VW Golf
1.9L TDI Pumpe-Düse — legendär zuverlässiger Motor, aber Longlife-Öl ist Gift für die PD-Nocken. Kürzere Ölwechselintervalle (max. 15.000 km) mit VW 505.01 Öl sind Pflicht. Zahnriemenintervall bei 2000-2001er Baujahren nur 60.000 km.
PD mit Punch
Der PD-Motor AJM hat mehr Drehmoment als der AGR und fühlt sich spürbar kräftiger an. Für einen Diesel angenehm direkt.
Motor-Schwachstellen 5
Die PD-Elemente des AJM sind nur einseitig befestigt und können sich bei hoher Laufleistung lockern und undicht werden. Fehlzündungen in einzelnen Zylindern und Leistungsverlust sind die Folge. Austausch eines Elements 550–700 €.
Symptome: Starkes Ruckeln, fehlende Durchzugskraft, Fehlzündungen in Zylinder 1 oder 4, Dieselgeruch durch Leckage
Beim AJM TDI verschleißen Nockenwellenlager und Hydrostößel vorzeitig, wenn Longlife-Öl verwendet wird. Dieses ist für die hohen Drücke der PD-Nocken nicht ausgelegt. Reparatur allein an Teilen ca. 1.170 €.
Symptome: Klappergeräusch beim Kaltstart, unrunder Lauf, nachlassende Leistung, im Extremfall klemmende Nockenwelle
Der AJM aus den Baujahren 2000–2001 hat ein Zahnriemenintervall von nur 60.000 km. Wird dies verpasst, ist kapitaler Motorschaden durch Kolben-Ventil-Berührung die Folge. Ab 2002 verlängertes Intervall auf 90.000 km.
Symptome: Keine frühzeitigen Symptome — bei Riss sofortiger Motorschaden, kein Anlassen möglich
Ab ca. 180.000 km verschleißen Nockenwelle und Hydrostößel sichtbar durch Materialabrieb. Bekanntes Problem aller PD-TDI-Motoren, VW anerkennt keinen Konstruktionsfehler. Beim zweiten Zahnriemenwechsel prüfen.
Symptome: Unruhiger Motorlauf, unregelmäßiges Tackern beim Start, Leistungsverlust einzelner Zylinder, lautes Ventilklappern
Der Luftmassenmesser des AJM TDI ist eine bekannte Verschleißstelle. Fehlwerte führen zu drastischem Leistungsverlust (bis 70%) und starker Rußentwicklung. VW deckte Ausfälle bis 100.000 km mit Kulanz ab.
Symptome: Massiver Leistungsabfall (nur ca. 30% Leistung), schwarze Abgaswolken beim Beschleunigen, Motor springt an aber zieht kaum
Fahrzeug-Schwachstellen 12
Bei frühen Golf-IV-Modellen bis Juli 2001 mit 1,4- und 1,6-Liter-Benziner sowie 1,9 SDI konnte eine schwach ausgelegte Niete im Schaltgetriebe reißen, was zu abruptem Getriebeschaden führte. VW führte eine Service-Aktion durch.
Vollverzinkter Stahl schützt gut, jedoch sammelt sich unter dem Kunststoff-Innenkotflügel Schmutz und Feuchtigkeit an, was an den Schnittkanten zur Rostbildung an Schwellerspitzen und vorderen Radlaufkanten führt.
Die Gummilager der Verbundlenker-Hinterachse des Golf IV werden mit der Zeit spröde und reißen. Ausgeschlagene Buchsen führen zu erheblichen Fahrwerkmängeln bei der HU und verursachen Poltergeräusche auf schlechtem Untergrund.
Die in die hinteren Bremssättel integrierten Handbremsmechanismen des Golf IV korrodieren bei mangelnder Pflege und blockieren. Die Bremskolben lassen sich dann nicht mehr zurückdrehen. Ein Austausch beider Sättel plus Scheiben ist oft notwendig.
Die Wellendichtringe im Servolenkungsgetriebe des Golf IV werden porös und verlieren Hydrauliköl. Da der Simmerring nicht als Einzelteil lieferbar ist, muss das komplette Lenkgetriebe ersetzt werden.
Die Plastikführungsschiene des elektrischen Fensterhebers bricht durch Materialermüdung. Die Fensterscheibe fällt dann unkontrolliert in die Tür. VW bot einen Reparatursatz mit Metallschiene an, der das Problem dauerhaft löst.
Die unterdruckgesteuerte Zentralverriegelung des Golf IV versagt häufig durch eine defekte Vakuumpumpe oder Risse in den Unterdruckleitungen. Auch das Steuergerät und Mikroschalter in den Türen sind bekannte Schwachstellen.
Das Flachbandkabel im Kombiinstrument des Golf IV verliert mit der Zeit seinen Klebekontakt. Pixelzeilen im MFA- oder FIS-Display verschwinden schrittweise, meist bei warmem Betrieb. Eine günstige Reparatur ist möglich.
Die Querlenkerbuchsen der Vorderachse des Golf IV verschleißen durch unzureichende Dimensionierung für das Fahrzeuggewicht teils bereits ab 40.000 km. VW verbesserte die Komponenten im Laufe der Bauzeit, frühe Baujahre sind stärker betroffen.
Der Klimakompressor sowie der Klimakondensator des Golf IV sind nach langen Standzeiten oder bei hohem Alter anfällig für Defekte und Leckagen. Beim Austausch muss zwingend auch der Trockner gewechselt werden, um Folgeschäden zu vermeiden.
Im Golf 4 (1J) brechen die originalen Kunststoffhalter der elektrischen Fensterheber zuverlässig. VW verwendete schwächere Kunststoffclips statt der Metallhalter aus dem Vorgänger. Betrifft ca. 50 % aller älteren Golf-4-Exemplare. Reparatursätze mit Metallhaltern verfügbar.
Nahezu alle Golf-4-Exemplare entwickeln mit der Zeit einen klebrigen Softlack im Armaturenbrett und an Bedienteilen. Der dünn aufgetragene Gummilack löst sich auf, hinterlässt schwarze Schmierflecken auf Kleidung und ist optisch sehr unansehnlich.
Berichte & Tests
Der Golf IV fällt bei der Hauptuntersuchung mit überdurchschnittlichen Mängelquoten auf, besonders bei älteren Exemplaren.
Im Pannendienst zeigt sich der Golf IV im Klassenvergleich unauffällig, typische Schwachstellen liegen bei Zündanlage und Getriebe.