Mercedes-Benz SLC 300
Moderner Turbo-Vierzylinder mit Direkteinspritzung und Piezo-Injektoren. Nachfolger des M271. Weniger anfällig für Steuerketten-Probleme. Gute Balance aus Leistung und Verbrauch.
SLC 300: lebhafter Roadster
180 kW M274 im SLC — endlich genug Leistung für echten Roadster-Spaß. Der M274 ohne Steuerketten-Sorgen und mit ausreichend Schub macht den SLC zum Vergnügen.
Motor-Schwachstellen 6
Die Hochdruckpumpe des M274 ist über einen Nocken auf der Einlassnockenwelle angetrieben. Verschleiß am Antriebsnocken oder Pumpenstößel führt zu Druckabfall.
Symptome: Metallisches Klackern aus dem Motorbereich, Startprobleme oder langer Startvorgang, Leistungsabfall, Fehlercode P0087
Auch beim M274 werden die Magnetventile der Nockenwellenversteller undicht. Öl dringt kapillar in den Kabelbaum und kann das Motorsteuergerät beschädigen.
Symptome: Fehlercode P0010, Motorkontrollleuchte, Ölspuren an Nockenwellensteckern, Lambdasondenausfall, im schweren Fall Steuergeräteausfall
Primäre Schwachstelle des M274: Der elektrische Thermostat sitzt tief im Motorblock und ist schwer zugänglich. Austausch dauert ca. 3 Stunden.
Symptome: Motor erreicht Betriebstemperatur nicht oder überhitzt, Temperaturschwankungen, Fehlercode P0597-P0599
Das Entlüftungsventil des M274 verstopft oder bricht. Fehlercode P052E. Teile günstig (~63 €), aber versteckt unter dem Motorsteuergerät eingebaut.
Symptome: Fehlercode P052E, Motorkontrollleuchte, Leistungsverlust, Fehler kehrt nach Löschen sofort zurück
Der M274 Benziner hat zwei NOx-Sensoren, die häufig ausfallen. Jeder Sensor kostet ca. 600 € Ersatzteil; bei beiden Sensoren entstehen schnell 1.500 € Reparaturkosten.
Symptome: Motorkontrollleuchte, Fehlercode für NOx-Sensor, erhöhte Abgaswerte, möglicher Notlauf
M274 mit Direkteinspritzung ohne Kanaleinspritzung neigt wie alle GDI-Motoren zu Koksablagerungen an Einlassventilen. Walnut-Blasting alle 60.000–80.000 km empfohlen.
Symptome: Ruckeln im Teillastbereich, unruhiger Leerlauf, leichter Leistungsverlust
Fahrzeug-Schwachstellen 6
Mercedes rief zwischen Januar und März 2016 SLK/SLC R172 wegen falsch verschraubter innerer Spurstangenköpfe zurück. Fehlerhaft angezogene Schrauben konnten zu Lenkungsverlust führen. Händler prüften und tauschten betroffene Teile kostenlos aus.
Auch beim SLC R172 (Facelift ab 2016) treten Undichtigkeiten am Variodach auf, wenn Dichtungen altern oder durch UV-Strahlung spröde werden. Die Abdichtung des Metallfaltdaches im Bereich der Dachschienen erfordert regelmäßige Pflege.
Beim SLC R172 sind Stoßdämpfer und Fahrwerksbauteile die primäre Schwachstelle bei höheren Laufleistungen ab 80.000–100.000 km. Das sportlich abgestimmte AMG-Sport-Fahrwerk zeigt früher Verschleiß als die Basisabstimmung.
Der SLC R172 hat durch zahlreiche Komfort- und Assistenzsysteme einen erhöhten Grundstromverbrauch. Bei häufigem Kurzstreckenbetrieb oder längeren Standzeiten entlädt sich die Starterbatterie, besonders bei saisonalem Einsatz als Sommerfahrzeug.
Beim SLC 220d ruckelt die 7G-Tronic-Automatik unkomfortabel während der Dieselpartikelfilter-Regeneration. Das Fahrzeug zieht kurz und abrupt — besonders unangenehm im Stadtverkehr. Ein Software-Update kann das Verhalten reduzieren.
Wie beim Vorgänger SLK berichten auch SLC-R172-Besitzer von Geräuschen aus Türverkleidungen und der Heckwand, die sich bei höheren Laufleistungen verstärken. Temperaturschwankungen begünstigen das Ausdehnen von Kunststoff- und Gummiteilen.
Berichte & Tests
Der SLC R172 setzt als Nachfolger des SLK das überdurchschnittliche TÜV-Ergebnis des Vorgängers fort und schneidet in seiner Altersklasse gut ab.