Peugeot 206
Meistverbreiteter PSA-Diesel. Durchlief viele Evolutionsstufen von Euro 4 bis Euro 6. Sparsam und langlebig bei regelmäßiger Wartung. Anfällig für DPF-Probleme im Kurzstreckenbetrieb.
Sparsamer Alltagslaeufer
90 PS im leichten 206 sind voellig ausreichend. Agil und sparsam, aber der beruechtigte Turbo-Defekt schwebt immer mit.
Motor-Schwachstellen 6
Der 1.6 HDi ist berüchtigt für wiederholte Turboladerschäden. Rußpartikel im Öl verändern die Viskosität, Ölleitungen verkoken und der Turbolader läuft trocken. Häufig Zweitausfall nach Tausch ohne Ursachenbeseitigung.
Symptome: Pfeifendes Geräusch vom Turbolader, starker Leistungsverlust, blauer oder schwarzer Rauch aus dem Auspuff, Ölaustritt am Turbolader, Motor geht in Notlauf.
Die Kupferdichtringe der Injektoren verschleißen, wodurch Verbrennungsgase und Diesel in den Zylinderkopf gelangen. Ölverdünnung durch Diesel kann zu Motorschaden führen. Betrifft alle 1.6 HDi Varianten.
Symptome: Dieselgeruch am Ölmessstab, steigender Ölstand, schwarze Ablagerungen um die Injektoren, unrunder Motorlauf, Zischgeräusche am Zylinderkopf bei laufendem Motor.
Die Nockenwellen-Steuerkette zwischen Ein- und Auslassnockenwelle kann sich längen oder reißen. Hydraulische Kettenspanner versagen, was zu Steuerzeiten-Verschiebung und im Extremfall zum Motorschaden führt.
Symptome: Rasselndes Geräusch beim Kaltstart, unruhiger Motorlauf, Motorkontrollleuchte, Leistungsverlust, im Extremfall plötzlicher Motorstillstand durch gerissene Kette.
Das Kunststoff-Schaufelrad der Wasserpumpe löst sich frühzeitig auf und kann den Zahnriemen beschädigen oder zum Motorschaden führen. Motorschaden bereits bei 70.000–88.000 km dokumentiert. Beim Zahnriemenwechsel immer Wasserpumpe mitaustauschen.
Symptome: Motorüberhitzung, Zahnriemenriss ohne Vorwarnung, Lüftergeräusche, Kühlwasserverlust
Bei Kurzstreckenbetrieb versagt die DPF-Regeneration regelmäßig. Ablagerungen in AGR und Drosselklappe verhindern zusätzlich die korrekte Regeneration. Ab 160.000 km häufig Kompletttausch nötig.
Symptome: Warnung 'Partikelfilter bald verstopft', spürbarer Leistungsverlust, erhöhter Verbrauch, Motor ruckelt bei Beschleunigung, Notlaufmodus.
Undichtigkeiten im Bereich der Injektorabdichtung lassen Abgase in den Zylinderkopf. Gelartiger Ölrückstand bildet sich in den Kopfkammern (besonders Vorbaujahr 2006). Professionelle Reinigung mit ca. 10 Stunden Aufwand. Turbo-Schaden droht durch Ölverschmutzung.
Symptome: Turboschaden, Leistungsverlust, schwarze Ölpaste an Injektoren, Motorölverschmutzung
Fahrzeug-Schwachstellen 10
Schweller und Radläufe rosten bei älteren 206ern häufig durch. Besonders Fahrzeuge bis Baujahr 2002 sind betroffen. Durchgerostete Schweller führen zum Durchfallen bei der HU und erfordern aufwendige Schweißarbeiten.
Die Wasserpumpe der Benzinmotoren im 206 wird nach 80.000–120.000 km undicht und verursacht schleichenden Kühlmittelverlust. Bei Nichtbeachten droht Überhitzung mit Folgeschäden am Zylinderkopf. Regelmäßige Kontrolle des Kühlmittelstands empfohlen.
Die Nadellager der Verbundlenker-Hinterachse verschleißen typischerweise zwischen 100.000 und 150.000 km. Feuchtigkeit und Schmutz dringen durch defekte Dichtungen ein und zerstören die Lager. Rechte Seite oft zuerst betroffen.
Die Querlenkerbuchsen der Vorderachse verschleißen bei frühen Baujahren (bis 2002) teils schon nach 20.000 km. Spätere Modelle halten länger, aber Querlenker gehören zu den häufigsten TÜV-Mängeln beim 206.
Das Schaltgetriebe neigt zu schwergängigem Schalten und Herausspringen aus dem Gang. Verschlissene Synchronringe und defekte Kupplungen sind die häufigsten Ursachen. In schweren Fällen kann das Getriebe komplett ausfallen.
Der Klimakompressor des 206 zeigt nach 60.000–100.000 km nachlassende Kühlleistung durch Kältemittelverlust oder internen Verschleiß. Besonders Fahrzeuge ohne regelmäßige Klimawartung sind früher betroffen.
Die Auspuffanlage des 206 ist besonders rostanfällig. Endschalldämpfer und Flexrohre können schon nach wenigen Jahren durchrosten. Kurzstreckenbetrieb verschlechtert das Problem, da kondensiertes Wasser die Korrosion von innen beschleunigt.
Defekte Scheinwerfer, Ausfälle der Zentralverriegelung und Fehlfunktionen des Bordcomputers treten häufig auf. ADAC meldet besonders beim Baujahr 1999 permanente Fehlermeldungen im Motorsteuergerät und Wegfahrsperrenprobleme.
Den vorderen Bremsen fehlt eine Schutzplatte, was aus Kosten- und Kühlungsgründen weggelassen wurde. Dadurch sammeln sich Schmutz und Feuchtigkeit verstärkt an, was zu erhöhtem Verschleiß und Rostbildung an den Bremsscheiben führt.
Die elektrischen Fensterheber versagen häufig, besonders an den vorderen Türen. Ursache sind meist defekte Motoren oder verschlissene Seilzüge. Das Problem tritt verstärkt bei Fahrzeugen bis Baujahr 2001 auf.