Alfa Romeo 3.2 V6
Letzter Einsatz des Busso-V6 in einem Alfa Romeo — 3,2 Liter mit JTS-Direkteinspritzung, 260 PS im 159 und Brera. Gleicher 60-Grad-Winkel und DOHC-24V-Aufbau wie der legendäre 932A.000, aber mit moderner Kraftstoffaufbereitung. Der Sound bleibt Busso-typisch vielschichtig und heulend ab 5.000 U/min, die Leistungsentfaltung ist fülliger im mittleren Drehzahlbereich als beim reinen Sauger der GTA-Modelle. Im 159 deutlich schwerer als im 147/156 — das Mehrgewicht kostet Agilität, bringt aber Langstreckenkomfort. Q4-Allradantrieb im Brera verteilt die 300 Nm besser, filtert aber den Hinterachs-Charakter. Steuerkette (drei Ketten), kein Zahnriemen. 10W-60 Öl bleibt Pflicht.
Spider 939 — der letzte offene Busso-Alfa
Der 939 Spider ist der letzte offene Alfa Romeo mit Busso-V6 — danach war Schluss mit dem legendären Sechszylinder in einem Cabriolet. Dach runter, die JTS-Direkteinspritzung feuert los, ab 4.500 U/min heult der 60-Grad-V6 unter freiem Himmel — ein Abschiedskonzert einer Motorenfamilie, die 1979 begann. Die Aisin-Automatik ist der einzige Wermutstropfen: brauchbar, aber nicht so direkt wie ein manuelles Getriebe. Als letzter seiner Art bereits im Wert steigend.
Motor-Schwachstellen 5
Steuerkettenverschleiß ist beim 3.2 V6 JTS der 159/Brera bekannt. Rasseln beim Kaltstart ist ein Alarmsignal. Reparatur ist teuer und Ersatzteile schwer verfügbar.
Symptome: Metallisches Rasseln beim Kaltstart, das nach Erwärmen nachlässt
Direkteinspritzung des 3.2 V6 JTS verhindert Selbstreinigung der Einlassventile. Ablagerungen entstehen besonders bei Kurzstreckenbetrieb.
Symptome: Leistungsverlust, rauer Lauf, Zündaussetzer
Das Drallklappensystem des 1.9 JTDm zeigt dieselbe Schwachstelle wie alle JTDm-Derivate. EGR-Verkokung und Buchsenverschleiß am Betätigungsgestänge. Klappenabbruch in Zylinder möglich. Blanking-Kit als Dauerlösung.
Symptome: Motorkontrollleuchte P2279/P2075, Leistungsabfall, Ruckeln im unteren Drehzahlbereich
Der AGR-Kühler korrodiert und lässt Kühlwasser in den Abgaskanal. Identisches Problem wie alle 939er 1.9 JTDm Varianten. Fehldiagnose als Zylinderkopfdichtungsdefekt häufig. AGR überbrücken als Diagnosetest.
Symptome: Weißer Rauch nach Kaltstart, Kühlmittelverlust, kein Öl-Wasser-Gemisch
Vorglührelais und Signalkabel zum Vorglühsteuergerät des 1.9 JTDm 8V fallen aus. Das Relais ist für alle JTD/JTDm-Motoren des 939er Baujahrs kompatibel (Teilenr. 51888255). Ersatz kostet 50–300 € Teile plus Arbeitszeit.
Symptome: 'Vorglühanlage nicht verfügbar' im Display, Schwierigkeiten beim Kaltstart, verlängertes Vorglühen
Fahrzeug-Schwachstellen 4
Das elektrische Faltverdeck des Spider 939 hat bekannte Schwachstellen: Kunststoffzahnräder in den Klappenmotoren brechen, Hydraulikflüssigkeit verseuchst sich mit Wasser. Steuergeräte nicht mehr lieferbar. Reparatur: 1.500–3.000 €, Nachrüst-Aluzahnräder ca. 85 €.
Die Bremsscheiben des Spider 939 rosten extrem schnell nach kurzen Standzeiten (bereits 4 Tage). Festgerostete Bremsscheiben führen zu deutlich verlängertem Bremsweg und lauten Schleifgeräuschen. Normalisierung erst nach ca. 10 km Fahrt. Problem besonders für selten genutzte Cabriolets.
Der Spider 939 teilt mit 159 und Brera die Schwäche undichter Klimakondensatoren durch Steinschläge. Kältemittel entweicht langsam, nur per UV-Tracer nach mehreren Tagen detektierbar. Kondensatortausch 300–600 €, Klimaservice 60–100 €.
Der Spider 939 (1.9/2.0 Diesel) hat bekannte Servolenkungsprobleme durch eine gelöste Hülse im Ansaugstutzen, die Luft ansaugt. Ein veränderter Ausgleichsbehälter (51880990) mit grünem Tutela GI/R-Öl behebt das Problem. Kosten: 35–400 €.