Audi RS4
Facelift-Version des 2.9 TFSI V6 BiTurbo mit OPF und 48V-Mildhybrid — 450 PS wie der DECA, aber mit Partikelfilter und BSG-Starter-Generator. Der OPF dämpft den V6-Sound merklich, der Mildhybrid liefert kurze Boost-Impulse beim Anfahren. Die Kipphebellager-Problematik des DECA betrifft den DNXB ebenfalls — gleiche Konstruktion, gleiches Verschleißmuster am Kipphebellager der Auslassnockenwelle. Die Wasserpumpe ist wie beim DECA ein bekannter Schwachpunkt. Im Vergleich zum DECA weniger emotional, dafür im Alltag etwas sparsamer durch Rekuperation und Segelfunktion.
RS4 Avant Facelift — gleiche Power, weniger Risiko
Gleicher 2.9 TFSI, verbesserte Kipphebel, gleicher Kombi-Nutzen. Der Facelift-RS4 ist die empfehlenswertere Wahl gegenüber dem Pre-Facelift — technisch entschärft bei identischer Leistung.
Motor-Schwachstellen 6
Konstruktiver Fehler: Die Wasserpumpe leckt intern und zieht Kühlmittel ins Vakuumsystem. Führt zu schweren Motorschäden wenn nicht sofort gestoppt. Verbesserte 6-Schraube-Version als Ersatz verfügbar.
Symptome: Kühlmittelverlust im Ausgleichsbehälter, Fehlercodes P0299, Antriebsunterbrechungs-Meldung, Kühlmittelablagerungen an Motorblock Bank 1
Kleine Lagerrollen der Kipphebel lösen sich bei frühen Exemplaren (GP0-P-Code) und fallen in die Ölwanne. Bei rechtzeitiger Erkennung Austausch für wenige Tausend Euro, sonst Totalschaden.
Symptome: Klackern oder Klopfen beim Kaltstart und Leerlauf, Motorwarnleuchte, metallische Geräusche aus dem Zylinderkopfbereich
Zwei Turbolader im V6 sind hoher Thermik ausgesetzt. Unzureichendes Warmfahren und sofortiges Abstellen nach Volllast beschleunigen Lagerverschleiß erheblich.
Symptome: Pfeifende Geräusche aus dem Turbobereich, Rauch aus Motorraum, Leistungsabfall, erhöhter Ölverbrauch, Blaurauch
Der 2.9 TFSI V6 BiTurbo nutzt gekühltes indirektes Ladeluftsystem. Ölversorgung beider Turbolader kritisch bei Kaltstart. Unzureichendes Nachlaufenlassen nach hoher Last kann Turbolager schädigen.
Symptome: Pfeifgeräusche nach Abstellen, Rauch aus Abgasanlage bei Kaltstart nach Volllast
S-Tronic (PDK) des RS4/RS5 B9 zeigt bei häufigem Sportbetrieb und Launch-Control-Einsatz beschleunigten Kupplungsverschleiß. Städtisches Stop-and-Go verstärkt das Problem.
Symptome: Ruckeln beim Anfahren, Doppelkupplungsgeräusche, Fehler in Getriebesteuerung
Turbo-Direkteinspritzer ohne Einlassseitenbenetzung. Ablagerungen an Einlassventilen bei häufigem Kurzstreckenbetrieb oder ausbleibenden Reinigungsintervallen.
Symptome: Leistungsverlust im Teillastbereich, unrunder Leerlauf, erhöhter Kraftstoffverbrauch, schlechte Gasannahme
Fahrzeug-Schwachstellen 7
Defekte Kühlmittelventile verursachen Kühlmittelverlust, der unbemerkt zum Überhitzen führen kann. Temperatursensoren und Thermostatgehäuse sind ab 60.000–100.000 km ein Schwachpunkt.
Die Gummilager der oberen Querlenker verschleißen frühzeitig, vereinzelt bereits ab 60.000–80.000 km. Das Problem soll erst mit dem Facelift 2019 behoben worden sein.
Bestimmte 19-Zoll-Reifenkombinationen am B9 führen zu vorzeitigem Verschleiß an den Innenflanken. Ursache ist ein nicht ideal abgestimmtes Fahrwerk für größere Räder. Regelmäßige Achsvermessung empfohlen.
Das S-Tronic-Doppelkupplungsgetriebe ruckelt beim Anfahren und bei langsamer Fahrt. Mechatronik-Einheit kann defekt werden.
Wasserpumpe und Thermostatsgehäuse fallen typischerweise zwischen 60.000 und 170.000 km aus. Bekannte Schwachstelle beim 2.0 TFSI und 2.0 TDI.
Das S-Tronic Doppelkupplungsgetriebe zeigt in den Positionen D und R ein bekanntes Ruckeln im Leerlauf, das von Audi als Stand der Technik eingestuft wird. Bei Dieselmotoren zusätzlich Durchdrehen möglich.
Das MMI-Infotainmentsystem zeigt in Facelift-Modellen häufig Bluetooth-Verbindungsprobleme: abgehackte Musikwiedergabe, ausbleibende Klingeltöne. Softwareupdates helfen nicht immer dauerhaft.
Berichte & Tests
Wenige Mängel, gute Ergebnisse in der Altersklasse