Mercedes-Benz S 400 CDI
Der erste V8-Diesel in der Automobilgeschichte von Mercedes — Weltpremiere im Jahr 2000. Common-Rail mit 1.350 bar, zwei Turbolader in Tandem-Anordnung, 4,0 Liter Hubraum. Das Ergebnis: 570 Nm ab 1.600 U/min, eine Charakteristik die seinerzeit kein Ottomotor dieser Klasse in dieser Souveränität bot. Der Motor ist wartungsintensiv. Steuerkette und Kettenspanner sind ab etwa 150.000 km fällig — kein Wunschkonzert, sondern Pflicht. Der rechte Turbolader ist die bekannte Schwachstelle und wird früher oder später gewechselt werden müssen. Injektoren und Hochdruckpumpe mögen keinen Kraftstoff minderer Qualität. Öl alle 10.000 km wechseln, Mercedes-Freigabe 229.51 oder besser — der Motor verzeiht keine Sparmassnahmen beim Schmierstoff. Bei konsequenter Pflege sind 300.000 km realistisch. Günstig ist das alles nicht, aber wer sich einen V8-Diesel leistet, kalkuliert das ein.
Erster V8-Diesel der Welt — Limousinen-Diesel neu definiert
Weltpremiere 2000: Im S 400 CDI debütierte der erste V8-Diesel der Automobilgeschichte. 570 Nm bei nahezu Leerlaufdrehzahl, dabei leiser als jeder Sechszylinder-Diesel seiner Zeit. Historisch bedeutsam, fahrerisch unaufgeregt grossartig.
Motor-Schwachstellen 6
Steuerkette dehnt sich ab ca. 150.000 km, Kettenspanner und Gleitschienen verschleissen. Kaltstartrasseln typisches Fruehwarnsignal. Unbehandelt droht Kettenspringen und totaler Motorschaden.
Symptome: Metallisches Rasseln beim Kaltstart, das nach 3-5 Sekunden nachlasst. Bei starker Dehnung auch im Betrieb hoerbar.
Der rechte Turbolader gilt als klassische Schwachstelle des OM628. Totalausfall beider Turbos ab ca. 90.000-100.000 km dokumentiert. Reparatur am V8-Dieselaggregat entsprechend aufwendig.
Symptome: Deutlicher Leistungsverlust, blaulicher oder weisser Rauch aus dem Auspuff, pfeifendes Geraeusch unter Last.
Durch extreme Druckbelastung geben Zylinderkopfdichtungen nach. CO2 tritt ins Kuehlsystem ein, erhoehter Druck drueckt Kuehlmittel ueber den Ausgleichsbehaelter hinaus. Motorausbau fuer Reparatur.
Symptome: Kuehlmittelwarnleuchte, Kuehlmittel am Ausgleichsbehaelter laeuft ueber, Kuehlmittelstand sinkt kontinuierlich.
Common-Rail-Injektoren neigen bei hohen Laufleistungen zu Undichtigkeiten an Kupferdichtringen und Befestigungsschrauben. Injektor-Ausfall kann Folgeschaeden am Motor verursachen.
Symptome: Russfahnen, unruhiger Motorlauf, Leistungsverlust, Kraftstoffgeruch im Motorraum. Bei fortgeschrittenem Schaden Startschwierigkeiten.
Der hintere Kurbelwellensimmerring zwischen Motor und Getriebe leckt bei hoeheren Laufleistungen. Getriebe muss ausgebaut werden, um den Dichtring zu wechseln -- aufwendige Arbeit.
Symptome: Oelpfuetze unter dem Fahrzeug mittig bis hinten, Oelverlust zwischen Motor und Getriebeblock sichtbar.
Rueckgeleitete Abgase setzen Ansaugbruecke, Einlasskaenaele und Mischgehaese mit bis zu 2 cm Russschicht zu. Kraftstoffverbrauch steigt messbar, Leistung sinkt schleichend.
Symptome: Schleichender Leistungsverlust, erhoehter Verbrauch, gelegentlich Ruckeln im Teillastbereich.
Fahrzeug-Schwachstellen 6
Der Airmatic-Kompressor läuft bei Undichtigkeiten im System dauerhaft und brennt durch. Ohne schnelles Eingreifen folgen Totalausfall der Luftfederung und Blockierung der Niveauregulierung.
Die Luftfederbalgdichtungen altern und werden undicht. Das Fahrzeug sackt einseitig oder vollständig ab. Alle vier Federbeine sind bis ca. 250.000 km fällig für Austausch.
Drei SAM-Module im Motorraum und Innenraum sind anfällig für Wassereinbruch durch verstopfte Ablaufkanäle. Folgeschäden können den Restwert des Fahrzeugs übersteigen.
Die Hohlprofil-Schweller des W220 rosten von innen nach außen durch. Äußerlich ist lange nichts zu sehen, bis der Rost bereits weit fortgeschritten ist. Besonders VorMopf-Modelle (1998–2002) betroffen.
Der W220 rostet an Unterboden, Radläufen und Schweißnähten, besonders wenn der Korrosionsschutz nicht regelmäßig erneuert wurde.
Die elektrischen Fensterheber sind für das Gewicht der W220-Doppelglasfenster nicht ausgelegt und verschleißen frühzeitig. Besonders Fahrerseite betroffen.
Berichte & Tests
Die hohe Komplexität der Baureihe führt im Alter zu überdurchschnittlichen Mängelquoten bei der Hauptuntersuchung.
Hohe Pannenhäufigkeit durch die aufwendige Elektronik und zahlreiche Komfortsysteme.