Ford Galaxy
1.6 TDCi 85 kW/115 PS, S-Max I facelift (WA6 2010-2015)
Diesel zu schwach
115 PS im Siebensitzer: vollbeladen kommt die Schwäche ans Licht. Kein Empfehlungskandidat.
Motor-Schwachstellen 9
Die Kupferwascherndichtungen am Injektorsitz versagen und ermöglichen Rußeintrag ins Motoröl. Der Ruß blockiert den Siebfilter im Turbo-Ölzulauf. Dies ist die Hauptursache für Turboschäden an diesem Motor. Austausch aller Injektordichtungen ist ein bekannter Wartungsposten.
Symptome: Dieselgeruch im Innenraum, schwarze Ablagerungen um die Injektoren, Rauch aus dem Motorraum, später Turboschäden
Rußablagerungen aus undichten Injektordichtungen verstopfen den feinen Siebfilter im Turbo-Ölzulauf (Banjo-Schraube). Bei unter 0,8 Bar Öldruck versagt der Turbolader. Vollständige Reparatur umfasst Turbo, Ölwanne, Ölsieb, Ölfiltergehäuse und Ladeluftkühler. Kosten liegen bei 1.500–2.500 €.
Symptome: Pfeifen aus dem Turbobereich, Leistungsverlust, blaue Rauchwolken, Öleintrag in Ansaugtrakt
Bei höheren Laufleistungen verschleißt die Hochdruckpumpe intern und hinterlässt Metallspäne im Kraftstofffilter. Späne können Injektoren beschädigen. Pumpe kann plötzlich auf Autobahn ausfallen.
Symptome: Goldene Metallspäne im Dieselfiltergehäuse, Motor fällt bei Volllast in Notlauf oder stirbt ab, schwieriger Kaltstart.
Ford gibt 200.000 km oder 10 Jahre als Wechselintervall an (Automatik: 100.000 km). Zahnriemen bereits bei 99.000 km mit 15 cm fehlenden Zähnen dokumentiert. Riemenabriss zerstört Kipphebel und Nockenwelle.
Symptome: Kein Vorwarnsymptom bei Riemenriss — schlagartiger Motorstillstand auf der Autobahn, lautes Schlagen aus dem Motor.
Die Flammscheiben und O-Ring-Dichtungen der Injektoren brennen durch und lassen Verbrennungsgase sowie Kraftstoff in den Ventildeckelbereich entweichen. Führt zu verhärteten Ölablagerungen.
Symptome: Dieselgeruch im Motorraum, öliger Schmutzbelag rund um den Ventildeckel, unrunder Leerlauf, sichtbarer Rauch aus dem Kurbelgehäuseentlüftungssystem.
Das Siebfilter der Ölversorgungsleitung zum Turbolader setzt sich mit Metallspänen und Ölkohle zu. Der Turbo läuft ohne ausreichende Schmierung, was zu Lagerschäden führt.
Symptome: Plötzlicher Leistungsverlust, Pfeifgeräusch oder Heulen aus dem Turbobereich, blauer Abgasrauch, erhöhter Ölverbrauch.
Der 1.6 TDCi ist besonders anfällig für DPF-Verstopfungen. Bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb erreicht der Motor keine ausreichende Abgastemperatur für die Selbstreinigung. Kraftstoffeintrag ins Motoröl durch fehlgeschlagene Regenerationszyklen erhöht den Ölstand messbar.
Symptome: Motorkontrollleuchte, Leistungsverlust, erhöhter Ölstand, häufige Aufforderung zur Autobahnfahrt
Ab 75.000–100.000 km tritt bei schlecht gewarteten Exemplaren Axialspiel in der Turboladerwelle auf. Ölzufuhrleitung zum Turbolader kann verkoken, was zur Mangelschmierung führt.
Symptome: Pfeifendes oder metallisches Rasseln beim Beschleunigen, Leistungsverlust, bläulicher Rauch.
Das AGR-System neigt zu Fehler P0487 (AGR-Drosselklappenpositions-Steuerkreis). Ursache ist oft mechanische Schwergängigkeit der Drosselklappe oder Verkokung des AGR-Ventils, nicht zwingend ein defektes Ventil. Mehrfacher teurer AGR-Austausch ist häufig unnötig.
Symptome: Motorkontrollleuchte mit P0487, kein Notlauf, keine spürbare Leistungseinschränkung
Fahrzeug-Schwachstellen 7
Überlaufende Scheibenwaschflüssigkeit schädigt den Kabelbaum unterhalb des Behälters. Folgen sind Motorabstellen, Klimaausfall und Diagnosefehler. Reparatur einzelner Kabel günstiger als Gesamttausch.
Die Heck-Klimaanlage des Galaxy WA6 verliert Kühlmittel am Expansionsventil. Mehrere Nachfüllungen helfen meist nur kurzfristig. In dokumentierten Fällen wurde dasselbe System dreimal in der Garantiezeit repariert.
Das Zweimassenschwungrad des 1.8 TDCi und des 2.0 TDCi im Galaxy WA6 zeigt überdurchschnittlichen Verschleiß. Besonders bei Kurzstrecken und häufigem Stopp-Start-Betrieb tritt das Problem frühzeitig auf, mit hohen Reparaturkosten, da Kupplung und ZMS meist gemeinsam gewechselt werden.
Der Galaxy WA6 zeigt an Schwellern, Radkästen und Unterbodenkomponenten überdurchschnittliche Korrosion. Die werksseitige Versiegelung ist vor allem bei frühen Modellen nicht ausreichend, sodass Salz und Feuchtigkeit in Hohlräume eindringen.
Beim Galaxy WA6 berichten Besitzer von ungewöhnlich hohem Reifenverschleiß mit Reifenwechseln bereits nach 20.000–23.000 km. Fahrwerksverschleiß und fehlerhafte Sturzwerte sind häufige Ursachen.
Der Ford Galaxy WA6 leidet unter erhöhtem Ruhestrom, der die Batterie bei mehrtägigem Stehen tiefentlädt. Defekte Wegfahrsperrenmodule und diverse Steuergeräte können den Ruhestrom erhöhen. Mehrfacher Batteriewechsel innerhalb kurzer Zeit ist ein typisches Beschwerdebild.
Spurstangenköpfe, Koppelstangen und Querlenkerlager des Galaxy WA6 verschleißen überdurchschnittlich. TÜV-Prüfer beanstanden Fahrwerkskomponenten regelmäßig. Das Fahrzeug ist schwer, was den Verschleiß der Lenkungsgelenke beschleunigt.