Mitsubishi Carisma DA
Schwachstellen, Motorenbewertung und Kaufberatung
Der Carisma war Mitsubishis Versuch in der Kompaktklasse — gebaut im niederländischen NedCar-Werk auf der Plattform, die er sich mit Volvo S40/V40 I teilte. Käuferprofil: jemand, der ein extrem günstiges, unauffälliges Alltagsauto sucht und mit den üblichen Alterskrankheiten leben kann.
Die Motoren: Der Pflichtkauf ist der 4G92 (1.6L, 76 kW). Robuster Graugussblock, läuft bei Pflege weit über 250.000 km. Einziger kritischer Punkt: der Zahnriemen läuft im Interferenz-Prinzip — Riss bedeutet kapitalen Motorschaden (sev5). Wechselintervall einhalten, ebenso die Spannrolle, die gern verschleißt. Vom 4G93 GDI (1.8L, 92 kW) sollte man die Finger lassen, wenn die Historie unklar ist: Mitsubishis frühe Direkteinspritzung verkokt den Ansaugtrakt massiv (sev4/prob4), die Hochdruckpumpe stirbt, Zündkerzen verölen. Ein Sanierungs-Fass ohne Boden bei Kurzstreckenautos. Der F9Q (1.9 DI-D, 75/85 kW) ist ein zugekaufter Renault-Diesel (dCi) — solide, aber Injektoren und Turbo (je sev4) sind die teuren Themen.
Ganzfahrzeug: Rost ist das Hauptthema — Schweller, Radläufe, Heckklappe (bis 1200 €). Vorn verschleißen Traggelenke und Querlenker (120–350 € ab 90.000 km). Das Zündschloss hakt und die Wegfahrsperre wird unzuverlässig (120–400 €) — ein klassisches Carisma-Ärgernis. Dazu festsitzende hintere Bremssättel und ausfallende Fensterheber/Zentralverriegelung.
Probefahrt: Wegfahrsperre mehrfach testen (Auto muss sofort anspringen). Heckklappe und Schweller mit dem Schraubendreher prüfen. Beim GDI: Kaltstart, Leerlauf-Ruckeln und Beschleunigungsloch beachten. Beim Diesel auf Schwarzrauch und Ruckeln im Teillastbereich achten.
Marktstand 2026: 500–1.800 €, Diesel etwas darüber. Insider-Pick: ein gepflegter 1.6er mit lückenlosem Zahnriemen-Nachweis. Den GDI nur, wenn der Ansaugtrakt nachweislich gereinigt wurde — sonst Finger weg.
125 PS
Carisma · Benzin
Unauffälliger Dauerläufer
Ganz okay118–125 PS
1.8L GDI Benzin
4 Schwachstellen
Finger weg!Karosserie-Varianten
Den Mitsubishi Carisma DA gibt es als Limousine und Schrägheck — wähle deine Karosserie für spezifische Versicherungsdaten:
Motoren-Übersicht
Der Mitsubishi Carisma DA ist mit 3 Motorisierungen erhältlich — von 99 PS bis 125 PS.
Der F9Q stammt von Renault — der 1.9 dCi, den Mitsubishi für den Carisma und Space Star zukaufte (auch in Megane, Laguna, Volvo S40/V40 und Nissan Primera verbaut). Common-Rail-Diesel mit Zahnriemenantrieb und Garrett-Turbo, je nach Ausführung um 100 bis 116 PS. Typische Schwachstellen sind verschlissene oder undichte Injektoren (Ruckeln im Teillastbereich, Schwarzrauch beim Kaltstart) sowie das verkokte AGR-Ventil samt zugesetzter Ansaugbrücke, was Leistungsverlust und Notlauf auslöst. Der Turbo reagiert empfindlich auf verstopfte oder verkokte Ölzulaufleitungen. Robuster Block, aber Injektoren und AGR sind die Dauerbaustellen.
- !! Turbolader-Ausfall ab 140.000 km
Der Turbolader des F9Q gilt als typische Schwachstelle. Wellenspiel, Ölzufuhrprobleme und Hitzeschäden führen zu Leistungsverlust und Notlauf, typischerweise ab 120.000–160.000 km.
Symptome: Pfeifendes Geräusch vom Turbo, Leistungsverlust, blaue/weiße Rauchwolken, Notlauf - !! Injektoren-Ausfall ab 120.000 km
Die Common-Rail-Injektoren des F9Q neigen zu Verschmutzung und mechanischem Verschleiß. Fehlerhafte Einspritzung führt zu Motoraussetzern und dem Fehlercode 'Einspritzung defekt'.
Symptome: Motorruckeln, Aussetzer, schwieriger Kaltstart, 'Einspritzung defekt'-Anzeige - !! Zahnriemenriss ab 90.000 km
Der F9Q verwendet einen Zahnriemenantrieb mit Wechselintervall 90.000 km. Bei Überschreitung droht Motorschaden. Gleichzeitig Wasserpumpe tauschen. Bei Carisma-Kauf Service-Nachweis verlangen.
Symptome: Motor dreht durch ohne zu zünden, Motorschaden nach Riss
+ 2 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Robuster 1,6-Liter-Saugmotor mit Zahnriemenantrieb und solidem Graugussblock — ein unkomplizierter Alltagsmotor ohne nennenswerte Serienschwächen, der bei Pflege weit über 250.000 km hält. Wichtigster Punkt ist der Zahnriemen: Der Motor arbeitet im Interferenz-Prinzip, ein Riss oder ein übersprungener Zahn führt zu Kontakt zwischen Kolben und Ventilen und damit zu kapitalem Motorschaden. Wechselintervall alle 90.000 km bzw. spätestens nach fünf bis sechs Jahren, dabei immer Spannrolle und Umlenkrolle mit erneuern — frühe Baujahre vor 1997 sind für vorzeitigen Verschleiß der Spannrolle bekannt. Mit dem Alter neigen Kurbelwellen-Simmerringe und die Ventildeckeldichtung zu Ölschwitzen, und Ablagerungen an der Drosselklappe können unrunden Leerlauf verursachen. Ansonsten technisch genügsam und gutmütig.
- !! Zahnriemenriss (verschleppter Wechsel) ab 90.000 km
Wie alle Zahnriemenmotoren dieser Ära verursacht ein gerissener Zahnriemen beim 4G92 Totalschaden durch Ventilkollision. Wechselintervall 90.000 km oder 6 Jahre strikt einhalten. Bei unklarer Service-Historie vor Kauf prüfen.
Symptome: Motor dreht ohne Zündung, lautes Metallgeräusch beim Startversuch, Motor springt nicht an - !! Zahnriemenspannrolle verschleißt ab 100.000 km
Vor allem frühe Baujahre neigen zu vorzeitigem Lagerverschleiß der Spannrolle. Eine ausgeschlagene Rolle lässt den Riemen wandern oder die Spannung verlieren — im Interferenzmotor droht ein übersprungener Zahn mit Ventilschaden.
Symptome: Quietschen oder Pfeifen vom vorderen Riementrieb, schwankende Steuerzeiten, sichtbar wandernder oder ausgefranster Riemen. - ! Kurbelwellendichtring undicht ab 120.000 km
Beim 4G92 Carisma tritt nach 100.000–150.000 km häufig Ölaustritt am vorderen Kurbelwellendichtring auf. Öl gelangt auf den Zahnriemen und beschleunigt dessen Verschleiß — bei Ölleck sofort prüfen.
Symptome: Öltropfen unter dem Motor vorne, Öl auf dem Zahnriemengehäuse sichtbar
+ 1 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Mitsubishis erste Generation der Benzin-Direkteinspritzung (GDI) und einer der ersten Serien-Direkteinspritzer überhaupt. Technisch ambitioniert mit Magerlaufbetrieb und hohem Einspritzdruck, in der Praxis aber sehr empfindlich gegenüber schlechter Kraftstoffqualität und Kurzstrecke. Das Kernproblem ist die Verkokung: Da kein Kraftstoff über die Einlassventile strömt, lagert sich Ölkohle aus AGR und Kurbelgehäuse-Entlüftung an Ansaugtrakt und Ventiltellern ab und führt zu Ruckeln, unrundem Leerlauf und Leistungsverlust, typisch rund um 2.000/min. Eine regelmäßige Reinigung des Ansaugtrakts (Walnussstrahlen) sowie funktionierendes AGR und saubere Drosselklappe sind Pflicht. Die kennfeldgeregelte Hochdruckpumpe verschleißt mit der Zeit und löst Notlauf und Startprobleme aus. Verölte Zündkerzen verlangen kurze Wechselintervalle. Mit konsequenter Pflege haltbar, vernachlässigt schnell zickig.
- !! Ansaugtrakt verkokt ab 80.000 km
Die erste GDI-Generation leidet massiv unter Verkokung im Ansaugtrakt und an den Einlassventilen. Rußablagerungen verengen die Kanäle und stören die Gemischbildung. Forennutzer berichten, dass dies bei 95 % der GDI-Probleme die Ursache ist.
Symptome: Unruhiger Leerlauf bis zum Absterben, Leistungsverlust, erhöhter Kraftstoffverbrauch, Ruckeln unter Last - !! GDI-Hochdruckpumpe defekt ab 120.000 km
Die Hochdruckpumpe der ersten GDI-Generation ist anfällig für Undichtigkeiten und Druckverlust. Mitsubishi schreibt den kompletten Austausch vor — Reparatur ist nicht vorgesehen. Neuteile kosten ca. 1.000 €.
Symptome: Motor stottert beim Beschleunigen, Startprobleme, schwankender Kraftstoffdruck, Motorwarnleuchte - !! Zündkerzen verölen und verrußen ab 30.000 km
Die GDI-Einspritzung führt zu starker Zündkerzenverölung und -verrußung. Forenberichte zeigen Kerzen voll mit Benzin und Öl. Kürzere Wechselintervalle (maximal 30.000 km) sind empfehlenswert.
Symptome: Schwieriger Kaltstart, unrunder Leerlauf bei 300–400 U/min, Ruckeln bei niedrigen Drehzahlen
+ 1 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Fahrzeug-Schwachstellen
| Schwachstelle | Kosten | |
|---|---|---|
| Traggelenke und Querlenker der Vorderachse verschlissen Die Traggelenke der Vorderachse entwickeln Spiel und klopfen über Bodenwellen. Erst ab Baujahr Mitte 1998 kommen stabilere Querlenker zum Einsatz. Bei früheren Baujahren ist ein regelmäßiger Check der Vorderachse Pflicht. Symptome: Klopfen über Bodenwellen, unpräzise Lenkung, ungleichmäßiger Reifenverschleiß ab 90.000 km | Günstig |
Alternativen
Renault Megane II
Kompaktklasse (2002–2009)
Subaru WRX GD
Kompaktklasse (2002–2007)
Fiat Stilo 192
Kompaktklasse (2001–2008)
Honda Civic EP
Kompaktklasse (2001–2005)
Honda Civic Type R EP3
Kompaktklasse (2001–2005)
MINI MINI R50
Kompaktklasse (2001–2006)
Weiter stöbern
Bekannte Probleme und Mängel +
Für den Mitsubishi Carisma DA (1995–2004) sind insgesamt 20 Schwachstellen dokumentiert — davon 13 motorbezogen und 7 am Fahrzeug. Ein Problemmotor: 4G93 (1.8L GDI). Typische Mängel betreffen Fahrwerk, Elektronik, Karosserie, Rost.
Carisma (F9Q, 2000–2004) — Aufpassen: Turbolader-Ausfall, Injektoren-Ausfall, Zahnriemenriss. Leistung: 102 PS.
Carisma (F9Q, 2000–2004) — Aufpassen: Turbolader-Ausfall, Injektoren-Ausfall, Zahnriemenriss. Leistung: 116 PS.
Carisma (4G92, 1995–2004) — Aufpassen: Zahnriemenriss (verschleppter Wechsel), Zahnriemenspannrolle verschleißt, Kurbelwellendichtring undicht. Leistung: 99–103 PS.
Carisma (4G93, 1997–2004) — Finger weg!: Ansaugtrakt verkokt, GDI-Hochdruckpumpe defekt, Zündkerzen verölen und verrußen. Leistung: 122–125 PS.
Worauf beim Mitsubishi Carisma achten? Die detaillierte Auflistung aller Motor- und Fahrzeug-Schwachstellen findest du in den Abschnitten oben.
Häufige Fragen
Welche Probleme und Schwachstellen hat der Mitsubishi Carisma DA? +
Worauf muss ich beim Mitsubishi Carisma DA Gebrauchtwagen achten? +
Welcher Motor ist empfehlenswert? +
Welcher Mitsubishi Carisma DA Motor macht am meisten Spaß? +
Lohnt sich der Mitsubishi Carisma DA als Gebrauchtwagen? +
Welche PS-Varianten gibt es beim Mitsubishi Carisma DA? +
Letzte Aktualisierung: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr