Mercedes-Benz A 220 d
Verbreiteter Mercedes-Diesel mit Alu-Block und Stahl-Liner. Hohe Laufleistungen möglich, aber bekannt für Injektordichtungs-Probleme, Steuerketten-Längung und AGR-Probleme.
Diesel-Spaß möglich
130 kW OM651 und DCT im W176: Das ist der Diesel, der echte Freude machen kann. Durchzugsstark und überraschend lebendig.
Motor-Schwachstellen 6
Über 100.000 Fahrzeuge wurden zurückgerufen: Dichtring am Kettenspanner undicht, Motoröl kann auf Abgasanlage tropfen und sich entzünden.
Symptome: Sinkender Ölstand, Ölgeruch aus dem Motorraum, ölige Ablagerungen unter dem Fahrzeug, möglicher Ölbrand
Der OM651 nutzt eine einfache Simplex-Steuerkette. Bei Kurzstreckenbetrieb und überschrittenen Ölwechselintervallen längt sich die Kette.
Symptome: Helles Rasselgeräusch beim Kaltstart hinten am Motor, kein Fehlerspeichereintrag
Gleiche Delphi-Piezo-Injektorprobleme wie im DE18: 220 CDI und 250 CDI Varianten betroffen. Mercedes tauschte im Rahmen einer Service-Aktion auf Magnet-Injektoren um.
Symptome: Vibrationen und rauer Lauf besonders beim Beschleunigen, erhöhter Kraftstoffverbrauch
Der AGR-Kühler des OM651 entwickelt Haarrisse am Anschlussstutzen und verliert Kühlmittel. Grüne Spuren neben dem Kraftstofffilter unter der Motorabdeckung sind typisch.
Symptome: Sinkender Kühlmittelstand ohne sichtbare Leckage, Kühlmittelwarnanzeige sporadisch, grüne Flecken unter dem Fahrzeug, Heizungsleistung lässt nach
Das ZMS am OM651 leidet unter dem hohen Drehmoment. Dokumentierter Fall: alle 8mm-Nieten abgerissen bei 149.000 km, Folgeschäden an Kupplung und Drehzahlsensor.
Symptome: Rasseln und Ruckeln im Leerlauf warm, Vibrationen beim Anfahren, Schütteln bei niedrigen Drehzahlen, Geräusche nehmen bei warmem Motor zu
Ab ca. 150.000-180.000 km verlieren OM651-Turbolader Öl über verschlissene Lager, das in den EKAS-Stellmotor der Einlasskanalabschaltung tropft und ihn zerstört. Doppelter Schaden.
Symptome: Schwarzer Rauch beim Beschleunigen, Ölrückstände im Ladeluftschlauch, Leistungsverlust, Fehlercode P0299 Ladedruckunterschreitung
Fahrzeug-Schwachstellen 7
Rückruf wegen fehlerhafter Windschutzscheiben-Verklebung. Bei Unfall kann Scheibe sich lösen und Insassenschutz nicht gewährleisten. Betrifft Fahrzeuge bis Juli 2013.
7G-DCT ruckelt beim Anfahren und bei Schaltungen 1–3, besonders in der Kaltlaufphase. Software-Updates helfen oft, beheben das Problem aber nicht immer dauerhaft. Kupplungsverschleiß im Stadtverkehr erhöht.
Xenon-Scheinwerfer der frühen Baujahre beschlagen innen dauerhaft. Ein kompletter Xenon-Scheinwerfer kostet über 1.000 Euro. LED-Scheinwerfer der Facelift-Modelle (ab Herbst 2015) deutlich robuster.
Bestimmte Kondensatoren-Charge hat fehlerhafte Schweißnähte und verliert Kältemittel. Austausch kostet 1.200 Euro mit Arbeitslohn. Rückruf wegen Klimaanlage als Brandgefahr bekannt.
Frühes Infotainment-System (COMAND) der Vor-Facelift-Version friert ein, startet langsam oder stürzt ab. Kollisionswarner PRE-SAFE löst fälschlicherweise Vollbremsungen aus. Software-Updates nötig.
Laut TÜV-Berichten fallen Blinker und Warnblinkanlage beim W176 überdurchschnittlich häufig aus. Defekte Relais oder Steuergeräte sind meist die Ursache.
Kunststoffverkleidungen im Innenraum, Panoramadach und Kofferraumabdeckung erzeugen störende Knarz- und Klappergeräusche. Günstiger Innenraum für Markenniveau bemängelt.
Berichte & Tests
Der W176 gehört in seiner Altersklasse zu den besten Kompaktwagen bei der Hauptuntersuchung und überzeugt mit stabiler Fahrwerkstechnik.
Der W176 zählt in seiner Altersgruppe zu den pannenunauffälligen Kompaktwagen und landet konsistent im grünen Bereich.