Porsche 928 GT
GT-Version mit 330 PS durch schärfere Nockenwellen, optimierte Ansaugung und höhere Verdichtung. Mechanisch identisch zum S4-Motor, nur aggressiver abgestimmt. Selten und begehrt. Gleiche Wartungsanforderungen wie M28.41.
Der schärfste 5-Liter — Porsche meinte es ernst
Der GT war Porsches Antwort auf die Frage, ob der 928 ein Sportwagen sein kann. Ja, kann er: strafferes Fahrwerk, kürzere Übersetzung, 330 PS mit spürbarer Hochdrehzahl-Willigkeit. Nur als Handschalter erhältlich — Porsche wusste warum. Auf einer Bergstraße zeigt der GT Zähne, die man dem bequemen 928 nie zugetraut hätte. Extrem selten und entsprechend teuer.
Motor-Schwachstellen 5
Identisch zum S4-Motor: Interferenzmotor mit zwei Zahnriemen. Riss zerstört alle 32 Ventile und Kolben. Beim seltenen GT besonders schmerzlich — Wechselintervall 60.000 km/4 Jahre strikt einhalten.
Symptome: Motor stoppt schlagartig, lautes metallisches Klappern, springt nicht mehr an.
Beim GT seltener, da die meisten Handschalter sind. Aber bei den wenigen Automatik-GT existiert das TBF-Risiko wie beim S4. Kurbelwellenspiel regelmäßig kontrollieren.
Symptome: Axiales Kurbelwellenspiel über 0,4 mm, dumpfes Klopfen beim Gas geben/loslassen.
Der GT wird häufiger im oberen Drehzahlbereich bewegt als der S4. Die Nockenwellenräder verschleißen schneller, besonders bei Trackday-Nutzung. Steuerzeiten verschieben sich schleichend.
Symptome: Leistungsverlust bei hohen Drehzahlen, leichtes Klappern aus dem Ventiltrieb, veränderte Abgaswerte.
Identisch zum S4: Die Kurbelgehäuseentlüftung transportiert bei verschlissenen Kolbenringen Ölnebel in den Ansaugtrakt. Beim GT durch höhere Drehzahlen tendenziell etwas stärker betroffen.
Symptome: Ölgeruch, Öl im Ansaugtrakt, blauer Rauch bei Volllast, hoher Ölverbrauch.
Keramik-Gleitringdichtung der Wasserpumpe leckt. Mechanische Nachrüstdichtung empfohlen. Zusammen mit Zahnriemen wechseln.
Symptome: Kühlmitteltropfen an der Wasserpumpe, sinkender Kühlmittelstand.
Fahrzeug-Schwachstellen 12
Kabelisolierungen und Steckverbinder des gesamten Kabelbaums werden nach 30–40 Jahren spröde und rissig. Hoher Übergangswiderstand an korrodierten Klemmen verursacht multiple intermittierende Fehler.
Die Gummibuchsen der Weissach-Hinterachse verhärten und reißen altersbedingt. Der charakteristische Spurkorrektur-Effekt geht verloren, das Eigenlenkverhalten beim Bremsen wird unberechenbar.
An 30–40 Jahre alten Fahrzeugen sind Stahl-Bremsleitungen häufig stark korrodiert. Bremssattelkolben rosten durch veraltete Bremsflüssigkeit fest. Kompletter Bremsanlagen-Check beim Kauf obligatorisch.
Die flexible Leiterfolie im Kombiinstrument reißt mit dem Alter. Über 30 Glühlampen im Cluster, defekte Lötstellen führen zu Teilausfällen einzelner Anzeigen. Aufarbeitung durch Spezialisten möglich.
Die Kugelgelenke der vorderen Doppelquerlenker sind nicht einzeln tauschbar — kompletter Querlenker nötig. Frühe Aluminium-Ausführungen wurden auf stabilere Stahl-Einheiten umgerüstet.
Der Elektromotor der Klappscheinwerfer korrodiert intern. Steckverbinder im Motorgehäuse oxidieren. Scheinwerfer fahren nicht oder nur einseitig aus. Neuer Originalmotor kaum noch erhältlich.
Türen, Kotflügel und Motorhaube aus Aluminium, Rest aus verzinktem Stahl. An Übergängen entsteht Kontaktkorrosion mit Lackunterwanderung. Besonders gefährdet: Schweller, Radläufe und Türgummi-Klammern.
Heckklappengummis schrumpfen altersbedingt. Schiebedachdichtungen und Ablaufkanäle verstopfen. Feuchtigkeit im Fondbereich und Schimmelbildung am Dachhimmel sind häufige Folgen.
Ältere 928 haben R12-Klimaanlagen, die auf R134a umgerüstet werden müssen. Der Gebläsemotor hinter der Mittelkonsole fällt häufig aus und deaktiviert die gesamte Temperaturregelung.
Hydraulikschläuche der Servolenkung werden porös und undicht — Brandgefahr bei Leckage auf den Auspuff. Lenkgetriebe neigt bei hoher Laufleistung zu Spiel und schaumigem Lenkgefühl.
Aluminium-Kupfer-Kühler korrodieren bei falschem Kühlmittel. Ausgleichsbehälter wird spröde und bricht. Austausch eines Originalkühlers kostenintensiv da kaum noch verfügbar.
Armaturenbrett-Kunststoff reißt durch UV-Strahlung und Temperaturwechsel. Dachhimmel schrumpft und löst sich. Ersatzteile extrem selten — Aufbereitung durch Oldtimer-Spezialisten empfohlen.