Ford Explorer 6
Schwachstellen, Motorenbewertung und Kaufberatung
Der Explorer der sechsten Generation (U625) war ein komplett neues Auto: Ford gab das Fronttriebler-Crossover-Layout auf und wechselte auf eine heckantriebsbasierte Plattform — auf dem Papier das klügere Rezept, untergraben durch einen wirklich holprigen Marktstart. Die frühe Bauqualität war schlecht, die Rückrufliste ist lang. Die größte Kaufwarnung: Die Rückruf-Historie als Eintrittspreis behandeln. Diese Generation hatte Rückrufe wegen Hinterachs-Schrauben, einer Kardanwelle, die sich lösen kann, einer Federbein-Achsschenkel-Verschraubung (24V091), eines Easy-Entry-Sitzes, der sich entriegeln kann (25V393), und einer Rückfahrkamera, die blau oder schwarz wird — unter anderem. Nur ein Auto kaufen, bei dem alle offenen Rückrufe erledigt sind, und das per VIN-Check prüfen, nicht auf Zuruf des Verkäufers. Technisch hat das 10-Gang-Automatikgetriebe Totalausfälle gezeigt, nicht nur Rupfen — ein großes, teures Risiko bei vernachlässigten Exemplaren. Der elektrische Bremskraftverstärker kann ausfallen und die Bremsleistung beeinträchtigen. Der Allradantrieb bringt die bekannten PTU- und RDU-Schwachstellen zurück. Fensterheber fallen wiederholt aus, Klimaregelung und Mischklappensteller spinnen, und die Bremsscheiben verziehen sich. Bei Sitzlehnen-Verriegelungen fehlte mitunter eine Sperrklinke, und das Infotainment hängt selbst dann, wenn es funktioniert. Die gute Nachricht: Die Plattform darunter ist grundlegend besser als die des U502, mit präziserem Handling und ehrlicherem SUV-Gefühl, und spätere Baujahre haben viele frühe Macken ausgebügelt. Das macht das Modelljahr zum echten Faktor — die frühesten Autos tragen die meisten Kinderkrankheiten. Kauftipps: Ein spätes Baujahr bevorzugen und die VIN prüfen, um jeden Rückruf zu bestätigen — Achs-, Kardanwellen-, Federbein-, Sitz- und Kamera-Rückrufe sind allesamt sicherheitskritisch. Auf der Probefahrt das Bremsgefühl auf einen schwächelnden Verstärker prüfen, jedes Fenster mehrfach betätigen, die Klima in allen Stufen durchschalten und prüfen, dass Kamera und Infotainment sauber laufen. Nach der Getriebe-Service-Historie fragen; das 10-Gang ist die Komponente, die das Auto wirtschaftlich erledigen kann.
457 PS
Explorer · Benzin
Power-Hybrid-SUV
Macht Spaß!Motoren-Übersicht
Der Ford Explorer 6 ist mit 3 Motorisierungen erhältlich — von 305 PS bis 457 PS.
2.3L EcoBoost Turbobenziner. Im großen SUV der ersten Generation (2016-2019) 280 PS, im Nachfolger (2020+) 300 PS, im Pickup (2019-2024) 270 PS. Zylinderkopfdichtung bleibt das Hauptthema — der Hersteller hat 2020 das Blockdesign überarbeitet und die offenen Kühlschlitze durch Bohrungen ersetzt. Pickup-Versionen weniger betroffen als frühe Sportwagen- und Hot-Hatch-Blöcke. Verkokung der Einlassventile alle 50.000-60.000 km kontrollieren.
- !! Zylinderkopfdichtungs-Versagen ab 60.000 km
Die häufigste und teuerste Schwäche des 2.3L EcoBoost. Slotted-Groove-Design im Block (2015-2019) bietet der Kopfdichtung zu wenig Auflagefläche. Ford hat 2020 das Blockdesign geändert — ab 2020er Modellen deutlich seltener.
Symptome: Motorüberhitzung, schneller Kühlmittelverlust ohne sichtbares Leck, weißer Rauch aus dem Auspuff, Blasenbildung im Ausgleichsbehälter. - !! Turbo-Wastegate-Versagen ab 80.000 km
Wastegate-Klammer oder -Mechanismus versagt, Ladedruck wird nicht korrekt geregelt. Kann zu Überladung oder Leistungsverlust führen. Ford TSBs 16-0121 und 16-0122 behandeln das Problem.
Symptome: Boost-Schwankungen, Ladedruck-Warnung, Leistungsverlust unter Last, metallisches Klappern vom Turbo. - !! Niederdruck-Kraftstoffpumpe versagt – Rückruf 25S75/25V455 ab 40.000 km
Verunreinigung der Strahlpumpe lässt die Niederdruck-Tankpumpe bei warmem Tank und niedrigem Füllstand überhitzen und versagen. Der Motor verliert Kraftstoffdruck und stirbt unvermittelt ab. Rückruf über 850.000 Fahrzeuge (Baujahre 2021–2023).
Symptome: Plötzlicher Motorstillstand ohne Vorwarnung, Stottern bei Teillast, Zögern nach Neustart, sporadischer Notlauf – besonders bei Hitze und wenig Tankinhalt.
+ 3 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
3.3L V6 Cyclone mit integriertem Elektromotor und 1,5-kWh-Lithium-Ionen-Batterie. Systemleistung 318 PS (237 kW). Kein Plug-in, rein selbstladender Vollhybrid. Interne Wasserpumpe wie bei allen Cyclone-V6 — bei hohen Laufleistungen auf Kühlmittelverlust achten. Separate Kühlkreisläufe für Motor, Batterie und Leistungselektronik.
- !! Interne Wasserpumpe (Cyclone-Design) ab 100.000 km
Der 3.3L V6 Hybrid teilt das Cyclone-Grunddesign mit der intern verbauten Wasserpumpe. Zusätzliche Komplexität durch drei separate Kühlkreisläufe (Motor, Batterie, Leistungselektronik). Versagen einer E-Pumpe kann zur Überhitzung führen.
Symptome: Kühlmittelverlust, Überhitzungswarnung, verminderte Hybrid-Systemleistung. - !! Rückruf: Pleuellager-Schaden mit Blockdurchbruch (Brandgefahr) ab 80.000 km
NHTSA-Rückruf 24V-598: Bei 2020–2022 Explorer Police Interceptor mit 3.3 Hybrid und Benziner kann ein Pleuellager versagen, das Pleuel den Motorblock durchschlagen und Öl/Kraftstoffdampf an heißen Teilen entzünden. Ford spielt PCM-Software auf und prüft, ggf. neuer Langblock.
Symptome: Klopfgeräusche aus dem Motor, plötzlicher Leistungsverlust, Rauch unter der Haube, Ölaustritt. - !! Hybrid-Batterie-Degradation ab 80.000 km
Die 1,5-kWh-Batterie wird bei jedem Fahrzyklus mehrfach ge- und entladen. Ab circa 80.000 km merklicher Kapazitätsverlust — Stadtverbrauch steigt von 27 auf 22-24 MPG. Lebensdauer circa 120.000 km bis zum empfohlenen Tausch.
Symptome: Steigende Kraftstoffverbräuche, kürzere elektrische Fahranteile, Hybrid-Systemwarnung im Display.
+ 2 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Twin-Turbo-V6 mit Direkteinspritzung und kräftiger, gleichmäßiger Leistungsentfaltung. Der Sechszylinder schiebt souverän aus allen Lebenslagen und bleibt dabei kultiviert. Der Ladedruck und das Kühlsystem wollen im Auge behalten werden, sauberes Öl ist Pflicht für die beiden Turbolader. Direkteinspritzung kann über die Zeit Ablagerungen fördern. Robust bei guter Pflege und ein souveräner, durchzugsstarker Antrieb.
- !! Twin-Turbo-System Verschleiß ab 140.000 km
Der 3.0 EcoBoost V6 BQWA nutzt zwei Turbolader die bei schlechtem Ölzustand oder langen Intervallenrasch verschleißen. Ölwechsel alle 10.000 km ist kritisch für die Turbolebenserwartung.
Symptome: Ladedruck-Schwankungen, Pfeifgeräusche von einem oder beiden Turbos, bläulicher Rauch - !! Zylinderkopfdichtung defekt – Kühlmittelverlust ab 60.000 km
Der 1,5 EcoBoost (Focus, Kuga ab 2014) zeigt gehäuft Zylinderkopfdichtungsschäden durch eine konstruktionsbedingte Schwachstelle: schmale Kühlmittelkanäle zwischen den Zylindern erhöhen thermische Belastung der Dichtung.
Symptome: Sinkendes Kühlmittel ohne sichtbare Leckage, Überdruck im Kühlmittelbehälter, weißer Auspuffrauch mit Kühlmittelgeruch, Temperaturnadelausschlag - !! Steuerketten-Rasseln ab 150.000 km
Der 3.0L EcoBoost V6 BQWA (S-Max Vignale, Mondeo Vignale) kann bei hohen Laufleistungen am Kettenspanner des Steuertriebs verschleißen. Rasseln beim Kaltstart ist das typische Warnsignal.
Symptome: Metallisches Rasseln beim Kaltstart aus dem Steuertrieb, hört nach Aufwärmen auf
+ 3 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Fahrzeug-Schwachstellen
| Schwachstelle | Kosten | |
|---|---|---|
| Rückruf: Hinterachsschraube kann brechen (2018-2020) Ford rief weltweit über 250.000 Explorer (Baujahre 2018–2020) zurück. Eine Befestigungsschraube der Hinterachse konnte brechen, was zu Wegrollgefahr und Kontrollverlust führte. Software-Update und mechanische Verstärkung als Lösung. Symptome: Laute Geräusche und Vibrationen beim Beschleunigen, Fahrzeug rollt trotz Parkstellung weg. | Günstig | |
| Rückruf: Kardanwelle kann sich abtrennen (2022-2023) Ford rief Explorer-Fahrzeuge der Modelljahre 2020–2021 zurück (NHTSA 23V675000), da sich die Kardanwellen-Befestigungsschrauben lockern und die Welle sich vom Antriebsstrang abtrennen konnten – mit Verlust des Antriebs und Rollgefahr. Symptome: Vibrationen und starke Geräusche aus dem Antriebsstrang, plötzlicher Antriebsverlust, Fahrzeug rollt trotz Parkstellung. | Günstig | |
| Abgas-CO-Leck in Fahrgastzelle (2011–2017) Abgase können in den Innenraum gelangen. Über 2.700 Beschwerden, Polizei-Interceptors besonders betroffen. NHTSA-Untersuchung geschlossen ohne Rückruf — Ford bot freiwillige Abdichtungsmaßnahmen an. Symptome: Kopfschmerzen, Schwindel, Abgasgeruch im Innenraum | Günstig | |
| Rückruf: Rollwegrisiko durch Hinterachsschrauben (22V255000) Hintere Achsschrauben können brechen — Kardanwelle trennt sich, Fahrzeug kann im eingelegten Gang wegrollen. Rückruf 22V255000 betrifft 252.936 Explorer 2020–2022. Symptome: Kraftverlust an Hinterrädern, Fahrzeug rollt im Gang weg | Günstig | |
| Zweite Sitzreihe entriegelt selbsttätig (Rückruf 25V393) Rückruf 25S67/25V393: Der Schalter der Easy-Entry-Sitze (2. Reihe außen) kann durch fehlerhaft sitzende Zierblende klemmen. Der Sitz entriegelt, klappt oder verschiebt sich unerwartet - auch während der Fahrt oder beim Bremsen. Symptome: Sitz der 2. Reihe klappt/rutscht ohne Betätigung, entriegelt beim Bremsen oder in der Kurve, klemmender Easy-Entry-Schalter. ab 50.000 km | Günstig |
Alternativen
BMW XM G09
Großer SUV (2022–2026)
Land Rover Range Rover Sport L461
Großer SUV (2022–2026)
BMW iX I20
Großer SUV (2021–2026)
Chevrolet Tahoe T1XX
Großer SUV (2021–2025)
Chevrolet Suburban T1XX
Großer SUV (2021–2025)
Land Rover Range Rover L460
Großer SUV (2021–2026)
Weiter stöbern
Bekannte Probleme und Mängel +
Für den Ford Explorer 6 (2019–2024) sind insgesamt 33 Schwachstellen dokumentiert — davon 17 motorbezogen und 16 am Fahrzeug. Typische Mängel betreffen Sonstiges, Elektronik, Getriebe, Bremsen.
Explorer (EcoBoost-2.3-Gen1, 2020–2024) — Aufpassen: Zylinderkopfdichtungs-Versagen, Turbo-Wastegate-Versagen, Niederdruck-Kraftstoffpumpe versagt – Rückruf 25S75/25V455. Leistung: 300 PS.
Explorer (Duratec33-Hybrid, 2020–2024) — Aufpassen: Interne Wasserpumpe (Cyclone-Design), Rückruf: Pleuellager-Schaden mit Blockdurchbruch (Brandgefahr), Hybrid-Batterie-Degradation. Leistung: 318 PS.
Explorer (BQWA, 2019–2024) — Aufpassen: Twin-Turbo-System Verschleiß, Zylinderkopfdichtung defekt – Kühlmittelverlust, Steuerketten-Rasseln. Leistung: 457 PS.
Worauf beim Ford Explorer achten? Die detaillierte Auflistung aller Motor- und Fahrzeug-Schwachstellen findest du in den Abschnitten oben.
Häufige Fragen
Welche Probleme und Schwachstellen hat der Ford Explorer 6? +
Worauf muss ich beim Ford Explorer 6 Gebrauchtwagen achten? +
Welcher Motor ist empfehlenswert? +
Welcher Ford Explorer 6 Motor macht am meisten Spaß? +
Lohnt sich der Ford Explorer 6 als Gebrauchtwagen? +
Welche PS-Varianten gibt es beim Ford Explorer 6? +
Letzte Aktualisierung: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr