Alfa Romeo 1.4 Turbo
Der 1,4-Liter-Turbo mit 155 PS ist der Einstiegs-Turbomotor im MiTo — kernig, drehfreudig, mit spürbarem Turbo-Punch ab 2.500 U/min. Für den leichten MiTo (1.145 kg) ausreichend motorisiert. DNA-Fahrprogramm (Dynamic, Normal, All Weather) verändert Gasannahme und Lenkung spürbar. Kein MultiAir, dadurch einfacher in der Technik als die späteren Varianten.
Frecher Kleiner mit Turbo-Biss
155 PS aus 1,4 Litern machen den MiTo zum lebhaften Stadtfloh. Sportliches Fahrwerk, direkte Lenkung und echter Alfa-Charakter — für einen Kleinwagen überraschend intensiv.
Motor-Schwachstellen 6
Der stärker belastete Turbolader der 155-PS-Variante neigt bei Vernachlässigung der Ölwechselintervalle zu vorzeitigem Verschleiß. Lambdakontrolle und Wastegate bekannte Ausfallpunkte.
Symptome: Nachlassende Beschleunigung, Ladedruckpfeifen hört auf, kein Schub im oberen Drehzahlbereich, gelegentlich blaue Abgase.
Das M32-Sechsganggetriebe hat unterdimensionierte Lager. Versagen vorzeitig seit Lieferantenwechsel ca. 2009. Betrifft alle Leistungsstufen mit 6-Gang-Schaltung.
Symptome: Summgeräusche im 5./6. Gang, Wandern des Schalthebels unter Last, Surren nimmt mit Geschwindigkeit zu.
Wie beim 1.9 JTD verliert der Gummi-O-Ring am Saugrohr der Ölpumpe um 70.000–80.000 km seine Elastizität. Luft gelangt in die Pumpe, was den Öldruck am Kaltstart zunächst kurz absenkt; bleibt das Problem unbehandelt, droht Motorschaden.
Symptome: Kurzes Klackern beim Kaltstart, sporadische Öldruckwarnung, verschwindet nach Warmlauf
Bei hoher Laufleistung erhöhter Ölverbrauch durch Turbolagerverschleiß und nachlassende Kolbenringe. Bremsmanöver aus hoher Drehzahl saugen Öl durch Turbo in Brennraum.
Symptome: Blaue Abgaswolken beim Anfahren nach Bergabphasen, Ölverbrauch 0,5–1 l/1.000 km, Öl im Luftfilterkasten.
Undichte Injektoren führen zu unverbranntem Kraftstoff im Brennraum, der die Glühkerzen thermisch überlastet und nach wenigen hundert Kilometern zerstört. Ursache ist fast immer ein Injektor-Leck, nicht die Glühkerze selbst.
Symptome: Schlechtes Kaltstart-Verhalten, Motorwarnleuchte, Glühzeichen leuchtet dauerhaft, Rußfahne beim Start
Ab ca. 120.000 km klebt das AGR-Ventil durch Rußablagerungen. Bei geöffnet klemmendem Ventil gelangen übermäßig viele Abgase in den Ansaugtrakt; der Motor startet kaum noch oder läuft im Leerlauf sehr unruhig.
Symptome: Unrunder Leerlauf, schlechtes Anspringen, Motor geht im Leerlauf aus, erhöhter Rußanteil
Fahrzeug-Schwachstellen 14
Fehler im Airbag-Treibsatzsystem: Die zweite Stufe kann bei einem Unfall versagen oder nicht auslösen. Betrifft Fahrzeuge von September 2010 bis Dezember 2015. Beim Händler prüfen lassen.
Hintere Bremssättel fressen sich durch Korrosion fest, insbesondere bei Fahrzeugen die selten stärker gebremst werden. Bremskolben rosteten durch Salzeintrag, Bremsscheiben rosten durch hohen Eisengehalt besonders schnell an.
Gelenke der Vorderachse verschleißen besonders bei stärker motorisierten Varianten überdurchschnittlich früh. TÜV-Prüfer beanstanden defekte Gelenke häufig. Lenkungsspiel und Ölverlust ebenfalls wiederkehrende HU-Mängel.
Klimaanlage verliert Kältemittel oder der Kompressor versagt. Kondensator wird durch Steinschlag beschädigt. Kältemittelauffüllung häufige Maßnahme bei Fahrzeugen über 100.000 km. Reparatur aufwendig.
Feuchtigkeit dringt durch undichte Windschutzscheibendichtungen oder verstopfte Klimaablaufschläuche in den Innenraum ein. Besonders Beifahrerfußraum betroffen. Schimmelgefahr bei unentdecktem Wasserantritt.
Der Klimakompressor verliert frühzeitig an Leistung oder fällt komplett aus. Der Kondensator wird durch Steinschlag beschädigt und verliert Kältemittel. Reparatur teuer, besonders der Kompressortausch.
Wasser dringt durch undichte Windschutzscheibendichtung oder verstopfte Klima-Ablaufschläuche in den Beifahrer-Fußraum. Feuchtigkeit kann Steuergeräte unter dem Teppich beschädigen.
Domlager und Koppelstangen sowie hintere Radlager sind bekannte, aber preiswerte Schwachstellen des MiTo. Vorderachs-Gelenke zeigen ebenfalls frühen Verschleiß. Teile günstig erhältlich — Reparaturen kostengünstig.
Schweißnähte an Motorhaube, Heckklappe und Türen wurden schlecht vorbehandelt — Lack platzt ab und Rost setzt ein. Typisch um den Heckklappe-Emblem-Bereich. Optisches Problem, das aufwendige Lackierarbeiten erfordert.
Rückleuchten nehmen Feuchtigkeit auf, was zu Leuchtmittelausfällen und Korrosion der Kontakte führt. Bekanntes Problem bei älteren Exemplaren. Dichtungsprüfung und ggf. Trockenmittel als Vorbeugung.
Armaturenbrett und Innenverkleidungen entwickeln bei höherer Laufleistung ausgeprägte Knarzer und Klappern. Rückenlehnenverstellung der Sitze versagt gelegentlich. Typisches Langzeitproblem, das Wert mindert.
Zentralverriegelung, Fensterheber und Kleinsteuergeräte können durch defekte Relais, Sicherungen oder Kabelbrüche im Heckklappenbereich ausfallen. Massepunkte sind eine bekannte Schwachstelle bei älteren Exemplaren.
Die vorderen Koppelstangen am Stabilisator und die Achsgelenke verschleißen frühzeitig. Wird regelmäßig bei TÜV-Prüfungen beanstandet. Günstige Reparatur, aber häufig wiederkehrend.
Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und Kleinsteuergeräte fallen durch defekte Relais oder gebrochene Kabel im Heckklappenbereich aus. Kabelbrüche durch Biegung beim Öffnen.
Berichte & Tests
Der MiTo gilt beim TÜV als Problemkandidat: Bereits nach fünf Jahren zeigen sich deutliche Schwächen, und die Mängelquote liegt bei jungen Fahrzeugen bis drei Jahre mit 15,6 Prozent klar über dem Durchschnitt. Hauptkritikpunkte sind Vorderachs-Gelenke, Bremsen, Lenkspiel und Ölverlust.