Fiat Multipla
1.9L JTD mit 77 kW im Multipla 186 (2001–2006). Frühe JTD-Generation. Solider Grundmotor, jedoch ältere Einspritztechnik anfälliger. EGR und Zahnriemen sind die wichtigsten Wartungspunkte.
Diesel passt besser
Der JTD harmoniert dank Drehmoment besser mit der Multipla — präzise wie ein Kart um die Ecken. Für das Konzept die richtige Wahl, Spaß bleibt relativ.
Motor-Schwachstellen 4
Fahrzeuge aus dem Baujahr 2001–2006 haben ein erhöhtes Risiko für vernachlässigte Zahnriemenwechsel. Altersbedingte Versprödung kann bereits vor 120.000 km zum Riss führen. Wechsel alle 5 Jahre ist Pflicht.
Symptome: Plötzlicher Motorstillstand, Startergeräusch ohne Anlauf, mechanische Schäden an Kolben und Ventilen
Der VTG-Turbolader des frühen JTD neigt bei Vernachlässigung der Ölwechselintervalle zu Schmiermittelverkokung an den Leitschaufeln. Folge ist kein Ladedruckaufbau mehr.
Symptome: Fehlender Ladedruck, Leistungsverlust, blaue Abgase nach dem Anlassen
Das AGR-Ventil dieser frühen JTD-Generation ist besonders anfällig für Rußablagerungen. Bei typischem Stadtbetrieb des Multipla ist der Verschleiß erhöht. Verklebtes AGR-Ventil führt zu Ruckeln und Leistungsverlust im Teillastbereich.
Symptome: Ruckeln und Leistungsverlust im Teillastbereich, erhöhter Verbrauch, gelegentlich Motorwarnleuchte
Bei hoher Laufleistung entstehen durch Materialermüdung Leckagen an den Injektoren, die den Raildruck verringern. Defekter Injektor verhindert sauberen Start des Motors.
Symptome: Startschwierigkeiten nach Standzeit, unrunder Motorlauf, Raildruck nicht aufgebaut
Fahrzeug-Schwachstellen 10
Der 1.6-16V-Benziner neigt zu frühzeitigen Zahnriemenrissen, häufig ausgelöst durch verschlissene Spannrollen. Empfohlenes Wartungsintervall liegt bei maximal 60.000 km oder 4 Jahren.
Die Erdgas-/Benzin-Bipower-Variante leidet unter Ventilverkokung im Gasbetrieb, da Erdgas die Reinigungsfunktion von Benzin an den Einlassventilen nicht übernimmt.
An älteren Multipla-Exemplaren rosten Bremsleitungen und spröden die Bremsschläuche aus. Dies stellt ein ernstes Sicherheitsrisiko dar.
Das Getriebe des Multipla neigt zu Geräuschentwicklung im Schiebebetrieb, die einen drohenden Getriebeschaden ankündigt. Singen im Leerlauf deutet auf verschlissene Lagerschalen hin.
Bei Fahrzeugen über 10 Jahren ist Unterboden- und Auspuffrost ein verbreitetes Problem. Bremsschläuche und Bremsleitungen können ebenfalls von Rost befallen sein.
Alle CNG-Druckbehälter haben eine gesetzliche Lebensdauer von 10 Jahren und müssen danach erneuert werden. Die Beschaffung und der Tausch sind kostspielig.
Defekte Lichtmaschinen sind bei allen Motorvarianten des Multipla ein bekanntes Problem. Die Lima-Schwäche betrifft Benziner, Diesel und Bipower-Varianten gleichermaßen.
Durch die hohe Karosserie und das erhebliche Gewicht des 6-Sitzers verschleißen Vorderachskomponenten (Querlenker, Buchsen, Spurstangen) überdurchschnittlich schnell.
Das Steuergerät des Multipla neigt zu überempfindlicher Fehlerdiagnose und meldet Probleme, die nicht real sind. Falsche Warnleuchten verunsichern Besitzer.
Lockere Türdichtungen sorgen für Wind- und Wassergeräusche. Der Beifahrersitz vibriert bei bestimmten Drehzahlbereichen. Kleine Plastikteile lösen sich mit zunehmendem Alter.