Alfa Romeo 3.2 V6
Letzter Einsatz des Busso-V6 in einem Alfa Romeo — 3,2 Liter mit JTS-Direkteinspritzung, 260 PS im 159 und Brera. Gleicher 60-Grad-Winkel und DOHC-24V-Aufbau wie der legendäre 932A.000, aber mit moderner Kraftstoffaufbereitung. Der Sound bleibt Busso-typisch vielschichtig und heulend ab 5.000 U/min, die Leistungsentfaltung ist fülliger im mittleren Drehzahlbereich als beim reinen Sauger der GTA-Modelle. Im 159 deutlich schwerer als im 147/156 — das Mehrgewicht kostet Agilität, bringt aber Langstreckenkomfort. Q4-Allradantrieb im Brera verteilt die 300 Nm besser, filtert aber den Hinterachs-Charakter. Steuerkette (drei Ketten), kein Zahnriemen. 10W-60 Öl bleibt Pflicht.
260 PS Busso-V6 in der Sportlimousine — der letzte seiner Art
Der 159 3.2 V6 mit Handschaltung ist der letzte Alfa mit Busso-Motor und manuellem Getriebe — danach war Schluss mit dem legendären Sechszylinder. Der Motor heult ab 5.000 U/min mit dem typischen Busso-Sound, der 159 ist deutlich schwerer als der alte 156 GTA und dadurch weniger nervös. Die Sechsgang-Handschaltung ist lang übersetzt, passt aber zum Charakter: auf der Autobahn souverän, auf der Landstraße mit manuellem Rückschalten ins Drehzahlband des Motors. Einer der seltensten 159er — die meisten Käufer griffen zur Automatik.
Motor-Schwachstellen 5
Steuerkettenverschleiß ist beim 3.2 V6 JTS der 159/Brera bekannt. Rasseln beim Kaltstart ist ein Alarmsignal. Reparatur ist teuer und Ersatzteile schwer verfügbar.
Symptome: Metallisches Rasseln beim Kaltstart, das nach Erwärmen nachlässt
Direkteinspritzung des 3.2 V6 JTS verhindert Selbstreinigung der Einlassventile. Ablagerungen entstehen besonders bei Kurzstreckenbetrieb.
Symptome: Leistungsverlust, rauer Lauf, Zündaussetzer
Das Drallklappensystem des 1.9 JTDm zeigt dieselbe Schwachstelle wie alle JTDm-Derivate. EGR-Verkokung und Buchsenverschleiß am Betätigungsgestänge. Klappenabbruch in Zylinder möglich. Blanking-Kit als Dauerlösung.
Symptome: Motorkontrollleuchte P2279/P2075, Leistungsabfall, Ruckeln im unteren Drehzahlbereich
Der AGR-Kühler korrodiert und lässt Kühlwasser in den Abgaskanal. Identisches Problem wie alle 939er 1.9 JTDm Varianten. Fehldiagnose als Zylinderkopfdichtungsdefekt häufig. AGR überbrücken als Diagnosetest.
Symptome: Weißer Rauch nach Kaltstart, Kühlmittelverlust, kein Öl-Wasser-Gemisch
Vorglührelais und Signalkabel zum Vorglühsteuergerät des 1.9 JTDm 8V fallen aus. Das Relais ist für alle JTD/JTDm-Motoren des 939er Baujahrs kompatibel (Teilenr. 51888255). Ersatz kostet 50–300 € Teile plus Arbeitszeit.
Symptome: 'Vorglühanlage nicht verfügbar' im Display, Schwierigkeiten beim Kaltstart, verlängertes Vorglühen
Fahrzeug-Schwachstellen 8
Vorderer Hilfsrahmen (Motorträger), hinterer Achskörper und Schweller rosten ohne ausreichenden Werkschutz. Besonders bei TI-Modellen gammeln Bereiche hinter Verkleidungen unbemerkt. Hilfsrahmen-Ersatz kostet ca. 1.000 € plus Einbau.
M32-Getriebe (in 1.9 JTDM und 1.9 JTS verbaut) entwickelt Lagergeräusche ab ca. 100.000–190.000 km. Getrieberevision ohne Ein-/Ausbau kostet ca. 1.100 €. Alternative: Umbau auf das robustere F40-Getriebe möglich.
Bei 159 und Brera 939 können multiple Elektronikkomponenten gleichzeitig ausfallen: Fensterheber, Klimaanlage, Bose-Audio, Xenon, Türsteuergeräte. Ursache oft defektes Karosseriesteuergerät (Body Computer). Tausch 800–2.000 €.
Querlenker-Buchsen und Gelenke der Vorderachse des 159 verschleißen merklich. Sichtinspektion bei Kaufbesichtigung empfohlen. Am Ende der Lebensdauer deutliche Klopfgeräusche hörbar. Regelmäßige Erneuerung alle 100.000–150.000 km einplanen.
Lenkgetriebe der 159-Modelle bis 2007 neigt zu Undichtigkeiten mit Quietsch- und Knackgeräuschen beim Lenken. Ab Modelljahr 2008 überarbeitetes Lenkgetriebe verbaut. Undichtes Lenkgetriebe belastet Hydraulik-Servolenkung.
Das Kühlsystem des 159 (besonders 2.4 JTD) neigt zu Luftblasenbildung, besonders nach Reparaturen. Mehrere Entlüftungspunkte müssen beachtet werden. Symptome: Kühlwasser kocht über, Heizung funktioniert nur bei hoher Drehzahl.
Die Klimaanlage des 159 verliert regelmäßig Kältemittel durch Steinschläge am Kondensator oder undichte Verbindungen. Korrekte Füllmenge 550 g — häufig werden nur 490 g eingefüllt. Undichtigkeiten nur per UV-Tracer nach Tagen sichtbar.
Die Bremsscheiben des 159 (besonders Spider-Variante) rosten bereits nach 4 Tagen Standzeit stark an. Beim Anfahren entsteht Schleifen und Rattern. Nach ca. 10 km normalisiert sich das Bremsgefühl, trotzdem erhöhter Scheibenverschleiß.
Berichte & Tests
Nur rund 58,5 Prozent der sieben Jahre alten Alfa 159 bestehen die Hauptuntersuchung beim ersten Anlauf – ein deutlich schlechterer Wert als bei vergleichbaren deutschen Wettbewerbern. Besonders die Dieselmotoren bereiten erhebliche Probleme bis hin zu Totalschäden. Bremsscheiben und Fahrwerk verschleißen überdurchschnittlich schnell.