Audi S5
EA897 evo (3. Generation 3.0 TDI), verbaut ab 2016 in A4 B9, A6 C8 und Q5 FY. Die vollelektronisch geregelte Ölpumpe senkt den Druck im Leerlauf bewusst ab — ein Konstruktionsmerkmal, das im Alter zum Verhängnis werden kann. Nockenwellenbrüche und niedrigen Öldruck sind bekannte Großschadensbilder.
347 PS Diesel — Drehmomentmonster im Sportback
700 Nm aus dem 3.0 TDI mit elektrischem Verdichter machen den S5 Sportback TDI zum Langstrecken-Express. Der Dieselantritt ist brachial, die 48V-Mildhybridisierung sorgt für sanftes Segeln. Im Alltag sparsamer als der TFSI, auf der Autobahn kaum langsamer.
Motor-Schwachstellen 5
Die ECU-gesteuerte Ölpumpe senkt den Druck im Leerlauf auf ca. 1,0–1,4 bar. Bei hoher Autobahn-Öltemperatur und Lagerverschleiß reicht dieser Druck nicht mehr aus — Pleuellager fressen bereits ab 150.000 km.
Symptome: Öldruckwarnung im Leerlauf oder bei Landstraßenfahrt, Klopfgeräusche, in schweren Fällen Motorausfall
Alle 272-PS-Varianten bis Produktionsdatum Januar 2017 enthielten fehlerhafte Nockenwellen. Zahnflankengeräusche und Brüche sind möglich; Audi erkennt das Problem an, Kulanzansprüche sind laufleistungsabhängig.
Symptome: Klappern oder Klackern der Nockenwellen auch nach kurzem Warmlauf, rauer Lauf, in schweren Fällen plötzlicher Motorstillstand
Der EA897 verwendet vier Steuerketten — je eine pro Zylinderbank, eine verbindende Kette und eine für die Ölpumpe. Alle Ketten, Spanner und Gleitschienen müssen gemeinsam erneuert werden.
Symptome: Rasseln beim Kaltstart, metallisches Klopfen beim Gasanlegen, Motorleuchte mit Nockenwellenfehlern
Injektorausfälle mit Ölverdünnung durch Kraftstoffeintrag. Bei EA897 evo seltener als bei Vorgängern, aber teure Reparatur: Austausch mehrerer Injektoren kann 4.000€ kosten.
Symptome: Rauer Motorlauf, Ölstand steigt (Kraftstoffeintrag), starke Rußentwicklung, erhöhter Verbrauch
Der 3.0 TDI im SQ5/S4 B9 benötigt ausreichend lange Fahrstrecken für die DPF-Regeneration. Bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb akkumuliert Asche im Filter. Ab 45 g Beladung droht keramisches Verschmelzen.
Symptome: Motorwarnleuchte 'Partikelfilter Systemstörung', spürbare Leistungsreduzierung (Notlauf), erhöhter Kraftstoffverbrauch. DPF-Regeneration läuft häufiger und länger.
Fahrzeug-Schwachstellen 11
Oxidation am Verbindungskabel des Sitzbelegungssystems (PODS) führt zu Fehlerdiagnose, die den Beifahrerairbag deaktiviert obwohl der Sitz besetzt ist. Ca. 243.000 Fahrzeuge betroffen.
Spannungsrisskorrosion an der Befestigungsmutter der Hinterachse kann Spiel zwischen Querlenker und Radträger verursachen. Bei Folgeaktion 42L5 wurde Spurvermessung versäumt, was zu einseitigem Reifenverschleiß führte.
Display erlischt während der Fahrt, nur Tacho und Drehzahl bleiben sichtbar. HUD fällt zeitgleich aus, Lenkradtasten reagieren nicht mehr. Softwareupdate hilft meist, selten ist Tausch der Einheit nötig.
Bei höheren Laufleistungen verschleißen Querlenkerlager und Gelenke an der Vorderachse. Sportfahrwerk-Auslegung begünstigt frühzeitigen Verschleiß der Gummilager, besonders bei häufigem Autobahneinsatz.
Das S-Tronic-Getriebe zeigt gelegentlich ruckartige Schaltvorgänge. Bei vernachlässigtem Getriebeölwechsel (Intervall 50.000–60.000 km) verschärfen sich Ruckeln und verzögerte Gangwechsel. Unter Vollast harter Schlag beim Hochschalten.
Navigationsfavoriten löschen sich selbst, Navi initialisiert sich während der Fahrt neu. Bluetooth-Verbindungen werden vergessen, Wireless CarPlay funktioniert sporadisch nicht.
Serienmäßige Sportbremsscheiben und -beläge verschleißen bei sportlicher Fahrweise deutlich schneller als beim A5. Bremsscheiben verziehen sich bei starker Hitzeeinwirkung. Vorderachse stärker betroffen.
Die Dichtung der dritten Bremsleuchte wird porös und lässt Wasser in die Heckklappe eintreten. Wasser kann teure Antennenmodule beschädigen. Betrifft den Sportback.
Frühe F5-Modelle bis Ende 2017 wurden mit nicht-rostfreien Abgasanlagen ausgeliefert. Ab Frühjahr 2018 verbaut Audi serienmäßig Edelstahl. Eisenrost an Mittel- und Endschalldämpfer typisch.
Starterbatterie zeigt nach wenigen Jahren Fehlermeldungen zu geringer Bordnetzspannung. Zahlreiche Steuergeräte im F5 belasten das Bordnetz dauerhaft. Kaltstartprobleme im Winter als frühes Warnsignal.
Verkleidungsteile an A-, B- und C-Säule sowie Armaturenbrett erzeugen bei Temperaturen um 20–25 °C Knarzgeräusche. Beim Cabriolet verstärkt durch Karosserieverwindung.