Mercedes-Benz AMG GT 53
Rückkehr zum Reihensechszylinder nach Jahren des M276-V6 — und der Unterschied ist sofort spürbar. Seidigerer Lauf, gleichmäßigeres Hochdrehen, Drehmomentplateau von 1.600–4.000/min ohne jede Schwäche. Das 48V-Mild-Hybrid-System mit integriertem Startergenerator (ISG) ist kein Marketing-Begriff: 16 kW Schub beim Anfahren füllt die Turboladerverzögerung vollständig aus, im Segel-Modus messbare Kraftstoffeinsparung. Beim Kauf auf die 48V-Batterie achten — Ausfall liegt bei 2.000–4.000 €, betrifft überwiegend Baujahre bis 2022. Elektrische Kühlmittelpumpen können ab 80.000 km versagen. Öl alle 10.000 km wechseln, nicht auf Longlife verlassen — HPFP und Nockenwellensteller reagieren empfindlich auf altes Öl. Kaltstart-Rasseln der Wastegate-Buchse ist konstruktionsbedingt und kein Schaden. Insgesamt ein sehr gelungener Motor, der bei korrekter Pflege problemlos 250.000 km hält.
GT 53 — fast ein richtiger AMG
435 PS EQ-Boost, 0–100 in 4,5 Sekunden — der GT 53 ist messbar schnell. Der Reihensechs läuft seidig, das Fahrwerk straff-sportlich. Was fehlt: das V8-Beben des GT 63. Für 40.000 € weniger als der GT 63 ein vernünftiger Kompromiss — für Vernunft kauft aber niemand dieses Auto. Trotzdem überzeugend auf Langstrecke.
Motor-Schwachstellen 9
Häufig gemeldetes Problem: 48V-Batterie des EQ-Boost-Systems fällt aus und kostet Ersatz 2.000–4.000 €. Konstruktionsproblem mit Masseanbindung in frühen Fahrzeugen.
Symptome: EQ-Boost deaktiviert, Start-Stopp-System ausgefallen, Hybrid-Warnleuchte, sporadische Startprobleme
Das bekannte Mercedes-Problem undichter Nockenwellenmagnete betrifft auch den M256 (gleiche Magnettechnik wie M276/M270). Öl wandert über Kapillarwirkung und zerstört Lambdasonden und Steuergerät.
Symptome: Lambdasonde-Fehlercodes, MKL, unrunder Lauf. Mehrere elektrische Fehler gleichzeitig im Fortschritt
M256 zeigt ab ca. 100.000 km erhöhten Ölverbrauch, zurückzuführen auf PCV-System und Zylinderwände. Regelmäßige Kontrolle des Ölstands notwendig.
Symptome: Sinkender Ölstand, gelegentlich bläulicher Rauch nach Warmfahrphase
Der riemenlose M256 betreibt ausschließlich elektrische Kühlmittelpumpen. Pumpenmotoren versagen intern und lösen Temperaturwarnungen aus. Entlüften erfordert Spezialdiagnosegerät.
Symptome: Kühlmitteltemperatur-Warnmeldung, unregelmäßige Betriebstemperatur, gelegentliche Überhitzungswarnung
Die nockenwellengetriebene Hochdruckpumpe des M256 kann bei unregelmäßigen Ölwechseln frühzeitig verschleißen. Injektoren können durch Metallabrieb beschädigt werden.
Symptome: Kraftstoffdruck-Fehlercodes, rauer Leerlauf, Startprobleme, Aussetzer unter Last, erhöhter Kraftstoffverbrauch
Bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb kann der OPF nicht vollständig regenerieren. Leistungsabfall und erhöhter Verbrauch die Folge. Bei Autobahnfahrern nahezu kein Risiko.
Symptome: Leistungsabfall bei höherer Last, erhöhter Kraftstoffverbrauch, gelegentlich Warnmeldung Partikelfilter, Motor läuft unrunder
Der M256 nutzt Camtronic-Nockenwellenverstellung — gleiche Technologie wie M276/M270 mit dokumentierten Ausfällen. Verschleiß an Verstelleinheit oder Magnetventil möglich. Ölqualität entscheidend.
Symptome: Ruckeln bei niedrigen Drehzahlen, Nockenwellenpositionssensor-Fehlercode, unruhiger Leerlauf, Motorwarnung mit Leistungsreduktion
Direkteinspritzung des M256-Reihensechszylinders führt zu Koksablagerungen an Einlassventilen. Walnut-Blasting alle 60.000–80.000 km empfohlen.
Symptome: Ruckeln im unteren Drehzahlbereich, unruhiger Leerlauf, sporadische Zündaussetzer bei Kaltstart
Klappergeräusch beim Kaltstart durch Wastegate-Führungsbuchse mit konstruktionsbedingtem Spiel. Borgwarner erklärt: nötig, damit Wastegate bei Betriebstemperatur nicht klemmt. Mercedes stuft es als Stand der Technik ein — kein Defekt.
Symptome: Klappern oder Rasseln in den ersten Sekunden nach Kaltstart, verschwindet nach Warmlauf
Fahrzeug-Schwachstellen 6
Einzelne X290-Besitzer berichteten von plötzlichem Abschalten des Fahrzeugs durch abruptes Neutral-Schalten des AMG Speedshift MCT. Getriebe-Softwareupdate erforderlich.
Nach Software-Updates wurden bei einzelnen X290 Motorsteuergeräte beschädigt. Ein Besitzer benötigte 14 Tage Werkstattaufenthalt und vollständigen Austausch von Kombiinstrument und Steuergeräten.
Mercedes rief weltweit 12.509 AMG GT-Modelle (X290) zurück. Der Prozessor im Steuergerät des Hochvolt-Startergenerators kann überladen und das Antriebssystem abschalten.
Mehrfach dokumentierte Softwarefehler im MBUX-System: Kombiinstrument-Totalausfall, Distronic und aktiver Bremsassistent ohne Funktion, Heckspoiler reagiert nicht.
Das 8-Gang-DCT-Getriebe zeigt harte Schaltvorgänge beim Hochschalten von Gang 1 auf 2 im Komfortmodus. Software-Updates lösen das Problem nicht immer vollständig.
Das MBUX-Infotainment-System friert nach OTA-Updates ein oder verliert Funktionen wie Sprachsteuerung, Navigation und Verkehrszeichenerkennung. Ursache sind Inkompatibilitäten zwischen neuer Software und bestehender Hardware.
Berichte & Tests
Das 4-türige AMG GT Coupé zeigt als junge Baureihe ausgezeichnete TÜV-Werte.