Opel Agila
90-PS-Ableger des kleinen Fiat-MultiJet-Diesels. Die vom Hersteller als wartungsfrei deklarierte Steuerkette ist die größte Schwachstelle und kann bei über 150.000 km katastrophal reißen. EGR und Turbo-Wastegate sind weitere typische Verschleißstellen.
Diesel-Agila B
51 kW Diesel im Hochdachkombi — reine Verbrauchsrechnung.
Motor-Schwachstellen 4
Die als wartungsfrei deklarierte Steuerkette dehnt sich bei langen Ölwechselintervallen erheblich. Kettenriss bedeutet Motorschaden durch Ventilkollision. Dokumentierter Totalschaden bei 184.000 km.
Symptome: Rasseln beim Kaltstart aus dem Steuerkettenkasten, das nach Warmlaufen etwas nachlässt. Plötzlicher Motorausfall mit starker Rauchentwicklung im Totalschadensfall.
Der Wastegate-Aktuator des IHI-Turbos klemmt durch Hitze und Alterung in geschlossener Stellung, was zu übermäßigem Ladedruck und Notlauf führt. Überholung eines Turbos kostet ca. 310 €.
Symptome: Fahrzeug geht in Notlauf, stark reduzierte Leistung, Motorkontrollleuchte, gelegentlich pfeifende oder schleifende Geräusche aus dem Turbobereich.
Die Drallklappen im Ansaugtrakt verkokt durch AGR-Rückstände und Kurbelgehäuseentlüftung. Komplette Ansaugbrücke mit Drallklappen kostet ca. 520 € plus 250 € Einbau.
Symptome: Ruckeln und Leistungsabfall besonders im Kaltlauf, Motorkontrollleuchte mit Fehlercode P2279, schlechte Gasannahme im Teillastbereich.
Das AGR-Ventil verkohlt besonders bei Kurzstrecken. Ausfälle bei 81.000–160.000 km dokumentiert. Ventil kann gereinigt oder getauscht werden; Tausch kostet ca. 105 € für das Teil.
Symptome: Anfahrschwäche und Ruckeln im Kaltzustand, sporadische Gasannahme bei Teillast, Motorkontrollleuchte, Leistungsabfall.
Fahrzeug-Schwachstellen 20
Bei Agila B Baujahr 2011–2012 ist das untere Gelenk der Lenkzwischenwelle möglicherweise nicht korrekt mit dem Lenkgetriebe verbunden. Im Extremfall kann die Lenkfähigkeit verloren gehen. Rückruf-Aktion von Opel.
Ab der dritten HU werden korrodierte Bremsleitungen beanstandet. Ältere Exemplare fallen durch mangelhafte Funktion von Betriebs- und Feststellbremse auf. Typischer TÜV-Abweiser ab ca. 7–10 Jahren.
Rückruf für 2008er Agila B: Möglicherweise fehlende Sollbruchstelle an der Beifahrerairbag-Abdeckung. Der Airbag konnte im Aktivierungsfall nicht korrekt aufgehen.
Rückruf 2011–2012: Das untere Gelenk der Lenkzwischenwelle war möglicherweise nicht ordnungsgemäß mit dem Lenkgetriebe verbunden. Im Extremfall konnte die Lenkfähigkeit verloren gehen.
Die hinteren Bremssättel des Agila B zeigen bereits ab 30.000–40.000 km massive Verschleißerscheinungen. Korrosion an den Führungsbolzen lässt die Sättel klemmen, Scheiben laufen heiß und Beläge verschleißen einseitig.
Am Agila B brechen Federn und Gelenke/Buchsen im Fahrwerk verschleißen frühzeitig. TÜV-Statistiken weisen diese als häufige Mängel aus. Günstige Ersatzteile dank Suzuki-Plattform.
Das Schaltgetriebe des Agila B verlangt alle 3 Jahre oder 45.000 km nach einem Ölwechsel. Wird dieser Wechsel versäumt, hakelt das Getriebe beim Schalten und langfristig drohen teure Schäden.
Beim Agila B zeigt der Unterbodenschutz im Alter Risse, woraufhin besonders Bremsleitungen und Karosserieboden rosten. Der TÜV bemängelt regelmäßig korrodierte Bremsleitungen älterer Exemplare.
Die hinteren Trommelbremsen des Agila B zeigen bereits nach 30.000–40.000 km massiven Verschleiß. Die Bremsbeläge müssen deutlich häufiger gewechselt werden als bei vergleichbaren Fahrzeugen.
Die Trommelbremsen an der Hinterachse zeigen bereits nach 30.000–40.000 km massive Verschleißerscheinungen. Häufigster Beanstandungspunkt bei HU. Bremsbacken und Trommel müssen frühzeitig erneuert werden.
Mit zunehmendem Alter treten gehäuft Federbrüche sowie verschlissene Stoßdämpfer auf. Querlenker-Buchsen verschleißen vorzeitig. TÜV beanstandet Achsaufhängung regelmäßig.
Frühe Agila-B-Modelle zeigen Flugrost an Kofferraumdeckel und Radläufen bereits nach wenigen Jahren. An Unterbodenschrauben und Auspuffanlage setzt Rost schnell an.
Der Agila B verliert Kühlmittel über undichte Thermostatgehäuse oder gerissene Ausgleichsbehälter. Haarrisse sind häufige Ursache. Ohne Kontrolle droht Überhitzung.
Die ADAC-Pannendaten weisen die Batterie als den häufigsten Ausfall beim Agila B aus. Die originale Batterie ist für Kurzstrecken-Betrieb zu schwach dimensioniert und entlädt sich bei vielen Kaltstart-Kurzstrecken.
Elektrische Fensterheber fallen durch defekte Motoren, gerissene Seilzüge oder verschlissene Führungsschienen aus. Betrifft überwiegend Fahrer- und Beifahrerseite.
Der Vorwiderstand des Innenraumgebläses fällt aus — Gebläse funktioniert dann nur noch auf der höchsten Stufe. Bekanntes Problem bei Agila B und baugleichem Suzuki Splash. Ersatzteil günstig.
Das Einlegen des Rückwärtsgangs gestaltet sich beim Schaltgetriebe häufig schwierig. Konstruktionsbedingte Eigenheit des Suzuki-Getriebes ohne nachhaltige Lösung.
Das Suzuki-Getriebe des Agila B erfordert alle 45.000 km Getriebeölwechsel. Bei Vernachlässigung hakelt die Schaltung zunehmend und kann teure Schäden verursachen.
Gummidichtungen der hinteren Dreiecksfenster sind ab Werk nicht ausreichend abgedichtet. Bei Geschwindigkeiten über 100 km/h entstehen laute Windgeräusche auf der Rücksitzreihe.
Endschalldämpfer und Mitteltopf korrodieren zuverlässig. Für ältere Modelle ab 120.000 km eine Routinereparatur. Preiswerter Tausch mit Nachrüstteilen möglich.