Mercedes-Benz AMG S 63
5,5-Liter V8 BiTurbo — AMGs erster aufgeladener V8 und der Nachfolger des Saugmotor-M156. 525–585 PS je nach Modell, bis zu 900 Nm Drehmoment in der S-Version. Der Charakter ist fundamental anders als der M156: statt Hochdrehzahl-Schrei kommt eine brachiale Drehmomentwelle ab 1.750 U/min. Der Sound ist tiefer, basslastiger, mit einem charakteristischen Turbo-Zischen beim Gaswegnehmen. Weniger emotional als der Saugmotor, dafür auf der Autobahn eine andere Liga — ab 200 km/h beschleunigt der M157 noch wie andere bei 100. Steuerkette ist die bekannte Achillesferse: Kettenspanner-Versagen bei 80.000–120.000 km, Mercedes hat nachgebessert (Rückventil im Zylinderkopf-Ölkanal). Piezo-Injektoren reagieren empfindlich auf Kraftstoffqualität, Lebensdauer 100.000–150.000 km. Turbolader halten bei ordentlichem Warmfahren und Nachlaufenlassen 200.000+ km — wer nach der Autobahn sofort abstellt, killt sie deutlich früher. Motor warmfahren, nach Volllast nachlaufen lassen, Ölwechsel alle 10.000 km mit 0W-40 — dann sind 300.000 km realistisch.
Erster BiTurbo in der S-Klasse — 544 PS Understatement
S 63 AMG W221: Erster AMG mit BiTurbo-V8 statt Saugmotor. 544 PS und 800 Nm ab 2.000 rpm — auf der Autobahn mühelos schnell, der M157 brummt dezent im Hintergrund. Die S-Klasse macht die AMG-Leistung unsichtbar: ein Chauffeurs-Wagen der bei Bedarf 300er-Ferraris abstaubt. Airmatic-Alterung und W221-Elektronik als Dauerkosten.
Motor-Schwachstellen 11
Die Steuerketten des M157 5.5L BiTurbo-V8 längen sich, besonders bei Fahrzeugen mit häufigem Kaltstart und Kurzstrecke. Motorschaden bei Überspringen möglich. Aufwendige Reparatur am V8.
Symptome: Metallisches Rasseln beim Kaltstart, Fehlercodes Nockenwellenposition, unrunder Lauf, im Extremfall Motorschaden
Bei hoher Beanspruchung verschleißen die Kolbenringe des M157 vorzeitig. Ölverbrauch von über 1 l/1000 km ist möglich. Motorrevision bei fortgeschrittenem Verschleiß nötig.
Symptome: Steigender Ölverbrauch, Blaurauch bei Beschleunigung, Ölnebel am Auspuff, Ölstand-Warnungen
Die Hochdruckpumpe des M157 kann bei hohem Kilometerstand intern verschleißen. Druckabfall im Rail führt zu Startschwierigkeiten und Leistungsverlust.
Symptome: Motor springt schlecht an, Leistungsverlust unter Last, Ruckeln bei hoher Drehzahl, Fehlercodes Kraftstoffdruck
Der M157 ist von bekanntem Steuerketten-Verschleiß ab 80.000-120.000 km betroffen. Mercedes rüstete Rückschlagventile in die Ölversorgungskanäle nach (TSB LI05.20-P-057028).
Symptome: Rasseln beim Kaltstart, später auch im Leerlauf, Motorwarnleuchte mit Nockenwellen-Fehlercodes, Leistungsverlust
Das Ölpumpenritzel des M157 verschleißt bei hohen Drehzahlen und erzeugt Metallabrieb. Öldruckabfall führt zu Überhitzung und Zylinderlaufbahnschäden.
Symptome: Öldruck-Warnanzeige bei hohen Drehzahlen, metallisches Schlagen im unteren Motorbereich, starker Ölverbrauch
Steuerkette und Spannvorrichtungen verschleißen vorzeitig, besonders Baujahre 2011–2013. Mercedes rüstete Rückschlagventil in Ölkanälen des Zylinderkopfs nach. Reparatur oft im vierstelligen Bereich, Schlechtfall fünfstellig.
Symptome: Rasseln beim Kaltstart, später auch im Leerlauf, verstärkt beim Beschleunigen; Motorwarnleuchte
Die Ventildeckeldichtungen des M157 V8 werden undicht und lassen Öl auf die heißen Turbolader tropfen. Rauchentwicklung und Brandgeruch sind die Folge.
Symptome: Ölgeruch und Rauch aus dem Motorraum, Öltropfen auf Turboladern sichtbar, sinkender Ölstand
Der M157 verwendet Bosch-Piezoinjektoren die typischerweise 100.000-150.000 km halten. Aftermarket-Alternativen sind nicht verfügbar.
Symptome: Motorlaufrauigkeit, unrunder Leerlauf, erhöhter Kraftstoffverbrauch, Fehlercodes einzelner Zylinder
Elektrische Zusatzwasserpumpe für die Ladeluftkühlung fällt aus. Führt zu reduzierter Leistung im Notlaufprogramm.
Symptome: Leistungsverlust bei hoher Last, Warnmeldung im Display, Notlauf
Bosch-Piezokeramik-Injektoren reagieren empfindlich auf Kraftstoffqualität und haben begrenzte Lebensdauer von ca. 100.000–150.000 km. Austausch aller 8 Injektoren kostet bis zu 3.000 €, keine Reparatur möglich.
Symptome: Unrunder Lauf, Zündaussetzer, Leistungsverlust, Motorwarnleuchte, schlechtes Kaltstart-Verhalten
Die Wastegate-Klappen der beiden Turbolader klappern bei Kaltstart durch Spiel in den Gestängen. Meist nur akustisches Problem, selten leistungsrelevant.
Symptome: Metallisches Klappern beim Kaltstart für 1-2 Minuten, verschwindet bei Betriebstemperatur
Fahrzeug-Schwachstellen 6
Die Luftfederbeine des W221 verschleißen mit der Zeit. Zwischen 200.000 und 300.000 km müssen typischerweise alle vier Federbeine getauscht werden.
Die Druckspeichertanks der Airmatic an der Hinterachse können korrodieren. Ausbau erfordert Demontage der Hinterachse.
Das Kombiinstrument entwickelt Pixelfehler durch gelöste Flachbandkabel. Im schlimmsten Fall totaler Ausfall des Displays.
Der W221 zeigt sporadische CAN-Bus-Kommunikationsfehler, die zu Ausfällen verschiedener Systeme führen: ESP, Scheinwerfersteuerung, Nebelscheinwerfer.
Die Luftfederbälge (meist hinten) werden undicht und verlieren schleichend Druck. Das Fahrzeug hängt dann auf einer Seite 3–4 cm tiefer. Fehlermeldung 5285 (Füllvorgang zu lang) erscheint. Reparatur nur durch Austausch möglich.
Die umfangreiche Komfortelektronik des W221 ist fehleranfällig: Elektrische Fensterheber, Außenspiegel und das optionale Panorama-Schiebedach zeigen Ausfälle durch veraltete Stecker und Steuergeräte.
Berichte & Tests
Die Baureihe liegt bei der Hauptuntersuchung im Mittelfeld der Oberklasse, mit Stärken bei der Lichtanlage.
Pannenhäufigkeit im Klassenmittel, aber elektrische Defekte treten regelmäßig auf.