Mercedes-Benz S 350 CDI
V6-Diesel mit Common-Rail und Piezo-Injektoren. Kräftig und laufruhig. Bekannt für verstopfte Ölkühler, Drallklappen-Bruch und AGR-Probleme. Hohe Laufleistungen bei guter Wartung.
Diesel-Gleiter
190 kW Diesel — souverän und sparsam auf der Langstrecke.
Motor-Schwachstellen 7
Das bekannteste Problem des OM642: Die Ölkühler-Dichtungen im V-Winkel des Motors versagen. Öl leckt ins Kühlwasser oder nach außen. Besonders anfällig bis Baujahr 2009.
Symptome: Ölverlustmeldung, Ölflecken unter der linken Fahrzeugseite, Ölschlieren am Riemenspanner sichtbar
Die Kunststoffgestänge der Drallklappen im Ansaugkrümmer des OM642 brechen. Reparatursätze aus Aluminium sind verfügbar und dauerhafter. Bei Totalausfall droht Eintritt von Trümmern in den Motor.
Symptome: Motorwarnleuchte, Fehlercodes Ansaugklappe/Drallklappe, Leistungsverlust besonders bei niedrigen Drehzahlen
Piezo-Injektoren dichten durch Wärme aus, Diesel gelangt ins Motoröl. Öl verliert Schmiereigenschaften, teeartige Rückstände rund um Injektoren sind typisches Erkennungszeichen.
Symptome: Unrunder Leerlauf, erhöhter Kraftstoffverbrauch, Klopfgeräusche, Ölstand steigt durch Dieseleintrag, Motoröl riecht nach Diesel
Verstellgestänge der variablen Turbinengeometrie verklemmt durch Rußablagerungen. Motor fällt in Notlauf. Fehlercodes P0404, P2598, P2385. Bei Laufzeugschäden Turbokosten ab 1.300 €.
Symptome: Plötzlicher Leistungsverlust bei Kickdown, Notlauf, schwarzer Rauch, Motoröl im Ladeluftkühlerbereich
Serienmäßige Ölpumpe liefert bei hohen Drehzahlen und Temperaturen zu wenig Druck. Keine Warnanzeige im Cockpit. Pleuellager verschleißen unbemerkt zwischen 150.000–200.000 km, Komplettschaden droht.
Symptome: Kaltes Klopfen im Leerlauf, metallisches Rasseln bei Lastwechsel, feine Metallpartikel im Ölfilter, Öldruckabfall erst spät messbar
Bei häufigem Kurzstreckenbetrieb verkokt das AGR-System des OM642 stark. Rußablagerungen im Ansaugkrümmer reduzieren den Luftdurchsatz erheblich.
Symptome: Leistungsverlust besonders unter Last, schlechte Gasannahme, Rußwolken, erhöhter Verbrauch
Dünnwandige Glühkerzen korrodieren im Zylinderkopf und brechen beim Ausbau ab. Abgerissenes Heizelement erfordert aufwendiges Ausbohren. Alle 6 Kerzen prophylaktisch wechseln.
Symptome: Schwieriger Kaltstart, längere Vorglühzeit nötig, Glühkontrollleuchte blinkt, Weißrauch bei Kaltstart im Winter
Fahrzeug-Schwachstellen 6
Die Luftfederbeine des W221 verschleißen mit der Zeit. Zwischen 200.000 und 300.000 km müssen typischerweise alle vier Federbeine getauscht werden.
Die Druckspeichertanks der Airmatic an der Hinterachse können korrodieren. Ausbau erfordert Demontage der Hinterachse.
Das Kombiinstrument entwickelt Pixelfehler durch gelöste Flachbandkabel. Im schlimmsten Fall totaler Ausfall des Displays.
Der W221 zeigt sporadische CAN-Bus-Kommunikationsfehler, die zu Ausfällen verschiedener Systeme führen: ESP, Scheinwerfersteuerung, Nebelscheinwerfer.
Die Luftfederbälge (meist hinten) werden undicht und verlieren schleichend Druck. Das Fahrzeug hängt dann auf einer Seite 3–4 cm tiefer. Fehlermeldung 5285 (Füllvorgang zu lang) erscheint. Reparatur nur durch Austausch möglich.
Die umfangreiche Komfortelektronik des W221 ist fehleranfällig: Elektrische Fensterheber, Außenspiegel und das optionale Panorama-Schiebedach zeigen Ausfälle durch veraltete Stecker und Steuergeräte.
Berichte & Tests
Die Baureihe liegt bei der Hauptuntersuchung im Mittelfeld der Oberklasse, mit Stärken bei der Lichtanlage.
Pannenhäufigkeit im Klassenmittel, aber elektrische Defekte treten regelmäßig auf.