VW Passat
2.0L FSI Saugmotor mit Direkteinspritzung (EA113). Zuverlässiger Grundmotor, aber Verkokung der Einlassventile ist konstruktionsbedingt. Steuerkette und Nockenwelle bei hohen Laufleistungen prüfen. Kurze Ölwechselintervalle empfohlen.
Ruhiger Allrounder
Der 2.0 FSI mit Automatik verbindet Komfort mit ausreichender Leistung — kein aufregender Charakter, aber kultivierter Langstreckenbegleiter.
Motor-Schwachstellen 5
Der BVY besitzt neben dem Zahnriemen eine separate Kette für den Nockenwellenantrieb. Kettenspanner und Führungsschienen verschleißen und verursachen Rasseln beim Kaltstart. Reparatur erfordert VW-Spezialwerkzeug.
Symptome: Metallisches Rasseln beim Kaltstart aus dem Motorraum, schlechtes Kaltstartvermögen, Leistungsverlust
Mangelnde Schmierung durch zu lange Ölwechselintervalle führt zum Einlaufen der Nockenwelle und der Kipphebel. VW empfiehlt engere Ölwechselintervalle als die Longlife-Vorgabe.
Symptome: Kurzes Rasseln beim Kaltstart, das nach Warmlaufen verschwindet, im fortgeschrittenen Stadium dauerhaftes Tickern, Leistungsabfall
Die Direkteinspritzung des FSI-Motors spült die Einlassventile nicht mit Kraftstoff, sodass sich Ölrückstände zu harten Kohlenstoffablagerungen aufbauen. Dies reduziert den Füllungsgrad und damit Leistung.
Symptome: Leistungsverlust bei höheren Drehzahlen, erhöhter Kraftstoffverbrauch, leichtes Ruckeln unter Last, Motor läuft im Kaltstart etwas unrund
Das AGR-Ventil des BVY 2.0 FSI verkokst durch direkte Einspritzung und Rückführung von Ölnebel; Motorsteuerleuchte mit NOx-Fehler, ruckeliger Lauf und Leistungsabfall bei Teillast sind die Folge.
Symptome: Motorsteuerleuchte NOx-Fehler, Ruckelnd unter Teillast, Leistungsverlust, sporadische Startschwierigkeiten
Defekte oder verschlissene Kurbelgehäuseentlüftung lässt Ölnebel in den Ansaugtrakt gelangen. Dies erhöht den Ölverbrauch und verstärkt die Verkokung der Einlassventile. Longlife-Ölintervalle verschärfen das Problem.
Symptome: Ölstand sinkt zwischen Ölwechseln merklich, leichter Ölgeruch aus dem Motorraum, bläulicher Auspuffrauch bei Kaltstart
Fahrzeug-Schwachstellen 13
Der Passat B6 rostet an Motorhaube, Heckklappe, Türen, Radläufen und A-Säulen. Unzureichender Hohlraumschutz hinten und scharfe Bohrlöcher in Blechverbindungen begünstigen Zinkblasen und flächige Korrosion ab ca. 2–3 Jahren.
Das 6-Gang-DSG (DQ250) des Passat B6 leidet unter Mechatronik-Ausfällen, die das Fahrzeug in den Notlauf zwingen. Ruckartige Schaltvorgänge, falsche Ölfüllung ab Werk und Kupplungsverschleiß sind typische Vorboten.
Tragfedern des Passat B6 brechen, was zu gefährlicher Schrägstellung des Fahrzeugs führt. Besonders betroffen sind Fahrzeuge mit vielen km im Stadtbetrieb. Fahrwerksfedern sind eine bekannte Schwachstelle des Modells.
Radlager des Passat B6 verschleißen früher als üblich — sowohl vorne als auch hinten. Schäden an vorderen Radlagern sind schon bei 100.000–150.000 km dokumentiert; beim Passat Variant trifft es auch die Hinterachse.
Das Lenkgetriebe des Passat B6 entwickelt Knack- und Klopfgeräusche bei vollem Lenkeinschlag und zeigt erhöhtes Lenkungsspiel. Ein neues Lenkgetriebe kostet inkl. Einbau über 2.000 Euro.
Die elektrische Feststellbremse des Passat B6 zeigt Ausfälle durch defekte Stellmotoren an den hinteren Bremssätteln. Bei Defekt kann die Bremse weder angelegt noch gelöst werden, was den Abschleppservice erfordert.
Bei 4Motion-Varianten des Passat B6 versagt die Haldex-Kupplung durch verstopfte Ölfilter oder Pumpenausfälle, wenn das Ölwechselintervall (60.000 km) nicht eingehalten wird. Das Fahrzeug fährt dann nur noch mit Vorderradantrieb.
Rund um die hintere Kennzeichenbeleuchtung tritt beim Passat B6 typischer Rost auf, der durch unzureichende Versiegelung an den Bohrungen der Beleuchtungseinheit entsteht. VW überarbeitete das Design ab Oktober 2007.
Beim 2.0 TDI BMP/BMR verliert das Kühlsystem Flüssigkeit über die Wasserpumpe oder den AGR-Kühler. Kühlmittel verdampft im Betrieb ohne sichtbare Tropfen. Zylinderkopf bei Verschleppung gefährdet.
Elektrische Fensterheber des Passat B6 fallen aus, oft durch defekte Mikroschalter in den Türsteuergeräten. Auch die Zentralverriegelung zeigt Ausfälle einzelner Türen, häufig durch Kabelbrüche im Türgelenk.
Stellmotoren der Klimaanlage im Passat B6 fallen aus und verursachen unkontrollierte Temperatur- oder Luftverteilung. Die Climatronic erkennt defekte Servos oft nicht korrekt und zeigt sporadische Fehlfunktionen.
Das hydraulische Lenkgetriebe des Passat 3C verliert Servoöl durch verschlissene Simmerringe. Einzeldichtungen nicht lieferbar, Austausch des kompletten Lenkgetriebes erforderlich.
Beim Passat 3C (B6) versagen die Heizelemente in der Sitzfläche während die Rückenlehne überhitzt oder kalt bleibt. Kabelbrüche im Polster oder defekte Heizmatten erfordern den Tausch des kompletten Sitzbezugs. Kosten ca. 470–769 €.
Berichte & Tests
Der Passat B6 zeigt schon bei der ersten Hauptuntersuchung überdurchschnittliche Fahrwerksmängel, die sich mit dem Alter deutlich verschärfen.
Der Passat B6 bewegt sich in der Pannenbilanz im Klassenmittel, typische Pannenschwerpunkte liegen bei AGR-Ventil und Turbolader.