Ford Galaxy
1.8 TDCi 92 kW/125 PS, S-Max I (WA6 2006-2010)
Familienbegleiter
125 PS im Galaxy WA6: guter Verbrauch, ausreichend für Familientrips.
Motor-Schwachstellen 7
Die Kupferdichtringen am Injektorsitz versagen unter Druck und Hitze. Verbrennungsgase strömen am Injektor vorbei und backen schwarzen, teerartigen Ruß am Injektorsockel an. Festgefressene Injektoren erfordern Spezialwerkzeug zum Ausbau; Zylinderkopf-Dichtfläche kann beschädigt werden.
Symptome: Schwarze Ablagerungen um Injektoren, Dieselgeruch, rauer Lauf, Druckverlust im Zylinder
Turboladerschäden durch Ölmangel infolge verstopfter Ölzulaufwege oder durch Rußeintrag aus undichten Injektordichtungen. Reparaturkosten sind erheblich, da neben dem Turbo auch Ölwanne und Kühler gereinigt werden müssen.
Symptome: Pfeifen oder Schleifen aus Turbobereich, starker Leistungsverlust, Öleintrag in Ansaugtrakt, blaue Abgase
Injektoren des Transit 2.0 EcoBlue korrodieren im Zylinderkopf fest und lassen sich ohne Ford-Spezialwerkzeug 303-1706 nicht entfernen. Zylinderkopfausbau blockiert bis zur Injektor-Entnahme.
Symptome: Keine fahrseitigen Vorzeichen; Problem tritt bei Wartung oder Reparatur auf; Injektor lässt sich trotz großem Kraftaufwand nicht herausziehen.
Die Hochdruckpumpe des 1,8 TDCi versagt häufig zwischen 150.000 und 220.000 km. Metallabrieb kontaminiert dabei Kraftstoffsystem und Injektoren, weshalb oft das gesamte Common-Rail-System erneuert werden muss.
Symptome: Motor stirbt plötzlich ab, blinkende Vorglühlampe, schlechte Gasannahme, Motor startet nicht wieder, blaue Rauchfahne
Das Zweimassenschwungrad (ZMS) ist ein bekannter Verschleißpunkt an Duratorq-Dieseln. Ab ca. 150.000–200.000 km treten Rattergeräusche und Vibrationen im Antriebsstrang auf. Reparatur wird meist mit Kupplung kombiniert (ca. 1.200 €).
Symptome: Metallisches Rasseln beim Auskuppeln, Vibrationen im Leerlauf, schleifendes Geräusch beim Anfahren
Die Injektoren des 1.8 Duratorq TDCi werden durch Biodiesel-Anteile und Kraftstoffverunreinigungen geschädigt. Undichte Einspritzdüsen verursachen Laufunruhe und Rauch. Metallspäne aus der Einspritzpumpe können alle Düsen kontaminieren.
Symptome: Starkes Ruckeln im Leerlauf; schwarzer Rauch; Leistungsabfall; schwieriges Kaltstart-Verhalten; Kraftstoffgeruch im Innenraum.
Die Gummidämpfung in der Kurbelwellenriemenscheibe des 1,8 TDCi verschleißt ab ca. 100.000 km und erzeugt Geräusche. Bei weiterem Betrieb drohen Keilriemenabwurf und Ausfall von Lichtmaschine und Lenkhilfe.
Symptome: Tickendes oder schlagendes Geräusch im Leerlauf aus dem Keilrippenriemenbereich, lauter beim Kaltstart, Vibration im Standgas
Fahrzeug-Schwachstellen 7
Überlaufende Scheibenwaschflüssigkeit schädigt den Kabelbaum unterhalb des Behälters. Folgen sind Motorabstellen, Klimaausfall und Diagnosefehler. Reparatur einzelner Kabel günstiger als Gesamttausch.
Die Heck-Klimaanlage des Galaxy WA6 verliert Kühlmittel am Expansionsventil. Mehrere Nachfüllungen helfen meist nur kurzfristig. In dokumentierten Fällen wurde dasselbe System dreimal in der Garantiezeit repariert.
Das Zweimassenschwungrad des 1.8 TDCi und des 2.0 TDCi im Galaxy WA6 zeigt überdurchschnittlichen Verschleiß. Besonders bei Kurzstrecken und häufigem Stopp-Start-Betrieb tritt das Problem frühzeitig auf, mit hohen Reparaturkosten, da Kupplung und ZMS meist gemeinsam gewechselt werden.
Der Galaxy WA6 zeigt an Schwellern, Radkästen und Unterbodenkomponenten überdurchschnittliche Korrosion. Die werksseitige Versiegelung ist vor allem bei frühen Modellen nicht ausreichend, sodass Salz und Feuchtigkeit in Hohlräume eindringen.
Beim Galaxy WA6 berichten Besitzer von ungewöhnlich hohem Reifenverschleiß mit Reifenwechseln bereits nach 20.000–23.000 km. Fahrwerksverschleiß und fehlerhafte Sturzwerte sind häufige Ursachen.
Der Ford Galaxy WA6 leidet unter erhöhtem Ruhestrom, der die Batterie bei mehrtägigem Stehen tiefentlädt. Defekte Wegfahrsperrenmodule und diverse Steuergeräte können den Ruhestrom erhöhen. Mehrfacher Batteriewechsel innerhalb kurzer Zeit ist ein typisches Beschwerdebild.
Spurstangenköpfe, Koppelstangen und Querlenkerlager des Galaxy WA6 verschleißen überdurchschnittlich. TÜV-Prüfer beanstanden Fahrwerkskomponenten regelmäßig. Das Fahrzeug ist schwer, was den Verschleiß der Lenkungsgelenke beschleunigt.