Peugeot 206
Leistungsstarker PSA-Diesel für Mittelklasse und SUV. Common-Rail mit Turbo. In späteren Versionen als BlueHDi mit SCR-Kat und AdBlue.
Grosser Motor, kleines Auto
2.0 HDi mit 90 PS im 206: Ungewoehnliche Kombination mit viel Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen. Robust, aber schwerfaellig.
Motor-Schwachstellen 7
Die Kunststoff-Flügelräder der Wasserpumpe können sich bereits ab 50.000 km zersetzen. Teile gelangen in den Zahnriementrieb und verursachen den Zahnriemenriss mit anschließendem Totalschaden des Motors.
Symptome: Kühlmitteltemperatur steigt ungewöhnlich, Kühlmittelverlust ohne sichtbares Leck, leises Schleifen oder Quietschen vom Zahnriementrieb, plötzlicher Motorstillstand bei Zahnriemenriss.
Das Zweimassenschwungrad verschleißt besonders bei der 107-PS-Variante vorzeitig. Ölverdünnung durch DPF-Regeneration beschleunigt den Verschleiß. Kupplung sollte beim Tausch grundsätzlich mit erneuert werden.
Symptome: Quietschen oder Klappern beim Anlassen und Abstellen, deutliche Vibrationen im Leerlauf, Ruckeln beim Anfahren, schlagende Geräusche bei niedrigen Drehzahlen unter Last.
Undichte Injektoren lassen Diesel ins Motoröl gelangen, was die Schmierfähigkeit drastisch reduziert. Der steigende Ölstand wird oft übersehen. Kann Kolben- und Lagerschäden verursachen.
Symptome: Dieselgeruch am Ölmessstab, Ölstand steigt über Maximum, starker Abgasgeruch im Innenraum, Motor ruckelt oder nagelt stärker als üblich, erhöhter Kraftstoffverbrauch.
Nach dem Abstellen des heißen Motors können die Ölleitungen zum Turbolader verkoken. Beim nächsten Start läuft der Turbolader kurzzeitig ohne Schmierung. Betrifft vor allem die stärkeren DW10-Varianten.
Symptome: Zunehmendes Pfeifen oder Heulen des Turboladers, Ölflecken unter dem Fahrzeug im Bereich des Turbos, schleichender Leistungsverlust, blauer Rauch beim Gasgeben nach Standzeit.
Interner Defekt im EGR-Kühler leitet Kühlflüssigkeit in die Abgase. Kühlwasser verschwindet ohne sichtbare Leckage. Reparatur mit 13,2 Stunden Montageaufwand sehr aufwendig. Kosten 800–2.000 €.
Symptome: Kühlwasser sinkt ohne sichtbare Leckage, weißer Qualm aus Auspuff, Heizung wird nicht warm
Das PSA-eigene Additiv (Eolys) wird dem Kraftstoff beigemischt und ermöglicht Regeneration bei niedrigerer Temperatur. Defekte Additiv-Pumpe oder leerer Behälter verhindert Regeneration und verstopft den FAP vorzeitig. Wechselintervall 120.000–180.000 km.
Symptome: Fehlermeldung 'Partikelfilter bald verstopft', erhöhter Kraftstoffverbrauch, Leistungsabfall, Regenerationsversuche erkennbar an Drehzahlschwankungen im Stand
Das Abgasrückführungsventil setzt sich durch Rußablagerungen fest oder schließt nicht mehr vollständig. Folge sind Fehlermeldungen, schlechtes Kaltstart-Verhalten und erhöhter Partikelausstoß in den Partikelfilter, der dadurch schneller verstopft.
Symptome: Fehlermeldung 'Abgasreinigungssystem defekt', schlechtes Kaltstart-Verhalten, leichte Rauchentwicklung beim Gasgeben, gelegentliches Ruckeln unter Last
Fahrzeug-Schwachstellen 10
Schweller und Radläufe rosten bei älteren 206ern häufig durch. Besonders Fahrzeuge bis Baujahr 2002 sind betroffen. Durchgerostete Schweller führen zum Durchfallen bei der HU und erfordern aufwendige Schweißarbeiten.
Die Wasserpumpe der Benzinmotoren im 206 wird nach 80.000–120.000 km undicht und verursacht schleichenden Kühlmittelverlust. Bei Nichtbeachten droht Überhitzung mit Folgeschäden am Zylinderkopf. Regelmäßige Kontrolle des Kühlmittelstands empfohlen.
Die Nadellager der Verbundlenker-Hinterachse verschleißen typischerweise zwischen 100.000 und 150.000 km. Feuchtigkeit und Schmutz dringen durch defekte Dichtungen ein und zerstören die Lager. Rechte Seite oft zuerst betroffen.
Die Querlenkerbuchsen der Vorderachse verschleißen bei frühen Baujahren (bis 2002) teils schon nach 20.000 km. Spätere Modelle halten länger, aber Querlenker gehören zu den häufigsten TÜV-Mängeln beim 206.
Das Schaltgetriebe neigt zu schwergängigem Schalten und Herausspringen aus dem Gang. Verschlissene Synchronringe und defekte Kupplungen sind die häufigsten Ursachen. In schweren Fällen kann das Getriebe komplett ausfallen.
Der Klimakompressor des 206 zeigt nach 60.000–100.000 km nachlassende Kühlleistung durch Kältemittelverlust oder internen Verschleiß. Besonders Fahrzeuge ohne regelmäßige Klimawartung sind früher betroffen.
Die Auspuffanlage des 206 ist besonders rostanfällig. Endschalldämpfer und Flexrohre können schon nach wenigen Jahren durchrosten. Kurzstreckenbetrieb verschlechtert das Problem, da kondensiertes Wasser die Korrosion von innen beschleunigt.
Defekte Scheinwerfer, Ausfälle der Zentralverriegelung und Fehlfunktionen des Bordcomputers treten häufig auf. ADAC meldet besonders beim Baujahr 1999 permanente Fehlermeldungen im Motorsteuergerät und Wegfahrsperrenprobleme.
Den vorderen Bremsen fehlt eine Schutzplatte, was aus Kosten- und Kühlungsgründen weggelassen wurde. Dadurch sammeln sich Schmutz und Feuchtigkeit verstärkt an, was zu erhöhtem Verschleiß und Rostbildung an den Bremsscheiben führt.
Die elektrischen Fensterheber versagen häufig, besonders an den vorderen Türen. Ursache sind meist defekte Motoren oder verschlissene Seilzüge. Das Problem tritt verstärkt bei Fahrzeugen bis Baujahr 2001 auf.