Mercedes-Benz AMG GLE 43
Vier-Ventil-V6 in zwei Grundvarianten: 3,5L Sauger (DES 35, 185–225 kW) mit Direkteinspritzung und Schichtbrennverfahren — kultiviert, linear, kein klassisches Saugmotor-Gefühl. Und die 3,0L BiTurbo-Familie (DEH 30 LA, 245–295 kW) mit Nanoslide-Beschichtung, zwei Turboladern und Wasser-Luft-Ladeluftkühler. Letztere singt ab 2.500 rpm sonor und kreischt oben raus — für einen V6 außergewöhnlich gut. Schwachpunkte: Steuerkette verschleißt früh wenn Ölwechsel-Intervalle ausgereizt werden. Ölkühler im V-Block dichtet nicht ewig. Nockenwellenmagnete undicht. Beim 3,5L Schichtlader dazu NOx-Sensoren-Ausfälle durch Kurzstrecke. Frühe DES 35 (2011–2013) hatten Kolbenkipper-Probleme. Das BiTurbo-Aggregat mit Nanoslide gilt als robuster. Gepflegt mit kurzen Ölwechsel-Intervallen (10.000–12.000 km) hält der Motor problemlos über 200.000 km.
AMG-Motor im Dienstanzug — schnell, nicht aufregend
390 PS V6 BiTurbo mit AMG-Abstimmung: klingt gut, schiebt kräftig, aber im schweren GLE fehlt dem Fahrerlebnis der letzte Funke. Das Auto ist objektiv schnell — 5,7 Sekunden auf 100 — aber emotional bleibt es ein Komfort-SUV mit sportlichem Badge. Für alle die AMG-Leistung im SUV wollen, ohne den V8-Aufpreis des GLE 63.
Motor-Schwachstellen 10
Bekannte Schwachstelle: Die Dichtung des Ölkühlers im V-Block des M276 altert und wird undicht. Reparatur extrem aufwendig da Motor teilzerlegt werden muss — Kosten 1.700–3.800 €.
Symptome: Ölflecken unter dem Fahrzeug, Regenbogenmuster auf nasser Fahrbahn, sinkender Ölstand, Ölgeruch
Bekanntes Schadensbild aller neueren Mercedes-Motoren: Magnetventile undicht, Öl kriecht in Kabelbaum. Erst sterben Lambdasonden, dann das Steuergerät. Reparatur bis 1.970 € dokumentiert.
Symptome: Motorkontrollleuchte mit Nockenwellenfehlercode, Lambdasondenausfall, Ölfilm an Steckern, im Extremfall Steuergeräteausfall
Bei frühen M276 DES 35 (Baujahr 2011–2013) können sich Kolben durch Zylinderlaufflächen-Verschleiß lockern. Klopfgeräusche beim Kaltstart, im schlimmsten Fall Motorschaden.
Symptome: Klackern und Klopfen bei Kaltstart aus dem Motorbereich, lauter werdend über Zeit, unruhiger Leerlauf bei kaltem Motor
Zweistufiges Kettenantriebssystem des M276 erhält bei frühen Motoren unzureichend Öl, was zu vorzeitigem Kettenverschleiß führt.
Symptome: Rasselgeräusch beim Kaltstart, unruhiger Leerlauf, im schlimmsten Fall Kettenriss
Der M276 hat ein Kunststoff-Thermostatgehäuse das im Alter rissig wird und Kühlmittel verliert. Auch der Thermostat selbst kann in Offenstellung versagen.
Symptome: Kühlmittelverlust, Pfütze unter Fahrzeug, Fehlercode P0128, Motor bleibt zu kalt bei Autobahnfahrten, Temperaturanzeige schwankt
Das PCV-System des M276 mit Ölabscheider ist bekannt für Ausfälle durch defekte Membranen oder verstopfte Ventile. Erhöhter Ölverbrauch und Leistungsverlust durch Falschluft.
Symptome: Ölverbrauch steigt spürbar, blauer Rauch aus dem Auspuff, Fehlercode Kurbelgehäuseentlüftung P052E, Leistungsverlust
Beim M276 DES 35 (Schichtlader) fallen die NOx-Sensoren im Abgasstrang aus. Feuchtigkeit sammelt sich am Sensor — Kurzstrecke verhindert Ausbrennen. Reparaturkosten 900–1.200 € je Sensor.
Symptome: Motorkontrollleuchte, Fehlercode NOx-Sensor, eventuell erhöhter Verbrauch und schlechteres Startverhalten
Der Abgaskrümmer kann durch Thermoschocks reißen — v.a. sportlich gefahrene Exemplare und Frühbaujahre. Reparatur durch Schweißen möglich, hält aber nicht dauerhaft.
Symptome: Ungewohnt lauter Auspuffklang, Leistungsverlust, Abgasgeruch im Motorraum oder Innenraum, falsche Lambda-Sonden-Werte
Bei M276 BiTurbo-Varianten kann das Wastegate-Gestänge der Turbolader ausschlagen und klappern. Progressiv lauter werdendes Metallgeräusch aus dem Turbo-Bereich. Turbolader-Austausch erforderlich.
Symptome: Metallisches Klappern und Rasseln aus dem Motorbereich, besonders unter Last, nimmt über Monate zu, Fehlercode Ladedruck
Direkteinspritzung des V6 M276 verursacht Koksablagerungen an den Einlassventilen. Bei höheren Kilometerständen Reinigung notwendig.
Symptome: Ruckeln beim Beschleunigen aus dem Teillastbereich, unruhiger Leerlauf, leichter Verbrauchsanstieg
Fahrzeug-Schwachstellen 6
Die optionale AIRMATIC leidet bei höheren Laufleistungen unter undichten Luftbälgen. Der Kompressor pumpt dauerhaft nach und verbrennt schließlich.
Aluminiumschrauben am Lenkgetriebe korrodieren durch Streusalz. Beim Bruch aller drei Schrauben fällt die Servolenkung aus. KBA-Rückruf 012425.
AIRMATIC-Kompressor fällt ab 80.000 km häufig aus, Fahrzeug sackt ab oder zeigt dauerhaft Fehlermeldungen. Reparatur in Mercedes-Werkstatt sehr kostenintensiv.
Bei Diesel-Varianten zeigen Sensoren fehlerhaft zu geringen AdBlue-Füllstand trotz vollem Tank. Kristallisiertes AdBlue und defekte NOx-Sensoren verursachen kostspielige Reparaturen.
Das Artico-Kunstleder der Sitzwangen reißt oft schon nach 3–5 Jahren auf, unabhängig von der Pflege. Kulanzannahme durch Mercedes schwankend.
LED-Scheinwerfer zeigen regelmäßig Wassertropfen im Inneren. Langfristig droht Schädigung der LEDs und Elektronik. Im schlimmsten Fall Scheinwerfertausch erforderlich.
Berichte & Tests
Der GLE liegt im SUV-Klassendurchschnitt, mit guten Bremswerten aber Schwächen bei Antriebswellen.
Der GLE/ML zeigt in der Pannenauswertung sehr gute Zuverlässigkeit für ein großes SUV.