Ergebnisse in der Altersklasse