Peugeot 206
Robuster PSA-Einstiegsmotor mit einfacher 8V-Technik. Wenig Leistung, aber extrem pflegeleicht und günstig im Unterhalt.
Genuegsamer Stadtfloh
Der 1.4 mit 75 PS reicht im leichten 206 fuer den Alltag aus. Kein Kraftprotz, aber das geringe Gewicht macht den Mangel ertraeglich. Auf der Autobahn wird es eng, in der Stadt und auf Landstrassen funktioniert er solide. Robust und guenstig im Unterhalt.
Motor-Schwachstellen 6
Die originale Zylinderkopfdichtung des TU3 ist anfällig für Undichtigkeiten, insbesondere bei Verwendung falscher Kühlmittel. PSA-spezifisches G33-Kühlmittel ist vorgeschrieben — andere Kühlmittel greifen die Dichtung an.
Symptome: Öl im Kühlwasser (bräunliche Emulsion am Deckel), sinkender Kühlmittelstand ohne sichtbares Leck, Ölspuren an der Dichtfläche, Überhitzung
Das Zündspulenpaket des TU3 ist ein bekannter Schwachpunkt, besonders bei frühen 206-Modellen. PSA veröffentlichte eine technische Mitteilung zum Einlöten eines Kondensators am Stecker. Wiederholte Ausfälle sind typisch.
Symptome: Fehlzündungen, Stottern beim Beschleunigen, Motor stirbt ab, Motorkontrollleuchte flackert, schlechter Kaltstart
Der Thermostat des TU3 bleibt häufig in geschlossener Position hängen, wodurch das Kühlmittel nicht zirkulieren kann. Die mangelhafte Konstruktion des Thermostatgehäuses mit ungünstig positioniertem Sensor begünstigt das Problem.
Symptome: Temperaturanzeige steigt schnell in den roten Bereich, Heizung liefert keine Wärme, Kühlmittel kocht über, Motor überhitzt
Ölsteigkanal sitzt zu knapp an der Außenkante der Zylinderkopfdichtung: Klassische TU-Motor-Schwachstelle auf der Steuerseite. Ölverlust ca. 1 Liter pro 15.000 km. Günstig beim Zahnriemenwechsel mitbehandeln.
Symptome: Ölfilm auf der Steuerseite des Motors, Ölgeruch, leichter Kühlwasserschaum an Öldeckel
Die Nockenwelle läuft direkt im Aluminiumzylinderkopf ohne separate Lagerschalen. Bei Öldruckabfall oder veraltetes Öl verschleißen die Laufflächen. Ab ca. 300.000 km ist Geräuschentwicklung typisch, ein Austausch des gesamten Zylinderkopfes kann nötig werden.
Symptome: Metallisches Klackern aus dem Ventiltrieb besonders bei Kaltstart, höheres Motorgeräusch bei niedrigen Drehzahlen, Druckabfall im Öl
Kupplungskabel mit automatischem Tensioner wird bei ca. 100.000–155.000 km verschlissen. Pedal bleibt unten hängen oder kommt nicht zurück. Austausch einfach und günstig, aber falscher Kabeltyp kann Probleme machen.
Symptome: Kupplungspedal bleibt unten hängen, kommt nicht zurück, Knackgeräusch beim Kuppeln
Fahrzeug-Schwachstellen 10
Schweller und Radläufe rosten bei älteren 206ern häufig durch. Besonders Fahrzeuge bis Baujahr 2002 sind betroffen. Durchgerostete Schweller führen zum Durchfallen bei der HU und erfordern aufwendige Schweißarbeiten.
Die Wasserpumpe der Benzinmotoren im 206 wird nach 80.000–120.000 km undicht und verursacht schleichenden Kühlmittelverlust. Bei Nichtbeachten droht Überhitzung mit Folgeschäden am Zylinderkopf. Regelmäßige Kontrolle des Kühlmittelstands empfohlen.
Die Nadellager der Verbundlenker-Hinterachse verschleißen typischerweise zwischen 100.000 und 150.000 km. Feuchtigkeit und Schmutz dringen durch defekte Dichtungen ein und zerstören die Lager. Rechte Seite oft zuerst betroffen.
Die Querlenkerbuchsen der Vorderachse verschleißen bei frühen Baujahren (bis 2002) teils schon nach 20.000 km. Spätere Modelle halten länger, aber Querlenker gehören zu den häufigsten TÜV-Mängeln beim 206.
Das Schaltgetriebe neigt zu schwergängigem Schalten und Herausspringen aus dem Gang. Verschlissene Synchronringe und defekte Kupplungen sind die häufigsten Ursachen. In schweren Fällen kann das Getriebe komplett ausfallen.
Der Klimakompressor des 206 zeigt nach 60.000–100.000 km nachlassende Kühlleistung durch Kältemittelverlust oder internen Verschleiß. Besonders Fahrzeuge ohne regelmäßige Klimawartung sind früher betroffen.
Die Auspuffanlage des 206 ist besonders rostanfällig. Endschalldämpfer und Flexrohre können schon nach wenigen Jahren durchrosten. Kurzstreckenbetrieb verschlechtert das Problem, da kondensiertes Wasser die Korrosion von innen beschleunigt.
Defekte Scheinwerfer, Ausfälle der Zentralverriegelung und Fehlfunktionen des Bordcomputers treten häufig auf. ADAC meldet besonders beim Baujahr 1999 permanente Fehlermeldungen im Motorsteuergerät und Wegfahrsperrenprobleme.
Den vorderen Bremsen fehlt eine Schutzplatte, was aus Kosten- und Kühlungsgründen weggelassen wurde. Dadurch sammeln sich Schmutz und Feuchtigkeit verstärkt an, was zu erhöhtem Verschleiß und Rostbildung an den Bremsscheiben führt.
Die elektrischen Fensterheber versagen häufig, besonders an den vorderen Türen. Ursache sind meist defekte Motoren oder verschlissene Seilzüge. Das Problem tritt verstärkt bei Fahrzeugen bis Baujahr 2001 auf.