Mercedes-Benz GLE 450
Rückkehr zum Reihensechszylinder nach Jahren des M276-V6 — und der Unterschied ist sofort spürbar. Seidigerer Lauf, gleichmäßigeres Hochdrehen, Drehmomentplateau von 1.600–4.000/min ohne jede Schwäche. Das 48V-Mild-Hybrid-System mit integriertem Startergenerator (ISG) ist kein Marketing-Begriff: 16 kW Schub beim Anfahren füllt die Turboladerverzögerung vollständig aus, im Segel-Modus messbare Kraftstoffeinsparung. Beim Kauf auf die 48V-Batterie achten — Ausfall liegt bei 2.000–4.000 €, betrifft überwiegend Baujahre bis 2022. Elektrische Kühlmittelpumpen können ab 80.000 km versagen. Öl alle 10.000 km wechseln, nicht auf Longlife verlassen — HPFP und Nockenwellensteller reagieren empfindlich auf altes Öl. Kaltstart-Rasseln der Wastegate-Buchse ist konstruktionsbedingt und kein Schaden. Insgesamt ein sehr gelungener Motor, der bei korrekter Pflege problemlos 250.000 km hält.
GLE 450 — Komfort-König ohne Sportanspruch
270 kW M256 im 2,3-Tonnen-SUV — genug für entspanntes Vorankommen, zu wenig für Begeisterung. Verbrauch 9–10 Liter im Mix realistisch. Mit E-Active Body Control der technisch interessanteste SUV der Klasse. Kein Kurvenräuber, aber ungeschlagener Technologie-Komfort. Der M256 arbeitet hier als souveräner Dienstleister.
Motor-Schwachstellen 9
Häufig gemeldetes Problem: 48V-Batterie des EQ-Boost-Systems fällt aus und kostet Ersatz 2.000–4.000 €. Konstruktionsproblem mit Masseanbindung in frühen Fahrzeugen.
Symptome: EQ-Boost deaktiviert, Start-Stopp-System ausgefallen, Hybrid-Warnleuchte, sporadische Startprobleme
Das bekannte Mercedes-Problem undichter Nockenwellenmagnete betrifft auch den M256 (gleiche Magnettechnik wie M276/M270). Öl wandert über Kapillarwirkung und zerstört Lambdasonden und Steuergerät.
Symptome: Lambdasonde-Fehlercodes, MKL, unrunder Lauf. Mehrere elektrische Fehler gleichzeitig im Fortschritt
M256 zeigt ab ca. 100.000 km erhöhten Ölverbrauch, zurückzuführen auf PCV-System und Zylinderwände. Regelmäßige Kontrolle des Ölstands notwendig.
Symptome: Sinkender Ölstand, gelegentlich bläulicher Rauch nach Warmfahrphase
Der riemenlose M256 betreibt ausschließlich elektrische Kühlmittelpumpen. Pumpenmotoren versagen intern und lösen Temperaturwarnungen aus. Entlüften erfordert Spezialdiagnosegerät.
Symptome: Kühlmitteltemperatur-Warnmeldung, unregelmäßige Betriebstemperatur, gelegentliche Überhitzungswarnung
Die nockenwellengetriebene Hochdruckpumpe des M256 kann bei unregelmäßigen Ölwechseln frühzeitig verschleißen. Injektoren können durch Metallabrieb beschädigt werden.
Symptome: Kraftstoffdruck-Fehlercodes, rauer Leerlauf, Startprobleme, Aussetzer unter Last, erhöhter Kraftstoffverbrauch
Bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb kann der OPF nicht vollständig regenerieren. Leistungsabfall und erhöhter Verbrauch die Folge. Bei Autobahnfahrern nahezu kein Risiko.
Symptome: Leistungsabfall bei höherer Last, erhöhter Kraftstoffverbrauch, gelegentlich Warnmeldung Partikelfilter, Motor läuft unrunder
Der M256 nutzt Camtronic-Nockenwellenverstellung — gleiche Technologie wie M276/M270 mit dokumentierten Ausfällen. Verschleiß an Verstelleinheit oder Magnetventil möglich. Ölqualität entscheidend.
Symptome: Ruckeln bei niedrigen Drehzahlen, Nockenwellenpositionssensor-Fehlercode, unruhiger Leerlauf, Motorwarnung mit Leistungsreduktion
Direkteinspritzung des M256-Reihensechszylinders führt zu Koksablagerungen an Einlassventilen. Walnut-Blasting alle 60.000–80.000 km empfohlen.
Symptome: Ruckeln im unteren Drehzahlbereich, unruhiger Leerlauf, sporadische Zündaussetzer bei Kaltstart
Klappergeräusch beim Kaltstart durch Wastegate-Führungsbuchse mit konstruktionsbedingtem Spiel. Borgwarner erklärt: nötig, damit Wastegate bei Betriebstemperatur nicht klemmt. Mercedes stuft es als Stand der Technik ein — kein Defekt.
Symptome: Klappern oder Rasseln in den ersten Sekunden nach Kaltstart, verschwindet nach Warmlauf
Fahrzeug-Schwachstellen 10
Falsch montierte Kondenswasser-Ablaufschläuche der Klimaanlage leiten Wasser in den Innenraum. Kurzschlüsse und Brandgefahr. KBA-Rückruf 012644 betrifft 11.601 Fahrzeuge.
Bei frühen V167-Modellen entsprechen Kolbenstangendichtungen nicht den Spezifikationen. Austretende Hydraulikflüssigkeit führt zu vorzeitigem Versagen.
Ein fehlerhaft geschweißter Bolzen auf der rechten Fahrzeugseite lässt Wasser eindringen. Elektrische Kontakte für Motor, Beleuchtung und Scheibenwischer können ausfallen. Ca. 3.576 Fahrzeuge betroffen.
Fehlerhaft verlegte Kondensatablaufschläuche leiten Wasser ins Fahrzeuginnere. Kontakt mit Elektrik kann Kurzschlüsse und Brandgefahr verursachen. Rückruf KBA 012644, 171.463 Fahrzeuge weltweit.
Bei frühen C167-Exemplaren kann die Kolbenstangendichtung die Dichtigkeitsanforderungen nicht dauerhaft erfüllen. Kipprisiko bei maximaler Beladung und Kurvenfahrt.
Fehlerhaft verlegte Kondenswasser-Ablaufschläuche der Klimaanlage können Kurzschlüsse und Brandgefahr verursachen. Ca. 171.463 Fahrzeuge weltweit betroffen.
Defekt gesicherte Zierleisten der Fensterschachtdichtungen können sich bei Fahrt lösen. Ca. 450.000 Fahrzeuge der 167er-Plattform weltweit betroffen.
Das Infotainment-System friert gelegentlich ein. Klimasteuerung und Sitzverstellungen bleiben ohne Funktion. Softwareupdates verbessern die Situation nur teilweise.
Zierleisten an den Fondtüren lösen sich ab. Rund 450.000 Fahrzeuge betroffen. Mercedes übernimmt Kosten im Rahmen einer Kulanzaktion.
Das MBUX-System reagiert nicht mehr auf Touchbefehle oder hängt sich bei langen Fahrten auf. Software-Updates lindern das Problem, lösen es aber oft nicht dauerhaft.
Berichte & Tests
Die aktuelle GLE-Generation zeigt ausgezeichnete Hauptuntersuchungsergebnisse.