Alfa Romeo 1.4 8V
Die 70-PS-Version des 1,4-Liter-FIRE — minimal stärker als der 350A1000, für den gleichen Einsatzzweck: günstiger Stadtverkehr mit niedrigen Unterhaltskosten.
Alfa nur auf dem Papier
70 PS im MiTo — da hilft auch das Alfa-Logo nicht. Dazu nur 5-Gang-Getriebe mit langen Übersetzungen, die dem ohnehin schwachen Motor jede Spritzigkeit nehmen.
Motor-Schwachstellen 6
Gleiche FIRE-Technik wie 955A1000/350A1000 — Zahnriemen alle 60.000–80.000 km oder 5 Jahre. Bei Riss Ventilkollision und Motorschaden.
Symptome: Schlagartiger Motorstillstand, lautes metallisches Geräusch, Motor springt nicht mehr an.
Kurbelwellensensor des FIRE-Motors liegt ungeschützt. Feuchtigkeitseinbruch verursacht intermittierende Motorabsteller, besonders bei Nässe.
Symptome: Motor geht bei Regen aus, springt nicht an, intermittierende Startprobleme.
Das Wastegate-Stellglied bzw. das Magnetventil der Ladedruckregelung kann durch Alterung oder mechanische Abnutzung falsche Ladedruckwerte liefern. Folge sind Leistungsverlust, Notlaufprogramm oder Ladedruckfehler P0234.
Symptome: Plötzlicher Leistungsverlust, Notlaufmodus, Motorwarnleuchte mit Ladedruckfehler P0234
Einzelne Zündspulen des 1.4 Turbo versagen typischerweise bei Vollast oder nach langer Autobahnfahrt. Nach dem Kühlen erholt sich die Spule kurzzeitig; für eine sichere Diagnose ist das Umstecken der Spulen zwischen Zylindern nötig.
Symptome: Rucken und Aussetzer unter Vollast, Motorwarnleuchte blinkt, Motor dreht nur bis ca. 3.000 U/min durch
Die Lichtmaschine des 1.4 FIRE 70 PS kann nach hoher Laufleistung die Wicklungen oder den Regler verlieren. Typisches Frühwarnzeichen ist eine Ladekontrollleuchte oder unregelmäßige Bordspannung. Ein kompletter Ausfall entlädt die Batterie während der Fahrt.
Symptome: Ladekontrollleuchte leuchtet, Batterie entlädt sich während der Fahrt, Spannungsschwankungen am Bordnetz, Startprobleme
Der Anlasser des 1.4 FIRE 70 PS altert und dreht durch, ohne zuverlässig einzuspuren. Das Problem zeigt sich zunächst sporadisch und wird mit der Zeit schlimmer, bis der Motor nicht mehr anspringt. Auslöser sind meist verschlissene Ritzel oder ein defektes Freilaufgesperre.
Symptome: Motor springt nur nach mehrfachem Anlassen an, Anlasser dreht durch ohne Einzuspuren, knirschendes Geräusch beim Start
Fahrzeug-Schwachstellen 14
Fehler im Airbag-Treibsatzsystem: Die zweite Stufe kann bei einem Unfall versagen oder nicht auslösen. Betrifft Fahrzeuge von September 2010 bis Dezember 2015. Beim Händler prüfen lassen.
Hintere Bremssättel fressen sich durch Korrosion fest, insbesondere bei Fahrzeugen die selten stärker gebremst werden. Bremskolben rosteten durch Salzeintrag, Bremsscheiben rosten durch hohen Eisengehalt besonders schnell an.
Gelenke der Vorderachse verschleißen besonders bei stärker motorisierten Varianten überdurchschnittlich früh. TÜV-Prüfer beanstanden defekte Gelenke häufig. Lenkungsspiel und Ölverlust ebenfalls wiederkehrende HU-Mängel.
Klimaanlage verliert Kältemittel oder der Kompressor versagt. Kondensator wird durch Steinschlag beschädigt. Kältemittelauffüllung häufige Maßnahme bei Fahrzeugen über 100.000 km. Reparatur aufwendig.
Feuchtigkeit dringt durch undichte Windschutzscheibendichtungen oder verstopfte Klimaablaufschläuche in den Innenraum ein. Besonders Beifahrerfußraum betroffen. Schimmelgefahr bei unentdecktem Wasserantritt.
Der Klimakompressor verliert frühzeitig an Leistung oder fällt komplett aus. Der Kondensator wird durch Steinschlag beschädigt und verliert Kältemittel. Reparatur teuer, besonders der Kompressortausch.
Wasser dringt durch undichte Windschutzscheibendichtung oder verstopfte Klima-Ablaufschläuche in den Beifahrer-Fußraum. Feuchtigkeit kann Steuergeräte unter dem Teppich beschädigen.
Domlager und Koppelstangen sowie hintere Radlager sind bekannte, aber preiswerte Schwachstellen des MiTo. Vorderachs-Gelenke zeigen ebenfalls frühen Verschleiß. Teile günstig erhältlich — Reparaturen kostengünstig.
Schweißnähte an Motorhaube, Heckklappe und Türen wurden schlecht vorbehandelt — Lack platzt ab und Rost setzt ein. Typisch um den Heckklappe-Emblem-Bereich. Optisches Problem, das aufwendige Lackierarbeiten erfordert.
Rückleuchten nehmen Feuchtigkeit auf, was zu Leuchtmittelausfällen und Korrosion der Kontakte führt. Bekanntes Problem bei älteren Exemplaren. Dichtungsprüfung und ggf. Trockenmittel als Vorbeugung.
Armaturenbrett und Innenverkleidungen entwickeln bei höherer Laufleistung ausgeprägte Knarzer und Klappern. Rückenlehnenverstellung der Sitze versagt gelegentlich. Typisches Langzeitproblem, das Wert mindert.
Zentralverriegelung, Fensterheber und Kleinsteuergeräte können durch defekte Relais, Sicherungen oder Kabelbrüche im Heckklappenbereich ausfallen. Massepunkte sind eine bekannte Schwachstelle bei älteren Exemplaren.
Die vorderen Koppelstangen am Stabilisator und die Achsgelenke verschleißen frühzeitig. Wird regelmäßig bei TÜV-Prüfungen beanstandet. Günstige Reparatur, aber häufig wiederkehrend.
Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und Kleinsteuergeräte fallen durch defekte Relais oder gebrochene Kabel im Heckklappenbereich aus. Kabelbrüche durch Biegung beim Öffnen.
Berichte & Tests
Der MiTo gilt beim TÜV als Problemkandidat: Bereits nach fünf Jahren zeigen sich deutliche Schwächen, und die Mängelquote liegt bei jungen Fahrzeugen bis drei Jahre mit 15,6 Prozent klar über dem Durchschnitt. Hauptkritikpunkte sind Vorderachs-Gelenke, Bremsen, Lenkspiel und Ölverlust.