Opel Ampera
Solider 1,4-Liter-Turbobenziner aus der GM-Ära mit guter Leistungsausbeute, aber mehreren bekannten Schwachpunkten. Kolbenringschäden und Kurbelgehäuseentlüftung sind die klassischen Probleme, die zu erhöhtem Ölverbrauch führen. Bei gepflegten Exemplaren mit korrektem Öl (Dexos1 Gen2) und regelmäßigen Intervallen zuverlässig – Kaufinspektion auf Blaurauch und Turbo-Zustand empfohlen.
Hybrid-Pionier
Der Ampera mit Range-Extender fährt elektrisch und schaltet nahtlos den Verbrenner zu — interessantes Konzept.
Motor-Schwachstellen 4
Frühzeitig verschlissene oder gebrochene Kolbenringsstege führen zu erhöhtem Ölverbrauch. Fehlerhafte Diagnose führt häufig zu unnötigem Tausch von Turbo oder Kurbelgehäuseentlüftung ohne Wirkung.
Symptome: Blaurauch aus dem Auspuff, Ölverbrauch über 0,5 L/1000 km, Öl-Sludge unter dem Öleinfülldeckel, ggf. Katalysatorschaden.
Der Turbolader drückt Öl in den Ansaugtrakt und Ladeluftkühler. Ursache ist oft eine defekte Membran in der Ventildeckel-Kurbelgehäuseentlüftung oder ein verschlissenes Turbo-Lager.
Symptome: Ölfilm im Ansaugtrakt und Ladeluftkühler, blauer oder weißer Rauch bei Beschleunigung, Fehlercode P0299, Leistungsverlust.
Wasserpumpen fallen teils früh aus, vereinzelt bereits unter 50.000 km. Bei Ausfall droht Überhitzung mit Motorschaden. Geräusche oder Pfeifen kündigen den Defekt oft an.
Symptome: Quietschen oder Pfeifen aus dem Motorraum, Kühlwassertemperatur steigt ungewöhnlich an, Kühlwasserverlust.
Zündspulen fallen vorzeitig aus und verursachen Zündaussetzer. Betroffen sind häufig einzelne Zylinder. Gleichzeitiger Tausch von Zündkerzen und Spulen empfohlen.
Symptome: Motorruckeln bei ca. 1500 U/min, Zündaussetzer beim Beschleunigen, Motorkontrollleuchte, Fehlercode P0301–P0304.
Fahrzeug-Schwachstellen 13
Der 1,4-Liter-Range-Extender-Motor entwickelt auf der Autobahn einen Öldruckverlust, begleitet von scherbelnden Geräuschen. Ursache sind nach Forum-Berichten Steuerkettenprobleme. Der Motor muss zerlegt werden.
Im reinen Elektrobetrieb wird die 12V-Starterbatterie nicht ausreichend nachgeladen. Nach längerer EV-Nutzung ohne Range-Extender-Aktivierung bricht die Spannung auf unter 11V ein – das Fahrzeug lässt sich nicht mehr starten.
Der Kühlmitteltemperatursensor des Range Extenders liefert Falschmesswerte bis 120 °C und löst die Fehlermeldung 'Klimaanlage nicht verfügbar, Motortemperatur zu hoch' aus. Der Range Extender startet ungewollt.
Das HPCM2-Steuergerät verliert nach hoher Laufleistung die korrekte Kalibrierung des Akkupacks. Die angezeigte Reichweite bricht auf null ein, obwohl die Zellspannung noch bei rund 3,55 V liegt. Ein Software-Update behebt das Problem.
Das Ladeklappengehäuse des Ampera ist bekannt für Defekte, die das Laden verhindern. Austausch kostet ca. 500 €. Ursache ist häufig Feuchtigkeit im Bereich des Ladeanschlusses.
Das Kühlmittel des HV-Batteriekreislaufs im Ampera altert und muss regelmäßig erneuert werden. Wird dies vernachlässigt, können Kühlsystemprobleme und Reichweitenverlust entstehen. Kosten pro Erneuerung ca. 300–700 €.
Durch das hohe Drehmoment des Elektromotors treten Schäden an den Antriebswellen-Gelenken auf. Reparaturkosten hoch (560 EUR je Welle), Lieferschwierigkeiten für Originalteile.
Der Mikroschalter im funkgesteuerten Türgriff fällt aus. Eine Einzelreparatur des Schalters ist nicht möglich – der gesamte Türgriff muss ersetzt werden, da das Bauteil nicht separat erhältlich ist.
Software-Fehler verhindert automatisches Einschalten der Positionslichter und des Tagfahrlichts beim Wechsel von dunklerer in hellere Umgebung. KBA-Nummer 4530 vom 6.2.2014. Ca. 1.523 Fahrzeuge in Deutschland betroffen.
Polternde Geräusche aus dem Fahrwerk bei kleinen Bodenunebenheiten. Werkstatttausch der Hinterdämpfer brachte nur vorübergehende Besserung. Ab ca. 60.000–80.000 km nimmt das Problem zu.
Da der Ampera überwiegend durch Rekuperation verzögert, werden die mechanischen Hinterbremsen selten genutzt. Bremsscheiben rosten an den Reibflächen stark durch.
Ampera-Fahrer berichten von ca. 1 cm Lenkradspiel bei Geradeausfahrt. Software-Fehler im Lenksäulensteuergerät oder mechanischer Defekt an Kreuzgelenk/Spurstangenkopf.
Ausgeprägter Rost am Motorrahmen und Unterboden nach 3–5 Jahren. Unterbodenversiegelung ab Werk ist für Fahrzeuge in dieser Preisklasse unterdurchschnittlich.