Mercedes-Benz S 63 AMG
Letzter frei saugender V12 von Mercedes vor dem Wechsel zur Biturbo-Ära mit dem M275. Der M137 arbeitet mit SOHC-Ventilsteuerung und drei Ventilen pro Zylinder — zwei Einlass, ein Auslass — eine Architektur, die Mercedes nirgendwo sonst in dieser Konsequenz gebaut hat. Zur Kraftstoffeinsparung wurde eine hydraulisch-elektrische Zylinderabschaltung (ZAS) verbaut, die bei hohem Alter zur Hauptsorge wird: Die ZAS-Ventile schalten die halbe Zylinderbank ab, wenn sie ausfallen. Das Gleiche gilt für die beiden vergossenen Zündmodulbänke — vollständig untrennbar, nicht zu reparieren, und teuer im Ersatz. Wer einen gut gewarteten M137 kauft, bekommt einen der sanftesten Motorenklänge überhaupt: seidig, gleichförmig, unhörbar bei Reisetempo. Der Preis dafür ist ein Wartungsaufwand, der nichts für knappes Budget ist.
Staatskarosse mit handgebautem AMG-V12
444 PS NA-V12 von AMG, von Hand gefertigt, in einer Langversion-Limousine. 0–100 in 5,5 Sekunden mit sechs Zylindern Reserve. Nur ca. 70 Stück gebaut, fast alle an ausgewählte Kunden. Wer heute eines kauft, kauft Geschichte — und ein erhebliches Wartungsbudget.
Motor-Schwachstellen 6
Die hydraulisch-elektrischen ZAS-Ventile der Zylinderabschaltung fallen mit zunehmendem Alter aus. Plötzlich nur noch 6 Zylinder aktiv, MKL leuchtet. Reparaturkosten ca. 880 € pro Ventil.
Symptome: Motor läuft rau und vibriert stark, deutlicher Leistungsverlust, Motorkontrollleuchte, Fehler P0307–P0312
Die zwei Zündmodulbänke (je eine pro Zylinderreihe) fallen nach 10–15 Jahren aus — oft kurz hintereinander. Vollvergossene Bauteile, nicht reparierbar; OEM-Ersatz ca. 1.400 € pro Stück.
Symptome: Starker Leistungsverlust, unrunder Motorlauf, mehrere Zylindermisfire-Codes P0300–P0312, Benzingeruch am Auspuff
Bei hohem Kilometerstand werden die Zylinderlaufflächen oval, Öl gelangt in den Brennraum. Folgekosten durch verschmutzte Lambda-Sonden und Katalysatoren extrem hoch.
Symptome: Blauer Rauch beim Start, stetig steigender Ölverbrauch (>0,5 l/1.000 km), verschmutzte Lambdasonden
Der im V-Tal sitzende Öl-Wasser-Wärmetauscher wird undicht und verliert Öl an der Hinterseite des Motors. Zugang erfordert weitgehende Demontage, Arbeitskosten daher hoch.
Symptome: Ölflecken unter dem Fahrzeug, Ölverlust ohne sichtbare externe Leckage, Ölgeruch nach dem Abstellen
Die 12 einzelnen Zündspulen des V12 fallen nacheinander aus. Bei 12 Zylindern häufige Werkstattbesuche. Tausch aller Spulen prophylaktisch empfohlen.
Symptome: Zündaussetzer, unrunder Lauf, Motorleuchte P0301-P0312
M137 V12 ist ölverlustanfällig: Ventildeckeldichtungen und Ölwannendichtung verschleißen typisch. 1-1,5 L Ölverbrauch pro 1.000 km gelten als akzeptabel.
Symptome: Ölgeruch im Motorraum, Ölflecken unter dem Fahrzeug, sinkender Ölstand.
Fahrzeug-Schwachstellen 6
Der Airmatic-Kompressor läuft bei Undichtigkeiten im System dauerhaft und brennt durch. Ohne schnelles Eingreifen folgen Totalausfall der Luftfederung und Blockierung der Niveauregulierung.
Die Luftfederbalgdichtungen altern und werden undicht. Das Fahrzeug sackt einseitig oder vollständig ab. Alle vier Federbeine sind bis ca. 250.000 km fällig für Austausch.
Drei SAM-Module im Motorraum und Innenraum sind anfällig für Wassereinbruch durch verstopfte Ablaufkanäle. Folgeschäden können den Restwert des Fahrzeugs übersteigen.
Die Hohlprofil-Schweller des W220 rosten von innen nach außen durch. Äußerlich ist lange nichts zu sehen, bis der Rost bereits weit fortgeschritten ist. Besonders VorMopf-Modelle (1998–2002) betroffen.
Der W220 rostet an Unterboden, Radläufen und Schweißnähten, besonders wenn der Korrosionsschutz nicht regelmäßig erneuert wurde.
Die elektrischen Fensterheber sind für das Gewicht der W220-Doppelglasfenster nicht ausgelegt und verschleißen frühzeitig. Besonders Fahrerseite betroffen.
Berichte & Tests
Die hohe Komplexität der Baureihe führt im Alter zu überdurchschnittlichen Mängelquoten bei der Hauptuntersuchung.
Hohe Pannenhäufigkeit durch die aufwendige Elektronik und zahlreiche Komfortsysteme.