Honda Civic Type R
2,0 Liter i-VTEC, 200 PS bei 7.400 U/min — der erste K-Series-Type-R und Grundlage aller späteren bis heute. VTEC setzt bei 5.800 U/min ein: unterhalb brauchbare Alltagsleistung (besser als der B16B), darüber ein mechanisches Aufheulen bis 8.000 das süchtig macht. Schaltgetriebe wird als das Beste seiner Ära beschrieben — Schalthebel sitzt so nah am Lenkrad, dass Blitzwechsel ohne Körperbewegung möglich sind. Vollständig mechanische Lenkung, kein elektronisches Sicherheitsnetz. Steuerkette statt Zahnriemen, aber hydraulischer Kettenspanner ist Schwachpunkt. 2./3. Gang-Synchronringe verschleißen bei sportlicher Nutzung ab 100.000 km. Auslassnockenwelle auf Grübchenbildung prüfen. Ölwechsel 5.000–7.500 km. Der EP3 ist der am meisten unterschätzte Type R — erst nachträglich als Brücke zwischen EK9-Reinheit und moderner Technik erkannt.
i-VTEC bis 8.000 — der Honda der Hondas
200 PS aus 2,0 Litern ohne Aufladung — das ist 2001 eine Ansage. Der K20A2 dreht freier als fast alles in seiner Klasse, die i-VTEC Charakteristik ist feiner als beim B16. Bis 6.000 U/min ein sehr fähiger Alltagsmotor, darüber verändert sich die Persönlichkeit des Autos spürbar. Das kurze 6-Gang-Getriebe passt perfekt dazu. Der EP3 ist kein Komfort-Auto — aber als Fahrerfahrzeug ist er bis heute unübertroffen in dieser Klasse.
Motor-Schwachstellen 7
VTEC-Solenoid O-Ring im Steuergehäuse altert und leckt. Ölverlust im Steuerkettenbereich, VTEC schaltet nicht mehr zuverlässig. O-Ring allein reicht oft — Solenoid selbst nur bei elektrischem Defekt.
Symptome: Ölspuren am Steuergehäuse, P1259 Fehlercode, kein VTEC-Einschalten bei ~5.800 U/min
2. Gang Synchronring des 6-Gang-Getriebes verschleißt bei sportlichem Fahrstil. Mahlgeräusch beim Zurückschalten in den 2. Gang bei hohen Drehzahlen. Das Getriebe hat im EP3 nur einfache Synchronisierung am 2. Gang.
Symptome: Knirschen oder Mahlen beim Einlegen des 2. Gangs besonders bei Hochdrehzahl, erschwertes Schalten bei Betriebstemperatur
Kupplungsnehmerzylinder des K-Serie Getriebes fällt aus oder entwickelt Leckage. Hitze vom Katalysator in der Nähe kann Kupplungsflüssigkeit zum Kochen bringen. Austausch mit höher siedender Flüssigkeit ratsam.
Symptome: Kupplung trennt nicht vollständig, Pedalweg bis zum Boden, Gänge schwer einlegbar besonders bei hohen Drehzahlen
Hydraulischer Kettenspanner verliert mit hohem Kilometerstand an Druckhaltefähigkeit. Steuerkette kann sich längen, Führungsschienen aus Kunststoff ermüden. Regelmäßige Ölwechsel verlängern Lebensdauer erheblich.
Symptome: Rasseln beim Kaltstart aus dem Steuerkettenbereich, klingt mit Betriebstemperatur ab
Auslassnockenwelle zeigt Grübchenbildung an den Nockenoberflächen. Verursacht durch Materialermüdung an den Rollenkipphebel-Kontaktflächen. Fortschreitender Schaden — einmal begonnen nicht aufzuhalten. Betrifft vor allem Motoren mit langen Ölwechselintervallen.
Symptome: Tickendes Ventilgeräusch, Leistungsabfall im oberen Drehzahlbereich, Klopfen aus dem Ventiltrieb bei hoher Last
Bei vernachlässigter Wartungshistorie oder hohem Kilometerstand erhöhter Ölverbrauch. Kolbenringe verlieren Dichtwirkung. Sportlich gefahrene Exemplare früher betroffen.
Symptome: Blaue Rauchwolken beim Gasgeben oder beim Ablassen vom Gas, sinkender Ölstand zwischen Wechselintervallen
Kurbelwellendichtung vorder- und rückseitig altert und gibt bei hohen Laufleistungen nach. Vordere Dichtung im Bereich der Riemenscheibe zugänglich, hintere erfordert Getriebeausbau. Ölverlust im unteren Motorbereich typisches Anzeichen.
Symptome: Öltropfen unter dem Motor im Bereich der Riemenscheibe, Ölfilm an der Unterseite des Motorblocks, stetig sinkender Ölstand
Fahrzeug-Schwachstellen 12
Der 3. Synchronring des PPG-/RSX-Getriebes im EP3 ist das dokumentierteste Problem der Baureihe. Erste Produktionsserien hatten laut Honda-Händlern ein Materialproblem beim 3. Gang, eine leicht überarbeitete Version kam später. Unter normaler Garantie wurde teils getauscht, heute ist das Auto meist weit aus der Frist.
Typische Roststellen des EP3: hintere Radläufe, Heckklappenrand, Heckklappenhalterungen und Scharniere. Wasser sammelt sich unter Gummidichtungen und fördert Unterrostung. Bei 20+ Jahre alten Fahrzeugen oft erheblich.
Die Führungsbolzen der Hinterradbremssättel korrodieren und klemmen. Belag schleift einseitig, Bremssattel baut kaum Kraft auf. Bekanntes EP3-Problem — typisch nach Winterbetrieb oder längerem Stillstand.
Der Klimakompressor des EP3 fällt durch defekte Magnetkupplung, Wellendichtring-Leckage oder Kompressorversagen aus. Bei Kältemittelmangel springt der Kompressor nicht an. Vollreparatur teuer, oft nur Magnetkupplung betroffen.
Die hinteren Längslenker-Buchsen (RTAB) reißen bei EP3 und DC5 schon ab 100.000 km. Ergebnis: vages Heck, Klappern über Querfugen und fressender Reifenverschleiß an der Innenkante hinten. Der Tausch erfordert Presse, ist aber Standard-Werkstattarbeit.
Obwohl der EP3 in Swindon gebaut wurde, ist die Korrosionsschutzqualität nicht auf dem Niveau späterer Hondas. Rost blüht an den hinteren Radlaufkanten, an der Schwellerfalz und an den Türunterkanten. Bei gründlicher Pflege überschaubar, bei Winterbetrieb ohne Vorsorge unübersehbar.
Die hinteren Bremssättel setzen sich bei wenig gefahrenen oder schlecht konservierten EP3s gerne fest. Handbremsmechanismus korrodiert, Kolben bewegt sich ungleichmäßig - Folge: einseitig heiße Scheibe, schiefer Verschleiß und Handbremse hält schlecht.
Frühe EP3s wurden wegen eines Zündschloss-Problems zurückgerufen: Schlüssel konnte bei drehendem Motor in die Stellung ACC zurückrutschen. Bei gepflegten Exemplaren ist der Tausch längst erledigt, bei Importen aus Übersee teils offen.
Die großen vorderen Querlenkerbuchsen am EP3 leiden unter dem knackigen Fahrwerk und sind bei 130.000 km häufig fertig. Erkennbar an Knacken beim Anbremsen, unruhiger Lenkung und einem Gefühl, dass das Auto nicht mehr sauber spurhält.
Der elektrische Fensterhebermotor oder -regler versagt — ein verbreitetes Problem bei älteren EP3-Modellen. Beifahrerseitig häufiger betroffen als die Fahrerseite. Defekter Schalter oder Motorausfall.
Plastikverkleidungen im EP3-Innenraum wurden wenig vibrationsstabil montiert. Knarzen hinter dem Armaturenbrett, an Türverkleidungen und der Mittelkonsole ist weit verbreitet und lässt sich kaum dauerhaft beseitigen.
Die Hartplastik-Armaturentafel und die Türverkleidungen des EP3 sind bekannt dafür, mit der Zeit jede erdenkliche Geräuschquelle zu entwickeln. Clips halten nicht, Gummiunterlagen verhärten, die Mittelkonsole ächzt in Kurven. Fast alle Wagen brauchen irgendwann Filz- oder Schaumstoffstreifen an neuralgischen Punkten.