Audi RS6
Der BSM ist technisch eng mit dem Lamborghini-V10 verwandt — der 5,0-Liter-V10 aus dem Gallardo wurde für den RS6 mit zwei Turboladern auf 580 PS gebracht. Die Kraftentfaltung wirkt im Alltag breit und schubig, aber die Turbolader bremsen das Hochdreh-Temperament des Saugmotors. Zehn Zylinder im Kombi ergeben ein Grollen, das kein anderes Familienfahrzeug bietet. Thermisch anspruchsvoll: die Turbolader sitzen tief im Motorraum, LLK werden mit der Zeit undicht und schädigen dann sekundär die Turbos — die klassische Kaskade. Ölpumpendichtring verschleißt früh durch Motorwärme. Jede größere Arbeit erfordert Motorausbau — Fehlersuche und Reparatur werden unverhältnismäßig teuer. Betriebskosten liegen weit über dem, was das Fahrzeugäußere vermuten lässt.
580 PS V10 BiTurbo in der Limousine — zehn Zylinder, null Zurückhaltung
Der C6 RS6 als Limousine ist die seltene Variante: die meisten Käufer griffen zum Avant. Gleicher V10-BiTurbo, gleiches Grollen — aber ohne die praktische Ladeflächenlösung. schwärmt ein Besitzer trotz Ölverlust und Motorausbau: das geilste Auto, das er je hatte. Unter 4.000 U/min ein souveräner Gleiter, darüber ein Hochleistungsaggregat das warm gefahren werden will — Öltemperatur 95°C abwarten. Der V10-Sound ist durch die Turbos gedämpfter als erwartet, mit Sportauspuff aber tief und nachdrücklich.
Motor-Schwachstellen 6
Das Hauptproblem des 5.0 V10 BiTurbo: Ölnebel aus der Kurbelgehäuseentlüftung und AGR-Gase cracken in den Ansaugkanälen. Dokumentierte Fälle zeigen Leistungsverluste von über 60 PS.
Symptome: Merklicher Leistungsverlust, Drehmomentseinbruch bei steigender Drehzahl, unrunder Lauf
Der Ölpumpendichtring des BSM verschleißt durch die extreme Wärmebelastung im Motorraum. Öl tritt an der Ölpumpe aus und sammelt sich unter dem Motor. Bei Nichtbeachtung droht Ölmangel mit Folgeschäden an Lagern und Turboladern.
Symptome: Ölfleck unter dem Fahrzeug im Bereich der Ölpumpe, sinkender Ölstand zwischen den Wartungen, Ölgeruch im Motorraum bei Betriebstemperatur.
Defekte Kurbelgehäuseentlüftung und verschlissene Kolbenringe führen beim 5.0 V10 BiTurbo zu erhöhtem Ölverbrauch. Normaler Verbrauch bis 250 ml/1.000 km; über 300 ml deutet auf technischen Defekt hin.
Symptome: Sinkender Ölstand, ggf. leichter Blaurauch beim Gaswegnehmen, Ölnebel im Ansaugbereich
Alle V6-, V8- und V10-Modelle der A6-Reihe zeigen früher oder später Probleme mit der Steuerkette. Frühe Baujahre sind häufiger betroffen. Kettenreparatur ist bei diesem Motor sehr aufwendig.
Symptome: Rasseln beim Kaltstart, Steuerkettenwarnleuchte, unruhiger Motorlauf
Die Wastegate-Gestänge der beiden Turbolader neigen zum Klappern bei Lastwechsel. Zudem bereitet die Hochdruckpumpe (Hitachi) häufig Probleme. Turbo-Verschleiß bei nicht gewarteten Fahrzeugen erhöht.
Symptome: Klapperndes Geräusch bei Lastwechsel aus dem Motorraum, Ladedruckabfall bei höheren Drehzahlen
Wiederkehrende Fehler der Lambda-Sonden (Bank 1 Sensor 2 und Bank 2 Sensor 2) sind bekannte Erscheinung beim V10. Lockere Verbindungen an Drosselklappe und Ansaugmodul können ähnliche Symptome auslösen.
Symptome: Motorwarnleuchte (MIL), OBD-Fehler Lambda-Sonde, unrunder Lauf, erhöhter Verbrauch
Fahrzeug-Schwachstellen 12
Das stufenlose Multitronic-Getriebe (01J/0AW) gilt als gravierendste Schwachstelle. Ruckeln, Drehzahlschwankungen und Totalausfall. Besonders frühe Baujahre bis 2007 stark betroffen.
Verstopfte Wasserablaufkanäle unter Batterie und Schiebedach führen zu Wassereintritt in den Fahrgastraum. Komfort-Steuergerät im Fahrerfußraum nimmt Schaden, MMI-Totalausfälle sind die Folge.
Das Multitronic-Stufenlosgetriebe neigt zu Ruckeln beim Anfahren, Drehzahlschwankungen im Teillastbetrieb und im schlimmsten Fall zum Totalausfall. Betroffen sind alle Frontantriebsmodelle.
Das hohe Fahrzeuggewicht (bis zwei Tonnen) beschleunigt den Verschleiß der Querlenker, Gelenke und Stabilisatorbuchsen. Ab ca. 150.000 km sind umfangreiche Fahrwerksarbeiten nahezu unvermeidbar.
Ältere A6 C6-Exemplare zeigen Rostansatz an Schwellern, Türunterkanten und Heckklappe. Bei beschädigtem Lack im Unterbodenbereich schreitet Korrosion schnell voran.
Die Aluguss-Querlenker der Vorderachse neigen zum Verschleiß der Gummilager. Besonders die langen Stahlschrauben im Radlagergehäuse korrodieren und sind kaum noch herauszubekommen.
Vor allem Vorserienfahrzeuge ohne Facelift (bis 2001) zeigen Rost an den vorderen Radläufen, Türunterkanten und beim Avant an der Dachkante über der Windschutzscheibe.
Verstopfte Wasserablaufbohrungen unter der Batterie führen zum Wassereinbruch in den Innenraum und können Steuergeräte schädigen. Undichte Kabinenluffiltergehäuse-Dichtungen verstärken das Problem.
Der Simmerring zwischen Getriebe und Kardanwelle des A6 C5 hält mit der Zeit nicht mehr dicht. Getriebeöl tropft auf den Katalysator und verbrennt dort. Diagnose oft erst durch Geruch oder Sichtprüfung von unten.
Die Xenon-Scheinwerfer sind anfällig für altersbedingte Ausfälle. Brenner und Vorschaltgerät versagen mit zunehmendem Alter. Heckleuchten nehmen durch undichte Dichtungen Wasser auf.
Das Panorama- oder Schiebedach neigt zur Undichtigkeit, besonders wenn die Ablaufschläuche verstopft sind. Folge: Wassereinbruch in den Innenraum.
Die Softlack-Beschichtung auf Türgriffen, Lichtschaltern und Blenden des A6 C5 löst sich an oft berührten Stellen ab und hinterlässt eine schmierige Oberfläche. Nahezu alle Fahrzeuge ab 10 Jahren zeigen dieses Bild.
Berichte & Tests
Wenige Mängel, gute Ergebnisse in der Altersklasse