VW Golf
Sportlichster 1.9 TDI PD mit 150 PS. Hohe Leistung aus nur 1.9L Hubraum — Nockenwelle und Pumpe-Düse-Elemente verschleißen schneller als bei schwächeren Varianten.
150PS Diesel-Punch
150 PS und 320 Nm aus dem PD-Motor machen den Golf IV überraschend flott. 0–100 in 8,5s — für einen Diesel-Golf ein echtes Erlebnis.
Motor-Schwachstellen 6
Der ARL 1.9 TDI 110kW ist ein Interferenzmotor. Die höhere Leistung erhöht die Riemenbelastung. Wechsel alle 90.000 km oder 5 Jahre mit Wasserpumpe. Regelmäßige Inspektion Pflicht.
Symptome: Plötzlicher Motorstillstand und laute Geräusche bei Riemenriss
Der hochgezüchtete ARL 1.9 TDI PD 110kW ist besonders anfällig für Nockenwellenverschleiß bei falschen Ölspezifikationen oder langen Ölwechselintervallen. Komplettüberholung kostet >1.000€.
Symptome: Rauer Lauf, Klopfen/Brummen, Anlaufgeräusche, Leistungsabfall
Beim ARL (150 PS PD-TDI) treten ab ca. 120.000–180.000 km Verschleißmarken an Nockenerhebungen und Tassenstößeln auf. Vollständiger Tausch von Nockenwelle inkl. Lagerung notwendig, ca. 1.170 € Teilekosten.
Symptome: Klappern nach Kaltstart, unruhiger Motorlauf, Leistungsverlust
Schon kleinste Verunreinigungen in Öl oder Diesel schädigen die PDE-Injektoren. Der 150-PS-ARL ist aufgrund höherer Einspritzdrücke besonders sensibel. Ersatz-PDEs kosten 160–600 € pro Stück.
Symptome: Ruckeln im Leerlauf, Zündaussetzer-Fehlercodes, Schwarzrauch beim Beschleunigen, schwieriger Start
Der variabler Turbolader des ARL neigt durch Rußablagerungen zum Klemmen der Leitschaufeln. Besonders bei Kurzstreckenbetrieb häufig. Lader muss ausgebaut und gereinigt oder ersetzt werden.
Symptome: Deutlicher Leistungsverlust, Notlauf aktiv, Motorwarnleuchte, Pfeifgeräusche aus dem Turbobereich
Auch beim leistungsstärkeren ARL verkokst das AGR-Ventil im Stadtbetrieb regelmäßig. Bei fortgeschrittenem Defekt ist Austausch erforderlich. Reinigung verlängert Lebensdauer nur kurzfristig.
Symptome: Leistungsabfall, ruckartiges Gasgeben, erhöhter Ruß, Motorkontrollleuchte
Fahrzeug-Schwachstellen 12
Bei frühen Golf-IV-Modellen bis Juli 2001 mit 1,4- und 1,6-Liter-Benziner sowie 1,9 SDI konnte eine schwach ausgelegte Niete im Schaltgetriebe reißen, was zu abruptem Getriebeschaden führte. VW führte eine Service-Aktion durch.
Vollverzinkter Stahl schützt gut, jedoch sammelt sich unter dem Kunststoff-Innenkotflügel Schmutz und Feuchtigkeit an, was an den Schnittkanten zur Rostbildung an Schwellerspitzen und vorderen Radlaufkanten führt.
Die Gummilager der Verbundlenker-Hinterachse des Golf IV werden mit der Zeit spröde und reißen. Ausgeschlagene Buchsen führen zu erheblichen Fahrwerkmängeln bei der HU und verursachen Poltergeräusche auf schlechtem Untergrund.
Die in die hinteren Bremssättel integrierten Handbremsmechanismen des Golf IV korrodieren bei mangelnder Pflege und blockieren. Die Bremskolben lassen sich dann nicht mehr zurückdrehen. Ein Austausch beider Sättel plus Scheiben ist oft notwendig.
Die Wellendichtringe im Servolenkungsgetriebe des Golf IV werden porös und verlieren Hydrauliköl. Da der Simmerring nicht als Einzelteil lieferbar ist, muss das komplette Lenkgetriebe ersetzt werden.
Die Plastikführungsschiene des elektrischen Fensterhebers bricht durch Materialermüdung. Die Fensterscheibe fällt dann unkontrolliert in die Tür. VW bot einen Reparatursatz mit Metallschiene an, der das Problem dauerhaft löst.
Die unterdruckgesteuerte Zentralverriegelung des Golf IV versagt häufig durch eine defekte Vakuumpumpe oder Risse in den Unterdruckleitungen. Auch das Steuergerät und Mikroschalter in den Türen sind bekannte Schwachstellen.
Das Flachbandkabel im Kombiinstrument des Golf IV verliert mit der Zeit seinen Klebekontakt. Pixelzeilen im MFA- oder FIS-Display verschwinden schrittweise, meist bei warmem Betrieb. Eine günstige Reparatur ist möglich.
Die Querlenkerbuchsen der Vorderachse des Golf IV verschleißen durch unzureichende Dimensionierung für das Fahrzeuggewicht teils bereits ab 40.000 km. VW verbesserte die Komponenten im Laufe der Bauzeit, frühe Baujahre sind stärker betroffen.
Der Klimakompressor sowie der Klimakondensator des Golf IV sind nach langen Standzeiten oder bei hohem Alter anfällig für Defekte und Leckagen. Beim Austausch muss zwingend auch der Trockner gewechselt werden, um Folgeschäden zu vermeiden.
Im Golf 4 (1J) brechen die originalen Kunststoffhalter der elektrischen Fensterheber zuverlässig. VW verwendete schwächere Kunststoffclips statt der Metallhalter aus dem Vorgänger. Betrifft ca. 50 % aller älteren Golf-4-Exemplare. Reparatursätze mit Metallhaltern verfügbar.
Nahezu alle Golf-4-Exemplare entwickeln mit der Zeit einen klebrigen Softlack im Armaturenbrett und an Bedienteilen. Der dünn aufgetragene Gummilack löst sich auf, hinterlässt schwarze Schmierflecken auf Kleidung und ist optisch sehr unansehnlich.
Berichte & Tests
Der Golf IV fällt bei der Hauptuntersuchung mit überdurchschnittlichen Mängelquoten auf, besonders bei älteren Exemplaren.
Im Pannendienst zeigt sich der Golf IV im Klassenvergleich unauffällig, typische Schwachstellen liegen bei Zündanlage und Getriebe.