Skoda Kamiq
Dreizylinder-Turbo aus der EA211-evo-Reihe mit 81 kW, verbaut in Fabia IV, Scala und Kamiq ab ca. 2021. Grundsätzlich zuverlässiger Antrieb, aber konstruktionsbedingt mit Dreizylinder-Vibrationen bei Niedrig-Last. Frühe Baujahre (2014–2016 der evo-Vorgänger) zeigten erhöhten Ölverbrauch; bei der DKRF-Generation sind Einlassventilverkokung und Turbolader die relevantesten Schwachpunkte.
95 PS im Kamiq — Basis
70 kW TSI: für das leichte SUV-Format gerade ausreichend.
Motor-Schwachstellen 4
Die Wastegate-Klappe des kleinen Turboladers rasselt beim Gaswegnehmen und kann früh verschleißen (ab 13.000–50.000 km). Bei fortgeschrittenem Verschleiß folgen Lagerprobleme mit Leistungsverlust und Ölverschmutzung der Ansaugseite.
Symptome: Charakteristisches Klappern oder Klopfen beim Gaswegnehmen, Leistungsverlust, EPC-Warnleuchte, pfeifendes Geräusch beim Beschleunigen
Verkokung der Kolbenringe und Verschleiß der Ventilschaftdichtungen führen ab höheren Laufleistungen zu messbarem Ölverbrauch von 0,5–1 Liter auf 1.000 km. Frühe evo-Varianten (bis 2016) waren häufiger betroffen; VW besserte Kolbenringe nach.
Symptome: Häufiges Ölnachfüllen, bläulicher Rauch beim Kaltstart oder unter Last, leichter Ölgeruch
Durch Direkteinspritzung ohne Ventilspülung lagern sich Ölnebel und Verbrennungsrückstände an den Einlassventilen ab. Typische Reinigungsintervalle liegen bei 60.000–80.000 km (Walnut-Blasting). Hochwertige Kraftstoffadditive können das Intervall verlängern.
Symptome: Leistungsverlust bei hohen Drehzahlen, unrunder Kaltstart, leichter Mehrverbrauch, seltener Zündaussetzer-Codes
VW/Škoda rief Modelle mit 1.0/1.5 TSI aus den Baujahren 2018–2019 wegen nachtropfender Injektoren zurück. Überschüssiger Kraftstoff verfälscht die Abgaswerte und erhöht theoretisch Brandgefahr.
Symptome: Kein unmittelbares Fahrersymptom; erhöhte HC-Emission möglich, gelegentlich Kraftstoffgeruch nach Motorabstellen
Fahrzeug-Schwachstellen 6
Software-Fehler im OCU-Steuergerät verhindert zuverlässige Funktion des automatischen Notrufsystems. Kamiq-Modelle der Produktion März 2019 bis Februar 2020 betroffen (7.022 Fahrzeuge in Deutschland).
Das Batteriemanagementsystem des Kamiq lädt die 12V-Batterie nur auf ca. 70% Kapazität. Bei Kurzstrecke oder Standzeiten fällt die Spannung ab, was alle Assistenzsysteme gleichzeitig deaktiviert.
LED-Scheinwerfer fallen vereinzelt kurz nach Erstzulassung aus. Zusätzlich dringt Feuchtigkeit in das Scheinwerfergehäuse ein, was zu Beschlag und Korrosion der LEDs führt.
Die vorderen Schraubenfedern können ab ca. 40.000 km brechen, teils ohne Vorwarnung. Ein Software-Rückruf hat das Problem bei frühen Modellen adressiert.
Das MIB3-System friert bei Kälte ein und zeigt Meldung 'Komponentenschutz aktiv', wodurch Radio, Parksensoren und Telefon nicht verfügbar sind. Mehrfache Neustarts nötig.
Die Heckklappe ist ab Werk oder nach kurzer Zeit nicht bündig eingepasst. Spaltmaße sind ungleichmäßig, teils Windgeräusche bei höherer Geschwindigkeit.
Berichte & Tests
Der Kamiq schneidet bei der Hauptuntersuchung insgesamt durchschnittlich ab. Auffälliger Bremsscheibenverschleiß ist die dominierende Schwachstelle, andere Bereiche sind weitgehend unauffällig.