Audi RS5
Der 2.9 TFSI V6 BiTurbo entstand in Zusammenarbeit mit Porsche — verwandt mit dem Motor aus Boxster/Cayman GTS und Macan Turbo. Twin-Scroll-Turbos im Hot-V, 450 PS und 600 Nm ab 1.750 U/min. Zentrales Verschleißthema: Kipphebellager im Zylinderkopf. Frühe Chargen (vor GP1-Produktionscode, ca. bis Mitte 2019) hatten Kipphebel mit zu kleinen Lagerrollen — Abbruchgefahr, Rollen fallen in die Ölwanne. Ab GP1 verbessert. Beim Kauf eines B9 RS4/RS5 Baujahr vor Mitte 2019: Produktionscode prüfen. Vorbeugend umrüsten möglich — Teilpreis 16 €, aber Motorausbau nötig.
RS5 Coupé — gleicher V6-BiTurbo, bessere Proportionen
Gleicher 450-PS-BiTurbo wie im RS4 B9, aber im Coupé stimmiger. Die flachere Dachlinie passt besser zum GT-Charakter als der Avant. Fehlt dem B8 RS5 der V8-Klang? Ja. Ist er trotzdem ein verdammt schnelles GT-Coupé? Auch ja.
Motor-Schwachstellen 5
Im 2.9 TFSI BiTurbo (DECA) können Kipphebellager-Rollen aus dem Zylinderkopf fallen und in der Ölwanne landen. Frühe Baujahre (bis ca. 2019) sind besonders betroffen. Nachfolge-Design mit dickeren Lagerrollen wurde eingeführt. Kein offizieller Rückruf, aber schwerwiegende Konsequenzen möglich.
Symptome: Klopfendes oder rasselndes Geräusch aus dem Zylinderkopf, Metallpartikel im Motoröl, plötzlicher Leistungsverlust, Motorfehlercodes
Als reiner Direkteinspritzer ohne Saugrohreinspritzung bilden sich im 2.9 TFSI DECA ausgeprägte Rußablagerungen an den Einlassventilen. Kurbelgehäuseentlüftungs-Ölnebel und AGR-Gase setzen sich thermisch auf den Ventiltellern ab. Bereits ab 40.000–60.000 km ist eine Reinigung empfehlenswert.
Symptome: Schleichender Leistungsverlust, Ruckeln bei Teillast, rauerer Leerlauf, erhöhter Kraftstoffverbrauch besonders im Stadtverkehr
Der 2.9 TFSI DECA zeigt bei sportlicher Fahrweise erhöhten Ölverbrauch durch hohe thermische Belastung und Turbodrücke. Verkannte Kolbenringe durch Verkokung verstärken das Problem. Regelmäßige Ölstandskontrolle zwischen den Wechselintervallen ist beim RS4/RS5 B9 essenziell.
Symptome: Sinkender Ölstand zwischen Ölwechseln, gelegentlicher Blaurauch unter starker Beschleunigung, leichter Ölgeruch
Die beiden Turbolader des 2.9 TFSI DECA können bei hoher Laufleistung oder aggressivem Betrieb Wellenabdichtungen verlieren. Ölverbrauch steigt, Ölnebel gelangt in den Ansaugtrakt. Da beide Turbolader auf der inneren Motorseite liegen, ist der Aus- und Einbau sehr aufwendig.
Symptome: Steigender Ölverbrauch, leichter Blaurauch, Ölspuren im Ladeluftkühler, pfeifendes Geräusch unter Last
Der 2.9 TFSI DECA verwendet ein Steuerkettensystem, bei dem Kettenspanner verschleißen und ein Rasseln beim Kaltstart verursachen können. Hohe Leistungswerte und sportlicher Betrieb erhöhen die Belastung des Steuertrieb-Systems. Frühzeitiger Spannertausch verhindert Kettenelongation.
Symptome: Rasseln beim Kaltstart das nach Betriebstemperatur nachlässt, Nockenwellenfehler, MIL-Leuchte mit Steuerkettenfehler
Fahrzeug-Schwachstellen 15
Oxidation am Verbindungskabel des Sitzbelegungssystems (PODS) führt zu Fehlerdiagnose, die den Beifahrerairbag deaktiviert obwohl der Sitz besetzt ist. Ca. 243.000 Fahrzeuge betroffen.
Spannungsrisskorrosion an der Befestigungsmutter der Hinterachse kann Spiel zwischen Querlenker und Radträger verursachen. Bei Folgeaktion 42L5 wurde Spurvermessung versäumt, was zu einseitigem Reifenverschleiß führte.
Baujahre 2019-2021 können Spannungsrisskorrosion an den Achslenkern entwickeln, was zu erhöhtem Spiel und instabilem Fahrverhalten führt. Reifenverschleiß an den Innenflanken typisches Symptom.
Display erlischt während der Fahrt, nur Tacho und Drehzahl bleiben sichtbar. HUD fällt zeitgleich aus, Lenkradtasten reagieren nicht mehr. Softwareupdate hilft meist, selten ist Tausch der Einheit nötig.
Bei höheren Laufleistungen verschleißen Querlenkerlager und Gelenke an der Vorderachse. Sportfahrwerk-Auslegung begünstigt frühzeitigen Verschleiß der Gummilager, besonders bei häufigem Autobahneinsatz.
Das S-Tronic-Getriebe zeigt gelegentlich ruckartige Schaltvorgänge. Bei vernachlässigtem Getriebeölwechsel (Intervall 50.000–60.000 km) verschärfen sich Ruckeln und verzögerte Gangwechsel. Unter Vollast harter Schlag beim Hochschalten.
Das optionale Sport-Differenzial benötigt alle 30.000 km einen Ölwechsel. Dieser wird von vielen Audi-Händlern nicht im Wartungsplan aufgeführt, was zu vorzeitigem Verschleiß führt.
Navigationsfavoriten löschen sich selbst, Navi initialisiert sich während der Fahrt neu. Bluetooth-Verbindungen werden vergessen, Wireless CarPlay funktioniert sporadisch nicht.
Serienmäßige Sportbremsscheiben und -beläge verschleißen bei sportlicher Fahrweise deutlich schneller als beim A5. Bremsscheiben verziehen sich bei starker Hitzeeinwirkung. Vorderachse stärker betroffen.
Frühe F5-Modelle bis Ende 2017 wurden mit nicht-rostfreien Abgasanlagen ausgeliefert. Ab Frühjahr 2018 verbaut Audi serienmäßig Edelstahl. Eisenrost an Mittel- und Endschalldämpfer typisch.
Starterbatterie zeigt nach wenigen Jahren Fehlermeldungen zu geringer Bordnetzspannung. Zahlreiche Steuergeräte im F5 belasten das Bordnetz dauerhaft. Kaltstartprobleme im Winter als frühes Warnsignal.
Frühe Baujahre bis Ende 2017 haben fehlerhafte 360-Grad-Kamerasysteme. Kamerabild friert ein oder Kamera reagiert nicht mehr. Softwareupdate oder Kameramodul-Tausch erforderlich.
Fahrzeuge bis Frühjahr 2018 wurden mit Stahlauspuffanlage ausgeliefert, die zu Korrosion neigt. Ab Frühjahr 2018 wurde auf Edelstahl umgestellt. Betrifft vor allem frühe F5-Baujahre.
Die Leuchtweitenregulierung zeigt beim RS5 F5 durchgehend durch alle Modelljahre Fehlfunktionen, die nie vollständig behoben wurden. Fahren ohne korrekt ausgerichteten Scheinwerfern kann Gegenverkehr blenden.
Verkleidungsteile an A-, B- und C-Säule sowie Armaturenbrett erzeugen bei Temperaturen um 20–25 °C Knarzgeräusche. Beim Cabriolet verstärkt durch Karosserieverwindung.