Suzuki Jimny · Cabrio
Robuster 1,3-Liter-Vierzylindermotor mit Steuerkette und Festventilspiel (Shim-over-Bucket). Überaus langlebig bei regelmäßiger Pflege — Laufleistungen bis 250.000 km ohne Grundüberholung sind dokumentiert. Schwachpunkte liegen im Ventilspielausgleich, sporadischen Sensorausfällen bei hoher Laufleistung sowie im erhöhten Ölverbrauch bei Dauerautobahneinsatz.
Automatik-Jimny für die lange Geländetour
Mit Automatik wird der alte Jimny etwas bequemer — die Geländekünste bleiben komplett erhalten. Leiterrahmen, Untersetzung, Starrachsen: alles da. Für Touren, wo man stundenlang Schrittgeschwindigkeit fährt, ist die Automatik ein echter Vorteil.
Motor-Schwachstellen 4
Der Kurbelwellensensor des M13A versagt charakteristisch im Warmbetrieb: Der Motor stirbt ab, springt aber nach dem Abkühlen wieder an. Fehlercode wird oft nicht gespeichert, da das ECU das Ereignis als normalen Abwürger interpretiert.
Symptome: Motor stirbt plötzlich im Warmbetrieb ab, springt nach Abkühlpause wieder an. Drehzahlmesser flackert kurz vor dem Ausfall. Kein oder sporadischer Fehlercode im OBD.
Der M13A nutzt Festventilspiel mit Shims. Ohne regelmäßige Prüfung alle 30.000 km läuft das Spiel zu eng, was zu metallischem Klackern beim Kaltstart führt. Die Shim-Sondertools sind Pflicht für die Einstellung.
Symptome: Metallisches Klackern oder Tackern direkt nach dem Kaltstart, das nach dem Warmlaufen abklingt oder bei höherer Drehzahl lauter wird.
Ab etwa 160.000 km steigt der Ölverbrauch des M13A merklich an. Ursachen sind Kolbenringverschleiß und poröse Ventilschaftdichtungen. Dauerbetrieb auf der Autobahn bei hohen Drehzahlen beschleunigt den Verschleiß deutlich.
Symptome: Ölstand sinkt zwischen Wechselintervallen spürbar. Bei hoher Last leichter blauer Rauch aus dem Auspuff. Ölflecken unter dem Fahrzeug möglich.
Die Zündspulen des M13A können bei Erwärmung intermittierend ausfallen, was zu Zylinderaussetzern führt. Symptomatisch ähnlich einem Kurbelwellensensor-Defekt, lässt sich aber durch Tausch der Spulen differenzieren.
Symptome: Ruckeln und Aussetzer besonders im Warmbetrieb, kurzzeitiges Laufen auf drei Zylindern, MKL leuchtet mit Fehlercode für einzelne Zylinder (P030x).
Fahrzeug-Schwachstellen 6
Der Jimny JB43 hat ab Werk nur unzureichenden Rostschutz. Besonders anfällig sind Radläufe hinter den Plastikverkleidungen, Schweller, Reserveradmulde, Heckboden und Karosserieholme. Schon nach 5–8 Jahren zeigt sich oft Durchrostung.
Die Achsschenkelbolzenlager (King-Pin-Bearings) rosten durch eindringendes Wasser, Schmutz und Salz frühzeitig fest. Besonders das untere Lager ist betroffen. Ohne Wartung entsteht Lenkungsspiel, das zum gefährlichen Lenkwackeln führt.
Das kurze Radstand-Design des Jimny macht ihn anfällig für starkes Lenkungszittern bei 70–110 km/h. Ursache ist kumuliertes Spiel in Lenkbolzen, Spurstangen, Panhard-Stab und Reifen-Unwucht. Mehrere Komponenten müssen geprüft und getauscht werden.
Die Bremsanlage des Jimny ist von Haus aus unterdimensioniert und verschleißt schnell durch Geländeeinsatz und Korrosion. Bremsschläuche, Radbremszylinder und Bremsleitungen rosten und müssen oft komplett erneuert werden.
Gelenkwellen-Faltenbälge reißen durch Geländefahrten oder Alterung, woraufhin Schmutz in die Gelenke eindringt und diese zerstört. Ein vollständiger Gelenkwellenaustausch ist teuer und bei Geländefahrzeugen häufiger erforderlich als bei normalen Pkw.
Hinter den Scheinwerfergehäusen der Jimny-Modelle ab 2005 bildet sich durch Feuchtigkeitsstau Rost am Karosserieblech, der oft erst beim Ausbau der Scheinwerfer entdeckt wird. Unbehandelt greift er auf angrenzende Strukturbereiche über.
Berichte & Tests
Der Jimny der dritten Generation gehört nicht zu den TÜV-Musterschülern. Bremsen fallen überdurchschnittlich oft auf. Federn und Stoßdämpfer werden bis zur dritten HU übermäßig oft beanstandet. Rost bildet sich bereits ab dem vierten Jahr.