Mitsubishi Grandis NA
Schwachstellen, Motorenbewertung und Kaufberatung
Der Grandis war Mitsubishis großer Sieben-Sitzer-Van (2004–2011) — ein eleganter Familien-Van mit flacher Dachlinie, der gegen Sharan und Co. antrat. Käuferprofil: Familie, die viel Platz und einen niedrigen Preis sucht und Wartung ernst nimmt.
Die Motoren: Der 4G69 (2.4L MIVEC, 121 kW) ist der zuverlässige Benziner, aber mit einer Falle: Er hat einen Doppel-Zahnriemenantrieb — einer für die Nockenwellen, ein separater für die Ausgleichswellen. Beide müssen alle 90.000 km zusammen erneuert werden. Reißt der Ausgleichswellenriemen, kann er sich unter den Steuerriemen ziehen und einen Zahn überspringen — kapitaler Schaden (beide sev5). Ventilspiel nicht vernachlässigen. Der BSY (2.0 DI-D, 100 kW) ist der zugekaufte VW 2.0 TDI mit Pumpe-Düse — inklusive der berüchtigten Schwachstelle: Der Sechskant-Antrieb der Ölpumpe im Ausgleichswellenmodul rundet sich ab, die Ölpumpe bleibt stehen, Motor stirbt (sev5/prob3). Dazu Injektoren und AGR-Verkokung. Nur kaufen mit Nachweis, dass das Ölpumpenmodul saniert oder geprüft ist.
Ganzfahrzeug: Eher harmlos. Der Heizungsregler-Stellmotor fällt aus (150–550 €), das Automatikgetriebe schaltet verzögert (200–1.500 €), und der billige Bremslichtschalter macht Ärger (30–100 €). Stoßdämpfer verschleißen vorzeitig, vordere Bremsscheiben rubbeln. Innen knarzt das Armaturenbrett, und die Klima kommt im großen Innenraum kaum hinterher.
Probefahrt: Beim 4G69 Zahnriemen-Historie penibel prüfen (BEIDE Riemen!). Beim BSY nach Beleg für das Ölpumpenmodul fragen — ohne den ist das Auto ein Lottoschein. Automatik auf Schaltverzögerung testen, Heizung und Klima im Stand prüfen.
Marktstand 2026: 2.500–6.000 €. Insider-Pick: ein 4G69-Benziner mit dokumentiertem Doppel-Zahnriemenwechsel — der ist langlebig und entspannt. Den 2.0-TDI nur mit sauberer Ölpumpen-Historie, sonst Finger weg.
Motoren-Übersicht
Der Mitsubishi Grandis NA ist mit 2 Motorisierungen erhältlich — von 136 PS bis 165 PS.
Der BSY ist der VW-Konzernmotor 2.0 TDI mit Pumpe-Düse-Einspritzung (EA188-Verwandtschaft), eingebaut in Outlander II und Grandis mit 140 PS. Mitsubishi kaufte den Motor komplett bei VW zu, inklusive der bekannten Schwachstellen. Kernproblem ist der Sechskant-Antrieb der Ölpumpe im Ausgleichswellenmodul: Die kurze Sechskantwelle rundet sich ab, die Ölpumpe bleibt schlagartig stehen und der Motor frisst sich ohne Vorwarnung fest. AGR-Verkokung und Russablagerungen an den Pumpe-Düse-Elementen sind weitere Klassiker. Drehmomentstark und sparsam, aber penibler Ölwechsel mit korrekter Freigabe ist Pflicht.
- !! Einspritzdüsen-Ausfall ab 130.000 km
Die Common-Rail-Injektoren des BSY/DW10BTED4 neigen ab 120.000–150.000 km zu Verschleiß und Verklemmung. Fehlerhafte Einspritzung führt zu Motoraussetzern und erhöhtem Ruß. Austausch kostenintensiv.
Symptome: Motorruckeln, Aussetzer, Kaltstartschwierigkeiten, Motorstörungsleuchte, harter Lauf - !! Ölpumpenantrieb / Ausgleichswellenmodul ab 130.000 km
Der Sechskant-Antrieb der Ölpumpe im Ausgleichswellenmodul des VW-2.0-TDI rundet sich ab. Die Ölpumpe bleibt schlagartig stehen, der Motor frisst sich ohne Vorwarnung fest — oft kapitaler Motorschaden.
Symptome: Meist keine Vorwarnung; spät aufleuchtende Öldruck-Warnung, Dröhnen/Vibrieren, abruptes Festgehen des Motors - !! Zahnriemenriss ab 120.000 km
Der BSY/DW10BTED4 verwendet einen Zahnriemenantrieb mit Wechselintervall 120.000 km oder 10 Jahre. Bei Überschreiten droht Motorschaden durch Ventilkollision. Gleichzeitig Wasserpumpe tauschen.
Symptome: Motor springt nicht an, lautes Metallgeräusch beim Startversuch
+ 2 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Solider 2,4-Liter-MIVEC-Saugmotor mit Doppel-Zahnriemenantrieb: ein Riemen für die Nockenwellen, ein separater für die zwei Ausgleichswellen. Beide laufen über eigene Spannrollen und sollten alle 90.000 km bzw. nach sechs Jahren zusammen mit Wasserpumpe und Rollen erneuert werden. Der Reißen des Ausgleichswellenriemens ist heimtückisch — er kann sich unter den Steuerriemen ziehen und so einen Zahnüberspringer auslösen, und der Motor ist ein Interferenzmotor, bei dem dann Ventile verbiegen. Keine Hydrostößel verbaut: das Ventilspiel muss alle 40.000–50.000 km kalt geprüft und bei Bedarf über Tassenstößel-Shims eingestellt werden, sonst klappern die Ventile oder es entsteht Leistungsverlust. Ölundichtigkeiten an Ventildeckel- und Ölwannendichtung treten mit dem Alter auf. Bei korrekter Wartung läuft die Maschine problemlos jenseits der 300.000 km.
- !! Zahnriemenriss bei überfälligem Wechsel ab 90.000 km
Zahnriemen muss alle 90.000 km oder 6 Jahre gewechselt werden. Reißt er, ist ein kapitaler Motorschaden unvermeidlich — Interferenzmotor mit Ventilkollision.
Symptome: Motor springt plötzlich nicht mehr an, lautes metallisches Geräusch, Motorschaden - !! Ausgleichswellenriemen reißt ab 90.000 km
Der separate Ausgleichswellenriemen kann reißen und sich unter den Steuerriemen ziehen. Bei hoher Drehzahl überspringt dann der Steuerriemen — im Interferenzmotor verbiegen sofort die Ventile. Riemen immer zusammen wechseln.
Symptome: Plötzliches Ruckeln oder Vibrieren, Motor geht aus und springt nicht mehr an, metallisches Klappern beim Startversuch nach dem Schaden. - !! Ventilspiel-Vernachlässigung führt zu Schäden ab 80.000 km
Keine Hydrostößel — Ventilspiel muss alle 40.000–50.000 km kontrolliert und eingestellt werden. Viele Werkstätten ignorieren dies. Zu enges Ventilspiel verbrennt Ventilsitze.
Symptome: Klappern aus dem Ventiltrieb, Leistungsverlust, erhöhter Kraftstoffverbrauch, unrunder Lauf
+ 1 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Fahrzeug-Schwachstellen
| Schwachstelle | Kosten | |
|---|---|---|
| Stellmotor Heizungsregler defekt Der Stellmotor der Heizungsklappe versagt und liefert nur noch kalte Luft aus den vorderen Düsen. Häufig ab 80.000 km, Servomotor im Armaturenbrett muss getauscht werden. Symptome: Kalte Luft trotz eingestellter Heizung, klackernde Geräusche hinter dem Armaturenbrett ab 110.000 km | Günstig | |
| Schwache Klimaleistung im großen Innenraum Die einfache Klimaautomatik kommt mit dem großen 7-Sitzer-Innenraum kaum klar. Im oberen Lüftungskanal entsteht Wärme, sodass trotz Kühlung warme Luft einströmt. An heißen Tagen reicht die Kühlung hinten nicht. Symptome: Warme Luft aus oberen Düsen trotz Kühlbetrieb, dritte Reihe bleibt warm, lange Abkühlzeit. ab 110.000 km | Günstig |
Alternativen
Weiter stöbern
Bekannte Probleme und Mängel +
Für den Mitsubishi Grandis NA (2004–2011) sind insgesamt 16 Schwachstellen dokumentiert — davon 9 motorbezogen und 7 am Fahrzeug. Ein Problemmotor: BSY (2.0L DI-D). Typische Mängel betreffen Klimaanlage, Getriebe, Elektronik, Fahrwerk.
Grandis (BSY, 2005–2011) — Finger weg!: Einspritzdüsen-Ausfall, Ölpumpenantrieb / Ausgleichswellenmodul, Zahnriemenriss. Leistung: 136–140 PS.
Grandis (4G69, 2004–2011) — Aufpassen: Zahnriemenriss bei überfälligem Wechsel, Ausgleichswellenriemen reißt, Ventilspiel-Vernachlässigung führt zu Schäden. Leistung: 165 PS.
Worauf beim Mitsubishi Grandis achten? Die detaillierte Auflistung aller Motor- und Fahrzeug-Schwachstellen findest du in den Abschnitten oben.
Häufige Fragen
Welche Probleme und Schwachstellen hat der Mitsubishi Grandis NA? +
Worauf muss ich beim Mitsubishi Grandis NA Gebrauchtwagen achten? +
Welcher Motor ist empfehlenswert? +
Welcher Mitsubishi Grandis NA Motor macht am meisten Spaß? +
Lohnt sich der Mitsubishi Grandis NA als Gebrauchtwagen? +
Welche PS-Varianten gibt es beim Mitsubishi Grandis NA? +
Letzte Aktualisierung: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr