Mercedes-Benz E 500
Großvolumiger Saugmotor-V8 der zweiten Generation mit variabler Ventilsteuerung auf allen vier Nockenwellen. Technisch verwandt mit dem M272 V6 — teilt dessen bekanntes Ausgleichswellen-Zahnrad-Problem bei Baujahren vor 2007 (Motornummer unter 088611). Ab dieser Nummer wurde das Zahnrad aus gehärtetem Stahl verbaut. Frühe Motoren unbedingt auf Fehlercodes P0016/P0017 prüfen und Kettengeräusche im Kaltstart beachten. Der 5,5-Liter mit 285 kW ist die typische Variante, der 5,0-Liter mit 225–250 kW in schweren Fahrzeugen etwas gutmütiger. Der M278 BiTurbo-Nachfolger ist effizienter und stärker, klingt aber deutlich uncharakteristischer — der M273 ist der letzte echte Sauger-V8 aus Stuttgart. Kaufkandidaten immer auf Nockenwellenversteller-Undichtigkeiten (Öl im Kabelbaum) und Thermostatfehler P0128 prüfen. Ölwechsel alle 10.000 km mit MB 229.5.
E 500 W212 — kultiviert und fast zu ruhig
Der W212 dämpft den M273 akustisch so effektiv weg, dass V8-Feeling nur bei offenem Fenster ankommt. Kraftentfaltung linear und souverän, aber intern klingt der Motor wie ein gut gedämmter Sechszylinder. Als leises Reisemobil mit Reserven kaum schlagbar — wer Sound will, öffnet das Fenster oder greift zum W211. Verbrauch 11-13 Liter auf Langstrecke.
Motor-Schwachstellen 9
Der M273 V8 teilt das Ausgleichswellen-Zahnrad-Problem mit dem M272 V6. Das weiche Verbundmaterial des Zahnrades verschleißt, die Steuerkette schlägt.
Symptome: Fehlercodes P0016/P0017, Kettenknarren, Rauigkeit im Leerlauf, Leistungsabfall
Wie beim baugleichen M272 werden die Magnetventile undicht. V8 hat 4 pro Bank — Folgekosten durch mehr Magnete besonders hoch. Öl kriecht kapillar bis zum Steuergerät.
Symptome: Motorkontrollleuchte mit Nockenwellenfehlercode P0014/P0015/P0021/P0025, Lambdasondenausfälle, im Extremfall Steuergeräteausfall
Wie beim M113 werden die Ventildeckeldichtungen des M273 V8 mit der Zeit porös. Bei einem V8 mit zwei Zylinderköpfen verdoppelt sich der Aufwand.
Symptome: Ölflecken unter dem Fahrzeug, Ölgeruch nach intensiver Fahrt, eingeölter Motorraum
Identisch mit dem M272: Die Kunststoffgestänge der variablen Ansaugklappen werden spröde und brechen. Fehlercode P2006 ist typisch.
Symptome: Check-Engine-Leuchte mit P2004-P2006, minimaler Leistungsverlust bei bestimmten Drehzahlen
Der 3-Scheiben-Thermostat des M273 V8 versagt vorzeitig in Offenstellung. Bei Autobahnfahrten fällt Kühlmitteltemperatur auf 75-86 °C. Im V8-Motorraum schwer zugänglich.
Symptome: Kühlmitteltemperatur schwankt zwischen 75-102 °C je nach Last, Motor kommt bei Kälte nicht auf Betriebstemperatur, Fehlercode P0128
Der M273 V8 zeigt häufig sporadische Zündaussetzer durch altersmüde Zündspulen. Wasser im Kerzenschacht durch poröse Dichtungen beschleunigt den Ausfall.
Symptome: Ruckeln beim Beschleunigen, Motor läuft unrund, Fehlercodes P0301-P0308, Motorkontrollleuchte blinkt bei starken Fehlzündungen
Mit steigender Laufleistung zeigt der M273 V8 merklichen Ölverbrauch. 32 Ventilschaftdichtungen verschleißen gleichzeitig. Ab ca. 0,5 L/1.000 km wird ein Eingriff nötig. Bei Ausgleichswellen-Reparatur Dichtungen und Ringe gleich miterneuern.
Symptome: Blaurauch beim Kaltstart oder nach langer Schubphase, sinkender Ölstand zwischen Wechselintervallen, Ölverbrauch über 0,5 L/1.000 km
Die Drosselklappe neigt ab ca. 120.000 km zu starker Verkokung. Leerlauf ruckelt und vibriert, bei Lastwechsel zögert die Reaktion. Reinigung möglich, erfordert aber Grundadaption per Diagnosetool.
Symptome: Unruhiger Leerlauf bei Betriebstemperatur, leichtes Ruckeln beim Anfahren, Motor dreht nach Kaltstart unregelmäßig, gelegentliches Abwürgen
Motorlager ermüden und dämpfen V8-Vibrationen nicht mehr ausreichend. Bei ca. 1.800 und 2.400 U/min spürbare Vibrationen im Interieur und am Lenkrad. Test: Gas geben im Stand, mehr als 4 cm Motorbewegung zeigt fällige Lager.
Symptome: Spürbare Vibrationen bei 1.800 und 2.400 U/min, dumpfes Brummen im Fahrgastraum, sichtbares Motorschaukeln bei Gasstößen im Stand
Fahrzeug-Schwachstellen 13
Hinterachsträger rostet von innen nach außen durch. Fehlerhafte werksseitige Versiegelung lässt Wasser eindringen. Bei TÜV als sicherheitskritisch bemängelt.
W212 Hinterachsträger aus Stahl mit Pulverbeschichtung reißt mit der Zeit und lässt Feuchtigkeit ein. Durchrostung von innen. Mercedes ersetzt auf Kulanz. Sicherheitskritisch.
Bremsleitungen über der Hinterachse korrodieren nach 8–10 Jahren durch. Bremsflüssigkeitsverlust führt zu Bremsversagen. TÜV verweigert HU.
Hinterachse rostet mit zunehmendem Alter durch, Achsaufhängungen werden beim TÜV bemängelt. Kulanz möglich, aber zeitlich begrenzt.
Bremsleitungen laut TÜV doppelt bis zwölffach häufiger durch Korrosion schadenhaft als das Fahrzeugmittel.
Die Hinterachse neigt zu schwerem Durchrosten von innen an den Schweißnähten des Achsträgers. Das Problem bleibt lange unbemerkt. Mercedes gewährte teils Kulanz-Tausch.
Ausgeschlagene Gelenke und Strebenköpfe an der Vorderachse sind wiederkehrendes Problem. Klassisches Verschleißbild bei höheren Laufleistungen.
Ablauföffnungen in den Schwellern setzen sich zu, Wasser sammelt sich und fördert Rost von innen.
Ausgeschlagene Kugelgelenke und Federbeinköpfe an der Vorderachse sind ein wiederkehrendes Problem. Einzelne Besitzer berichteten von mehrfacher Reparatur.
Das Verdeck neigt nach etwa 10 Jahren zu Rissen im Verdeckstoff. Ignorierte Risse führen zu Wassereinbruch, Schimmelbildung und Schäden an Steuergeräten.
Die Ablaufkanäle in den Schwellern verstopfen regelmäßig, was zu Wasseransammlung und Korrosion im Schwellerbereich führt. Steuergeräte im Fahrzeugboden können feucht werden.
Polter- und Klappergeräusche aus der Vorderachse bei unebener Fahrbahn. Ursachen: verschlissene Traggelenke, Stabilisatorbuchsen.
Feststellbremse wird regelmäßig beim TÜV beanstandet. Korrosion bei seltenem Einsatz führt zu Klemmen oder Versagen.
Berichte & Tests
Gute Werterhaltung bei Beleuchtung, aber Bremsleitungskorrosion und Hinterachsen-Rost drücken das Gesamtergebnis.
Pannenhäufigkeit im Mittelfeld, jüngere Jahrgänge mit gutem Ergebnis.