Skoda Yeti
Der 1.6L TDI CR (EA189, CAYC) ist grundsätzlich ein langlebiger Dieselmotor, der mit ordentlicher Pflege 300.000+ km erreichen kann. Das verpflichtende Abgasskandal-Softwareupdate (23R7) hat jedoch bei vielen Fahrzeugen die AGR-Belastung erhöht und Folgeschäden ausgelöst. VW räumte Kulanzdeckung für AGR-Ventil, Injektoren und Hochdruckpumpe für 24 Monate nach dem Update ein.
1.6 TDI im Yeti — Spardiesel
77 kW im Yeti: sparsam, für den Alltag brauchbar. Auf Autobahn und am Berg etwas knapp.
Motor-Schwachstellen 4
Das AGR-Ventil verstopft durch Rußablagerungen, besonders bei Kurzstreckenbetrieb. Nach dem Dieselgate-Softwareupdate erhöhte AGR-Rate beschleunigte Ausfälle erheblich — Defekte schon ab 78.000 km dokumentiert.
Symptome: Schwarzer Auspuffrauch, Leistungsabfall, Motor ruckelt besonders unter 50 km/h, Limp-Mode mit Fehlercode 'AGR-Ventil defekt'.
Alle CAYC-Motoren mit Euro-5-Zulassung sind vom EA189-Dieselgate-Rückruf betroffen (Rückruf 23R7). Fahrzeuge ohne Update riskieren Stilllegung. Das Update beeinflusst die Motorcharakteristik.
Symptome: Ohne Update: Drohende Stilllegung durch Behörden. Nach Update: Mögliche Mehrverbraucher und veränderte Drehmomentkurve.
Der DPF hält bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb nur 120.000–180.000 km. Zu häufige Regenerationszyklen (alle 120 km statt 750+ km) deuten auf gesättigten oder defekten Filter hin.
Symptome: Motorwarnleuchte, häufige Regenerationsphasen mit erhöhtem Verbrauch, reduzierte Leistung, im schlimmsten Fall Motorschutzabschaltung.
Nach dem EA189-Softwareupdate berichten Halter von beschleunigtem Injektor-Verschleiß. VW gewährte Kulanzabsicherung für Injektoren 24 Monate nach dem Update bis 250.000 km.
Symptome: Rauer Kaltlauf, unrunder Leerlauf, erhöhter Kraftstoffverbrauch, Startschwierigkeiten in der Kälte.
Fahrzeug-Schwachstellen 8
Die elektrohydraulische Haldex-4-Kupplung versagt bei verstopftem Ölfilter oder verbrauchtem Öl. VAG schreibt 60.000-km-Intervall ohne Filterwechsel vor, Haldex empfiehlt 30.000 km mit Filter. Vollschaden kostet über 4.000 €.
Besonders Vorserien-Yeti (bis 2013) rosten an den Türunterkanten unter den Gummidichtungen. Der innere Metallträger der Dichtung zwischen Vorder- und Hintertür oxidiert und bricht schließlich durch. Außerdem Falzrost an Heckklappe.
Die Ablaufschläuche des optionalen Panoramadachs knicken oder verstopfen durch Laub und Insekten. Wasser läuft dann in den Fußraum vorne oder in den Kofferraum. Bekanntes Thema in Skoda-Foren, auch Airbag-Kartuschen können rosten.
Das Lenkgetriebe kann an den Manschetten undicht werden, wodurch Fett austritt. Eindringende Feuchtigkeit beschleunigt den Verschleiß der Zahnstange.
Der Klimakondensator vor dem Kühler wird durch Steinschlag beschädigt und verliert Kältemittel. Besonders bei Fahrzeugen ohne Unterfahrschutz häufig.
Die hinteren Bremssättel neigen zum Festfressen, besonders bei wenig gefahrenen Fahrzeugen oder nach längerem Stehen. Korrodierte Führungsbolzen sind häufig die Ursache.
Die Funkfernbedienung wird sporadisch nicht erkannt, Fahrzeug lässt sich weder ver- noch entriegeln. Ursache ist oft defekter Türkabelbaum oder Fehler in der Steuerelektronik. Kabelbrüche an der Tür verursachen dasselbe Fehlerbild.
Radlager der Vorderachse verschleißen beim Yeti relativ früh, besonders bei häufiger Stadtfahrt oder leichtem Geländebetrieb. Bekanntes Thema in Foren, meist harmlos und günstig reparierbar.
Berichte & Tests
Der Yeti besteht die Hauptuntersuchung mit leicht überdurchschnittlichen Ergebnissen. Lenkanlage, Antriebswellen und Rostschutz sind vorbildlich, lediglich Bremsscheiben und TSI-Steuerketten fallen auf.