Citroën Berlingo
Der EP6 VTi (N12/EP6C) ist die Saugmotor-Variante des Prince-Motors ohne Direkteinspritzung, was ihn weniger anfällig für Einlassventil-Verkohlung macht als den THP. Die Steuerketten-Spanner-Problematik der frühen Seriengeneration ist bekannt; ab 2012 verbesserte PSA den Kettenspanner. Regelmäßige Ölwechsel alle 10.000 km sind zwingend.
Praktiker mit Benziner
120 PS VTi im Berlingo — selten als Benziner, aber durchaus brauchbar für den Hochdachkombi. Besser als die schwächeren Diesel für häufigeres Fahren auf der Autobahn.
Motor-Schwachstellen 6
Frühe EP6-VTi-Motoren (vor 2012) leiden unter einem schwachen Hydraulikkettenspanner, der beim Kaltstart rasselt. Die einreihige Steuerkette dehnt sich bei nachlassendem Spanndruck, was die Ventilsteuerung verschiebt. PSA dokumentierte Ölundichtigkeiten am Kettenspanner zwischen April 2010 und April 2011.
Symptome: Rasseln oder Schnarren aus dem Steuerkettenbereich für mehrere Sekunden nach dem Kaltstart, seltener auch bei warmem Motor bei niedrigem Ölstand
Der hydraulische Kettenspanner des EP6 VTi ist eine bekannte Schwachstelle bei PSA und BMW. Der Spanner verliert im Stand Öldruck, sodass die Kette beim Kaltstart rasselt und zu überspringen droht.
Symptome: Lautes Rasseln beim Kaltstart das nach wenigen Sekunden verschwindet, Motorkontrollleuchte, Fehlercode Nockenwellenpositionssensor
Der Ölabscheider (PCV-Membran) im Ventildeckel des EP6 reißt und leitet Öl ungefiltert in den Ansaugtrakt. Dies führt zu erhöhtem Ölverbrauch, Verkohlung der Einlassventile und sichtbarem Öl im Ansaugschlauch.
Symptome: Erhöhter Ölverbrauch ohne sichtbare externe Leckage, Öl im Ansaugschlauch, blauer Rauch nach Kaltstart, Leistungsverlust durch verschmutzte Einlassventile
Besonders die Auslassventile des EP6 VTi sind von frühzeitigem Ventilschaftdichtungsverschleiß betroffen. Öl sprüht in den Brennraum und bildet Rußablagerungen auf den Ventiltellern, was die Motoreffizienz langfristig mindert.
Symptome: Blauer Rauch bei Kaltstart oder nach Schubbetrieb, starker Ölverbrauch über 0,5 l/1.000 km, schwarze Ablagerungen an Zündkerzen
Das Thermostatgehäuse mit integriertem Sensor am EP6 VTi weist Konstruktionsschwächen auf. Bei älteren C3-Baujahren bis Ende 2013 hat Citroën offiziell eine Lösung über einen Zusatz-Temperatursensor herausgegeben.
Symptome: Leichter Kühlmittelgeruch, sinkender Kühlmittelstand, Temperaturanzeige schwankt, gelegentlich Überhitzungswarnung
Die Magnetventile zur variablen Nockenwellensteuerung (VVT) des EP6 VTi verschleißen und geben mit der Zeit Fehler P0014 oder P0016 aus. Ersatz ist günstig, wird aber oft zu lange ignoriert.
Symptome: Leistungsverlust besonders im mittleren Drehzahlbereich, unrunder Lauf, Motorkontrollleuchte, Fehlercodes P0014 oder P0016
Fahrzeug-Schwachstellen 5
Das zentrale BSI-Steuergerät (Bordsteuerungselektronik) kann ausfallen und zu flackernden Kontrollleuchten, ausfallenden Scheibenwischern, Startproblemen oder einem völlig toten Fahrzeug führen. Auch defekte Kühlerlüfter-Absicherungen sind aus diesem Bauzeitraum bekannt.
Beim 1.2 PureTech können Abriebpartikel des Zahnriemens die Vakuumpumpe beeinträchtigen und die Funktion des Bremskraftverstärkers stören. Betroffene Baujahre 2013 bis 2017 wurden von PSA zurückgerufen.
Das Bremsscheibenproblem des Berlingo I setzt sich in der zweiten Generation unverändert fort. Fast alle Jahrgänge fallen beim TÜV durch überdurchschnittlichen Bremsscheibenverschleiß auf — nach 13 Jahren fällt mehr als die Hälfte aller Berlingo II bei der HU durch.
Die Hinterachse ist ein bekannter Schwachpunkt des Berlingo II. Koppelstangen und Buchsen sind typische Verschleißteile. Ab der zweiten HU kommt häufig Rost an Fahrwerksteilen hinzu, ab der fünften Prüfung werden Lenkgelenke beanstandet.
Die Klimaanlage des Berlingo II ist für den großen Innenraum zu schwach ausgelegt und kühlt bei hohen Außentemperaturen unzureichend. Zusätzlich können Klimasensoren ausfallen, wodurch die Regelung nicht mehr korrekt funktioniert.