Ford Focus RS
2,3 Liter EcoBoost, 350 PS, Allrad mit Torque-Vectoring — technisch der kompetenteste RS aller Zeiten, aber die Kopfdichtung überschattet alles. Zwischen Zylinder 2 und 3 brennt sie durch: Kühlwasser verschwindet, weiße Abgasschwaden, schlechte Kaltstarts. Alle RS bis Produktion Juli 2017 betroffen — Ford tauschte Kopf und Dichtung auf Kulanz. Nach Juli 2017 laut Ford nicht mehr betroffen. Der Drift-Modus funktioniert tatsächlich: aktive Drehmomentverteilung auf die Hinterachse, ESP weitgehend deaktiviert. Kein GT86-Niveau, aber für einen 1.600-kg-AWD-Hatch bemerkenswert. Sound: EcoBoost-typisch mit Pops & Bangs, nicht so emotional wie der 5-Zylinder des Mk2. Ölwechsel alle 10.000 km, Kühlsystem akribisch überwachen. Beim Kauf: Service-History zur Kopfdichtung ist Pflicht.
350 PS, AWD, Drift-Modus — aber die Kopfdichtung...
Erster Allrad-RS mit echtem Drift-Modus. 350 PS für 33.000 € Neupreis war unschlagbar. Aber: Kopfdichtung zwischen Zylinder 2 und 3 brennt bei Vor-Juli-2017-Exemplaren durch. Service-History ist Pflicht. Roher als der Golf R, weniger raffiniert, mehr Charakter. Wer Spaß will → RS. Wer Sorgen vermeiden will → Golf R.
Motor-Schwachstellen 11
Ford baute in frühe Focus RS (2015–2017) versehentlich Kopfdichtungen für den Mustang EcoBoost ein. Kühlmittelkanäle passten nicht, Kühlmittel konnte in Zylinder eindringen. Kostenloser Garantietausch bis Jan. 2019.
Symptome: Weißer Auspuffrauch, Kühlmittelverlust, HVAC-Heizung fällt aus, Motorfehlzündungen, Motorwarnleuchte.
Das Open-Deck-Design des 2.3L EcoBoost ist für Dauerlast auf der Rennstrecke nicht ausgelegt. Zylinderkopf und Block werden durch die integrierten Turbo-Temperaturen stark beansprucht.
Symptome: Überhitzungswarnung bei Trackdays, starker Kühlmittelverlust, Motorschäden nach Hochlast-Fahrten.
Der 1,5 EcoBoost (Focus, Kuga ab 2014) zeigt gehäuft Zylinderkopfdichtungsschäden durch eine konstruktionsbedingte Schwachstelle: schmale Kühlmittelkanäle zwischen den Zylindern erhöhen thermische Belastung der Dichtung.
Symptome: Sinkendes Kühlmittel ohne sichtbare Leckage, Überdruck im Kühlmittelbehälter, weißer Auspuffrauch mit Kühlmittelgeruch, Temperaturnadelausschlag
Alle Focus RS vor Juli 2017 erhielten ab Werk eine Mustang-2.3-Kopfdichtung statt der RS-spezifischen Variante. Ford ersetzte je nach Schadenslage Dichtung, Zylinderkopf oder kompletten Motor im Garantierahmen. Beim Gebrauchtkauf unbedingt Rückruf-Durchführung prüfen.
Symptome: Weißer Auspuffrauch beim Kaltstart, Kühlmittelverlust ohne sichtbare Leckage, Ausfall der Heizung, Motorlauf auf drei Zylindern bei kaltem Motor
Das GKN-RDU schaltet bei ~150°C PTU-Temperatur ab — Fahrzeug wird temporär zum FWD. Kein eigener Temperatursensor, rein virtuell berechnet. Lamellen nicht einzeln bestellbar, nur komplettes RDU. Nachrüst-Kühler Pflicht bei Tracknutzung.
Symptome: AWD-Abschaltung nach ~10 Minuten Trackday, Fahrzeug zieht unter Vollgas wie FWD, kein Drift-Modus mehr verfügbar
Bei hochgezüchteten Applikationen kann die LPFP bei Tuning oder Trackday-Intensitäten an ihre Grenzen stoßen. Auch Standard-Pumpenausfall bei hohen Laufleistungen möglich.
Symptome: Leistungsabfall unter Volllast, Code P0087.
Der 1,5 EcoBoost zeigt Probleme mit dem variablen Nockenwellenversteller (VCT) ab hohen Laufleistungen oder nach unsachgemäßem Zahnriemenwechsel. Fehlercode P000A; Symptome ähneln Zahnriemenfehler.
Symptome: Fahrzeug zieht schlecht unter 2.000 U/min, Start-Stopp deaktiviert sich selbst, Motorkontrollleuchte mit Codes P000A und Korrelationsfehler Kurbelwelle/Nockenwelle
Die Kupfer-Dichtringe der Turbo-Ölrücklaufleitung versagen wiederholt — mehrere Besitzer berichten im focusrsforum.de von wiederholtem Ölverlust nach Garantiereparaturen. Ein aktualisiertes Bauteil mit doppelter Abdichtung existiert, wird aber nicht immer verbaut.
Symptome: Ölfeuchte am Turbolader sichtbar, leicht erhöhter Ölverbrauch, Ölgeruch nach sportlicher Fahrt, Umweltbemängelung bei HU
Ford gab für 2016–2017er Focus RS einen Service-Hinweis (TSB 5461) für PTU-Ölundichtigkeiten heraus. Wellendichtringe und Zwischenwellendichtung betroffen. Ohne Behebung riskiert man trockenlaufende Antriebskomponenten.
Symptome: Ölflecken unter dem Fahrzeug vorne-mitte, Ölgeruch nach Fahrt, AWD-Kontrollleuchte im schlimmsten Fall
Direkteinspritzung ohne Saugrohrspülung. Bei häufigem Sportbetrieb mit reichen Gemischen können Ablagerungen schneller wachsen.
Symptome: Ruckeln Kaltstart, leichter Leistungsverlust, erhöhter Verbrauch.
Bei intensiv genutzten Focus RS Mk3 reißen die Originalmotorlager vorzeitig. 440–470 Nm belasten die Gummilager überproportional. Verstärkungslager empfohlen bei Tracknutzung oder Leistungssteigerung.
Symptome: Vibrationen im Innenraum bei 2.000–3.000 U/min unter Last, Rucken beim Anfahren, sichtbare Motorbewegung
Fahrzeug-Schwachstellen 11
Fahrzeuge mit 6-Gang-Handschaltgetriebe und 1.0/1.5/1.6 EcoBoost (Aug 2012–Jun 2016) wurden wegen defekter Kupplungsdruckplatten zurückgerufen. Teils vollständiger Kupplungsersatz notwendig.
Das PTU des GKN-Allradsystems hat kein aktives Kühlsystem. Ab 150°C schaltet das System auf FWD um. TSB 5461 für Ölundichtigkeit 2016–2017. Nachrüst-Kühler dringend empfohlen bei Tracknutzung.
Das GKN-Torque-Vectoring-Hinterachsdifferential (RDU) des Focus RS Mk3 braucht alle 48.000 km frisches Spezialöl. Wird das versäumt, überhitzen die Lamellenpakete der Kupplungen und Zahnräder verschleißen vorzeitig.
Federn und Stoßdämpfer werden häufig bei TÜV-Untersuchungen beanstandet. Das sportlich abgestimmte Fahrwerk des MK3 verschleißt Fahrwerksteile rascher als beim Vorgänger.
Getrag-Sechsgang zeigt bei höherer Laufleistung Synchronverschleiß im 2. und 3. Gang. Getriebeölwechsel mit Spezialöl kann frühen Ausfall verzögern. Reparatur 1.500–3.000 EUR.
Hintere Radlauföffnungen rosten an Stoßstangen-Übergangskante. Dach über Hintertüren beult sich durch Karosserietorsion. Kofferraum-Wassereintritt durch undichte Spoilerbefestigungen verbreitet.
Launch-Control und Drift-Mode belasten die Kupplung enorm. Tausch inkl. Arbeit über 1.000 EUR. Kupplungstest: 5. Gang, 50 km/h, Vollgas — Drehzahl steigt ohne Geschwindigkeit = Kupplung verschlissen.
Die serienmäßigen 350×25mm Einstückscheiben des Focus RS Mk3 überhitzen beim aggressiven Fahren und verziehen sich. Besonders nach Trackdays oder intensiven Passfahrten. Spürbar als Bremspedal-Zittern.
Schwache Batterie verursacht Fehler bei Start-Stopp und Auto-Hold. Frühe SYNC-3-Versionen zeigen Abstürze, falsche Verkehrszeichenerkennung und Hänger beim Booten.
Türdichtungen können sich lösen und damit Windgeräusche oder Wassereintritt verursachen. Türkantenschutzleisten fallen ab und sind teuer im Ersatz.
Bereits ab ca. 80.000 km zeigen frühe MK3-Baujahre Rostansatz am Unterboden und an Auspuffkomponenten. Besonders Auspufftöpfe und Halterungen korrodieren schnell durch.
Berichte & Tests
Achsfedern, Dämpfer und Beleuchtung bereiten Probleme. Abgasuntersuchung wird überdurchschnittlich oft nicht bestanden.
Der Focus III liegt in der Pannenstatistik im Klassenschnitt, ältere Jahrgänge zeigen erhöhte Pannenhäufigkeit.