Mercedes-Benz GLK 350
Vier-Ventil-V6 in zwei Grundvarianten: 3,5L Sauger (DES 35, 185–225 kW) mit Direkteinspritzung und Schichtbrennverfahren — kultiviert, linear, kein klassisches Saugmotor-Gefühl. Und die 3,0L BiTurbo-Familie (DEH 30 LA, 245–295 kW) mit Nanoslide-Beschichtung, zwei Turboladern und Wasser-Luft-Ladeluftkühler. Letztere singt ab 2.500 rpm sonor und kreischt oben raus — für einen V6 außergewöhnlich gut. Schwachpunkte: Steuerkette verschleißt früh wenn Ölwechsel-Intervalle ausgereizt werden. Ölkühler im V-Block dichtet nicht ewig. Nockenwellenmagnete undicht. Beim 3,5L Schichtlader dazu NOx-Sensoren-Ausfälle durch Kurzstrecke. Frühe DES 35 (2011–2013) hatten Kolbenkipper-Probleme. Das BiTurbo-Aggregat mit Nanoslide gilt als robuster. Gepflegt mit kurzen Ölwechsel-Intervallen (10.000–12.000 km) hält der Motor problemlos über 200.000 km.
V6 im Kompakt-SUV — solide Motorisierung ohne Aufregung
306 PS im GLK sind mehr als genug — der kompakte SUV fühlt sich damit nie untermotorisiert. Allrad serienmäßig, Verbrauch 11-13 Liter auf der Langstrecke möglich. Der V6 ist hier ein braver Dienstleister: zuverlässig, ausreichend kräftig, akustisch unauffällig. Kein Fahrerlebnis, aber ein gut motorisierter Alltagswagen.
Motor-Schwachstellen 10
Bekannte Schwachstelle: Die Dichtung des Ölkühlers im V-Block des M276 altert und wird undicht. Reparatur extrem aufwendig da Motor teilzerlegt werden muss — Kosten 1.700–3.800 €.
Symptome: Ölflecken unter dem Fahrzeug, Regenbogenmuster auf nasser Fahrbahn, sinkender Ölstand, Ölgeruch
Bekanntes Schadensbild aller neueren Mercedes-Motoren: Magnetventile undicht, Öl kriecht in Kabelbaum. Erst sterben Lambdasonden, dann das Steuergerät. Reparatur bis 1.970 € dokumentiert.
Symptome: Motorkontrollleuchte mit Nockenwellenfehlercode, Lambdasondenausfall, Ölfilm an Steckern, im Extremfall Steuergeräteausfall
Bei frühen M276 DES 35 (Baujahr 2011–2013) können sich Kolben durch Zylinderlaufflächen-Verschleiß lockern. Klopfgeräusche beim Kaltstart, im schlimmsten Fall Motorschaden.
Symptome: Klackern und Klopfen bei Kaltstart aus dem Motorbereich, lauter werdend über Zeit, unruhiger Leerlauf bei kaltem Motor
Zweistufiges Kettenantriebssystem des M276 erhält bei frühen Motoren unzureichend Öl, was zu vorzeitigem Kettenverschleiß führt.
Symptome: Rasselgeräusch beim Kaltstart, unruhiger Leerlauf, im schlimmsten Fall Kettenriss
Der M276 hat ein Kunststoff-Thermostatgehäuse das im Alter rissig wird und Kühlmittel verliert. Auch der Thermostat selbst kann in Offenstellung versagen.
Symptome: Kühlmittelverlust, Pfütze unter Fahrzeug, Fehlercode P0128, Motor bleibt zu kalt bei Autobahnfahrten, Temperaturanzeige schwankt
Das PCV-System des M276 mit Ölabscheider ist bekannt für Ausfälle durch defekte Membranen oder verstopfte Ventile. Erhöhter Ölverbrauch und Leistungsverlust durch Falschluft.
Symptome: Ölverbrauch steigt spürbar, blauer Rauch aus dem Auspuff, Fehlercode Kurbelgehäuseentlüftung P052E, Leistungsverlust
Beim M276 DES 35 (Schichtlader) fallen die NOx-Sensoren im Abgasstrang aus. Feuchtigkeit sammelt sich am Sensor — Kurzstrecke verhindert Ausbrennen. Reparaturkosten 900–1.200 € je Sensor.
Symptome: Motorkontrollleuchte, Fehlercode NOx-Sensor, eventuell erhöhter Verbrauch und schlechteres Startverhalten
Der Abgaskrümmer kann durch Thermoschocks reißen — v.a. sportlich gefahrene Exemplare und Frühbaujahre. Reparatur durch Schweißen möglich, hält aber nicht dauerhaft.
Symptome: Ungewohnt lauter Auspuffklang, Leistungsverlust, Abgasgeruch im Motorraum oder Innenraum, falsche Lambda-Sonden-Werte
Bei M276 BiTurbo-Varianten kann das Wastegate-Gestänge der Turbolader ausschlagen und klappern. Progressiv lauter werdendes Metallgeräusch aus dem Turbo-Bereich. Turbolader-Austausch erforderlich.
Symptome: Metallisches Klappern und Rasseln aus dem Motorbereich, besonders unter Last, nimmt über Monate zu, Fehlercode Ladedruck
Direkteinspritzung des V6 M276 verursacht Koksablagerungen an den Einlassventilen. Bei höheren Kilometerständen Reinigung notwendig.
Symptome: Ruckeln beim Beschleunigen aus dem Teillastbereich, unruhiger Leerlauf, leichter Verbrauchsanstieg
Fahrzeug-Schwachstellen 7
OM642-Diesel-Ölkühler neigt ab hoher Laufleistung zu Undichtigkeiten. Ölspuren unter dem Getriebe sind ein Warnsignal. Reparatur erfordert 7 Stunden Arbeitsaufwand durch vollständige Demontage.
Im Hohlprofil des Hinterachsträgers bildet sich Innenkorrosion hinter dem Gummilager. Bei fortgeschrittenem Befall gefährdete strukturelle Integrität. Mercedes übernimmt Reparatur häufig per Kulanz.
Bremsleitungen korrodieren an Leitungshalterungen, wo sich Schmutz und Salz ansammeln. Tausch erfordert Absenken der Hinterachse, ggf. auch Kraftstofftank. Werkstattkosten 220–2.000 €.
Feststellbremse setzt fest, wenn sie nicht regelmäßig genutzt wird. Bremsleitungen rosten mit dem Alter. Bremsprobleme nehmen mit steigendem Fahrzeugalter zu. Bremsbeläge bei Benzinern schnell verschlissen.
GLK ist schwerer als verwandter W204, dadurch höherer Verschleiß der Fahrwerksbuchsen. Vorderachsquerlenker und Stabilisatorlager besonders betroffen. Xenon-Halterungen vibrieren.
Elektrische Heckklappe öffnet nicht mehr vollständig oder gar nicht, Steuergerät muss getauscht werden. COMAND-Infotainmentsystem friert ein. Heckscheiben-Wischer blockiert. Rückfahrkamera fällt sporadisch aus.
Unter Kunststoff-Abdeckungen und rund um nachgerüstete Anhängervorrichtungen sammelt sich Schmutz und es bildet sich Rost. Unterboden in Bereichen ohne regelmäßige Kontrolle anfällig.
Berichte & Tests
Gesamtsieger des TÜV-Reports 2017 — der Kompakt-SUV gehörte zu den mängelärmsten Fahrzeugen seiner Zeit.
Der Kompakt-SUV zeigt auch in der Pannenstatistik sehr gute Zuverlässigkeitswerte.