BMW 550i
Das Technical Update löste das schlimmste Problem der ersten Generation — weg von den Piezo-Injektoren, neue Kolbenringe, Valvetronic. Der Charakter blieb: ein souveräner V8, der im Komfort-Modus kaum zu hören ist und im Sport ein kraftvolles Grollen aus der Ferne schickt. Hot-V-Hitzestau bleibt konstruktionsbedingt — kurze Ölwechselintervalle (max. 7.000 km) sind Pflicht, kein optionales Extra.
Der ruhige Mann mit dem V8-Hammer
450 PS in Komfortzwirn — im Comfort kaum zu hören, im Sport ein kraftvolles Grollen aus der Ferne. Wie ein durchtrainierter Sportler im gut sitzenden Anzug. TU-Version deutlich weniger Probleme als der Ur-N63.
Motor-Schwachstellen 5
Steuerkettensystem bleibt schwaches Glied auch im TU. Führungsschienen aus Kunststoff degradieren. Ab 120.000–150.000 km vorbeugender Tausch empfehlenswert. Reparatur erfordert vollständigen Motorausbau (~40 Arbeitsstunden).
Symptome: Rasseln bei Kaltstart, Motorwarnleuchte, im Extremfall lautes Klackern und Motorversagen
Trotz Überarbeitung können Ventilschaftdichtungen bei hoher Laufleistung verschleißen. Ölverbrauch von 0,5–1 L/5.000 km wird von TU-Besitzern gemeldet. Signifikant besser als Ur-N63, aber nicht vollständig eliminiert.
Symptome: Leicht erhöhter Ölverbrauch, gelegentlich leichter blauer Rauch beim Kaltstart, Ölstand-Warnleuchte früher als erwartet
Hot-V-Design bleibt konstruktionsbedingt anfällig für Ölkohlebildung in den Turbo-Zulaufleitungen. Sofortiges Abstellen nach Hochlastfahrten begünstigt Ablagerungen und vorzeitigen Turbo-Verschleiß.
Symptome: Leistungsverlust unter Last, gelegentliches Zischen oder Pfeifen aus dem Motorraum, seltener blauer Rauch nach Autobahnetappe
Kühlschläuche und Entlüftungsleitungen im Bereich der Turbolader leiden unter Dauerhitze. Risse entstehen oft im Betrieb und lecken nur bei Betriebstemperatur, was die Diagnose erschwert.
Symptome: Periodische Kühlmittelwarnleuchte, Verlust ohne sichtbare Pfütze, gelegentlicher Kühlmittelgeruch nach dem Abstellen
Direkteinspritzung ohne Einlassventilspülung — Kohlenstoffablagerungen an Einlassventilen nehmen mit der Laufleistung stetig zu. Walnut-Blasting regelmäßig erforderlich.
Symptome: Leistungsverlust im Teillastbetrieb, unrunder Leerlauf, erhöhter Kraftstoffverbrauch bei gleichem Fahrstil
Fahrzeug-Schwachstellen 7
Die Steuerkette der N47-Diesel und N20-Benziner längt sich vorzeitig. Rasseln beim Kaltstart ist Warnsignal. Bei Überspringen der Kette droht Motorschaden.
Der Kabelbaum zwischen Motor und Getriebesteuergerät kann auf den heißen DPF fallen. Isolierung schmilzt, Masseschluss erzeugt über 38 Fehlercodes gleichzeitig, Fahrzeug geht in Notlauf.
Beim N57 werden Öl-Rücklaufleitungen vom Turbolader undicht, auch Kurbelgehäusedichtungen und Zylinderkopfhaubendichtungen sind betroffen. Ölpfützen unter dem Fahrzeug möglich.
Ein Kunststoff-Kühlmittelflansch am Ölfiltergehäuse bekommt Haarrisse und verliert Kühlmittel. Betrifft vor allem N47-Diesel-Varianten. Haarriss ist mit bloßem Auge kaum erkennbar.
Undichte hintere Türverkleidungen können Feuchtigkeitsschäden im Fußraum verursachen. Bekannter Schwachpunkt beim F10/F11. Bei Besichtigung auf Feuchte im Innenraum prüfen.
Ältere F10-Modelle (bis ca. 2011) ziehen trotz erneuter Achsvermessung stetig nach rechts. Lösung ist meist der komplette Austausch des Lenkgetriebes.
Die Butyl-Klebeverbindung der Schallschutzfolie in den Hintertüren löst sich. Regenwasser kann dann nicht mehr zur Türunterkante abgeleitet werden und tritt in den Fußraum ein.
Berichte & Tests
Der 5er F10 zeigt beim TÜV starke Bremswerte, fällt aber durch häufigen Ölverlust und Mängel an der vorderen Beleuchtung auf.
In der Pannenstatistik gehört der F10 zu den pannensichersten Fahrzeugen der oberen Mittelklasse.