Smart ForTwo
Der kleinste Seriendiesel seiner Zeit. Grundsätzlich für Stadtverkehr und Kurzstrecke denkbar ungeeignet — genau das Einsatzprofil der meisten Smart-Fahrer. DPF-Probleme, Turbo-Verschleiß und hohe Reparaturkosten relativ zum Fahrzeugwert machen den CDI zu einem Motor den man meiden sollte. Die Benziner sind die deutlich bessere Wahl.
Stadtpendler-Diesel
54 PS und 130 Nm machen den stärkeren CDI im Stadtverkehr brauchbar. Kein Spaßauto, aber zuverlässiges Werkzeug mit 3,4 L Realverbrauch.
Motor-Schwachstellen 4
Bei Euro-5-Modellen (54 PS) war ein Sensor falsch positioniert. Im Winter kann sich Eis im Ansaugtrakt bilden und den Turbolader beschädigen. Limp-Mode tritt auf.
Symptome: Motornotlauf im Winter, Leistungsverlust, pfeifende Geräusche vom Turbolader, Motorkontrollleuchte
Die Einspritzdüsen des OM660 verkoken durch häufigen Kurzstreckenbetrieb. Bei 150.000 km und mehr treten Kaltstartprobleme und unrunder Motorlauf auf.
Symptome: Schlechter Kaltstart, unrunder Motorlauf, Leistungsverlust, erhöhter Verbrauch, starke Rauchentwicklung
Der DPF des Smart CDI verstopft häufig, da das Fahrzeug meist im Kurzstreckenbetrieb genutzt wird. Regeneration erfordert 20-30 Minuten konstante Fahrt bei ca. 120 km/h.
Symptome: Leistungsverlust, DPF-Warnleuchte, erhöhter Verbrauch, Motor geht in Notlauf, Regeneration wird nicht abgeschlossen
Der AGR-Kühler des OM660 wird undicht und verliert Kühlmittel. Das Kühlmittel gelangt in den Ansaugtrakt und kann den Motor beschädigen.
Symptome: Sinkender Kühlmittelstand, weißer Rauch aus dem Auspuff, Kühlmittelgeruch, Motorüberhitzung möglich
Fahrzeug-Schwachstellen 11
Der Schaltaktuator (Teilenr. A4518290201) steuert die elektronische Gangwahl. Bei Defekt gehen einzelne Gänge verloren oder das Getriebe schaltet gar nicht mehr. Typisches Problem älterer Exemplare ab 100.000 km.
Das SAM-Steuergerät im Fahrerfußraum ist anfällig für Feuchtigkeitseintritt über undichte Scheiben oder Türdichtungen. Korrodierte Lötstellen (bleifreies Lot in frühen Baujahren) führen zu Ausfällen. Fahrzeug startet nicht, Warnleuchten flackern.
Die elektrische Servolenkung des 451 neigt zu Ausfällen durch verschlissene Kohlebürsten oder einen blockierten Relais-Kontakt. Im schlimmsten Fall muss das komplette Lenkgetriebe getauscht werden. Plötzlicher Ausfall während der Fahrt möglich.
Rückruf von 90.889 Fahrzeugen (Baujahre 2010–2014) wegen möglichem Kurzschluss im Heizungsabsperrventil. Nicht behobene Fahrzeuge können Brandgefahr entwickeln. Rückruf sollte kostenlos in der Werkstatt durchgeführt worden sein.
Katalysator und Endschalldämpfer bilden beim frühen 451 (vor Modellpflege 2010) eine Einheit. Durch typischen Kurzstreckenbetrieb trocknet Kondenswasser nicht aus, der Stahl rostet von innen. Austausch kostet inkl. Einbau 600–1.200 €.
Das Kombiinstrument des 451 kann Pixelausfälle zeigen oder komplett ausfallen. Spezialisierte Reparaturdienste bieten Lötstellenreparaturen an. Das Kombiinstrument ist nicht nur Anzeige, sondern auch Steuergerät.
Bei frühen Baujahren (bis 2009) verursachten fehlerhafte Regensensoren Fehlerströme, die die Batterie über Nacht entluden. Mercedes behob das Problem durch einen Lieferantenwechsel. Ältere Exemplare können noch betroffen sein.
Als typischer Stadtwagen wird der 451 selten warmgefahren. Feuchtigkeit verbleibt unter dem Kunststoff-Tridion-Rahmen und fördert Korrosion an Fahrwerksteilen, Bremsleitungen und der Abgasanlage. HU-Prüfer bemängeln dies häufig.
Die vorderen Koppelstangen (Teilenr. A4513200189) verschleißen und klappern über Bodenwellen. Häufige Beanstandung bei der Hauptuntersuchung. Günstig zu reparieren, wird aber oft übersehen.
Die Klimaanlage des 451 neigt zu schleichenden Undichtigkeiten. Viele Besitzer berichten, dass das Kältemittel jährlich nachgefüllt werden muss. Ältere Fahrzeuge mit defektem Kompressor oder Kondensator können 300–1.000 € Reparaturkosten verursachen.
Das Schloss der Heckklappe kann sich festklemmen und lässt sich nicht mehr öffnen. Typisches Komfortproblem bei höherer Laufleistung. Betrifft sowohl Coupé als auch Cabrio. Günstig zu reparieren, aber lästig.
Berichte & Tests
Smart ForTwo 451 zeigt durchschnittliche Mängelquoten. Auffällig bei Beleuchtung (Scheinwerfereinstellung) und Auspuffanlage (Korrosion). Fahrwerk und Bremsen im Schnitt.
Smart ForTwo 451 fällt in der Pannenhäufigkeit durch Zündanlagen-Probleme und Getriebe-Stellmotor-Ausfaelle auf. Batterie-Probleme ebenfalls häufiger als bei vergleichbaren Fahrzeugen.
Beim TÜV stellt der ForTwo 451 seinen Nachfolger in den Schatten. Fahrwerkskomponenten fallen sogar unter den Klassendurchschnitt an Mängeln. Antriebswellen bleiben dauerhaft unauffällig. Als wesentlicher Schwachpunkt gelten Bremsleitungen.