Volvo S40
Hochdruck-Turbovierzylinder von Mitsubishi mit 1,9 Litern, ursprünglich für den Rallyesport entwickelt. Hohe Leistungsdichte auf kleinem Hubraum, empfindlich bei Ölmangel. Turbolader und Ölversorgung müssen regelmäßig überprüft werden.
Überraschend bissig
200 PS Turbo in einem Kompaktwagen der 90er – das war damals eine Kampfansage. Kaum zu glauben, was im S40 I steckte.
Motor-Schwachstellen 4
Der B4194T ist ein Interferenzmotor mit Zahnriemenantrieb. Bei versäumtem Wechsel (spätestens 90.000–120.000 km) droht sofortiger Totalschaden. Riemen, Spanner und Wasserpumpe immer als Komplettsatz wechseln.
Symptome: Plötzlicher Motorstillstand, kein Anspringen, in schweren Fällen hörbare Ventilschäden beim Riss
Der Turbolader des B4194T leidet bei hoher Laufleistung unter verschlissenen Wellendichtungen. Öl gelangt in den Ansaugtrakt und wird verbrannt. Ursache oft mangelhafter Ölwechsel oder zu kurze Abkühlzeit nach Volllastfahrt.
Symptome: Blauer Rauch bei Kalt- und Warmstart, Öl am Turbo-Einlass sichtbar, erhöhter Ölverbrauch
Die Ölabscheider-Box (PCV/KGE) des B4194T setzt sich bei langen Wechselintervallen mit Ölschlamm zu. Der entstehende Kurbelgehäusedruck drückt Öl an Dichtungen heraus und befördert es in den Ansaugtrakt.
Symptome: Rauch aus dem Öleinfüller, Überdruck am Ölmessrohransatz, Öl wird in den Luftfilterkasten geblasen
Die Drosselklappe des B4194T setzt sich bei Stadtbetrieb durch Ölnebel aus der Kurbelgehäuseentlüftung mit Ablagerungen zu. Schwankende Leerlaufdrehzahl und Leistungseinbußen sind die Folge.
Symptome: Unruhiger Leerlauf, Motor ruckt beim Anfahren, gelegentliche Fehlerlampe
Fahrzeug-Schwachstellen 13
Die Bremsleitungen im Motorraum des S40/V40 I korrodieren mit dem Alter stark, was zu Bremsflüssigkeitsverlust führen kann. Auch poröse Bremsschläuche und festsitzende hintere Bremssättel wurden regelmäßig festgestellt.
TÜV-Prüfer beanstanden beim S40/V40 I deutlich öfter als im Durchschnitt ausgeschlagene Kugelgelenke und Spurstangenköpfe an der Vorderachse. Ursache ist die konstruktiv starke Beanspruchung der Achskomponenten.
Hinter dem vorderen Kotflügel sammelt sich Schmutz und Feuchtigkeit; ein verbauter Schaumstoff saugt sich voll und hält die Nässe dauerhaft am Blech. Schweller und hintere Radläufe sind die häufigsten Roststellen.
Thermostat bleibt bei der ersten Volvo S40/V40 Generation häufig klemmen und führt zu Überhitzung oder zu niedrigen Betriebstemperaturen. Kühlmittelverlust deutet auf Dichtungsprobleme hin.
Beim S40 II, V50 und C30 brechen die Federn an Vorder- und Hinterachse vergleichsweise oft, was TÜV-Prüfer regelmäßig feststellen. Die Reparatur ist handwerklich unkompliziert, aber nicht günstig.
Lichtmaschine und Anlasser fallen bei Modellen vor 2005 vergleichsweise früh aus. Plötzlicher Stromausfall oder Startprobleme sind typische Symptome. Austausch kostet 400–700 €.
Die Türverriegelungsmotoren fallen aus und erzeugen metallische Geräusche beim Schließen. Betroffen sind alle Türen; Reparatur kostet etwa 200 € pro Tür.
Der Thermostat neigt zu Fehlfunktionen und kann zu überhöhter oder zu geringer Betriebstemperatur führen. Kühlmittelverlust ohne sichtbare Leckstelle weist auf frühe Zylinderkopfprobleme hin.
Der Klimakompressor des S40/V40 I gilt als Hauptschwachstelle der Klimaanlage: Undichtigkeit führt zum Kältemittelverlust. Auch Heizungsrohre korrodieren und können Nässe in den Kabelbaum leiten, was Steuergeräte beschädigt.
Die Scheinwerfer der ersten S40/V40-Generation gelten als unzureichend hell und werden regelmäßig bei der Hauptuntersuchung beanstandet. Upgrade auf Xenon- oder modernere H7-Birnen empfohlen.
Der Klimakondensator gilt als THE Schwachstelle des S40 II/V50/C30. Er verliert Kältemittel durch Mikrorisse, was die Klimaanlage komplett außer Betrieb setzt. Reparaturkosten liegen bei rund 800 Euro.
Das Audio- und Navigationssystem des S40 II/V50/C30 fällt durch kalte Lötstellen im Steuergerät aus. Ein Austauschgerät kostet mindestens 650 Euro; günstigere Reparaturen durch Nachloeten sind möglich.
T-Tech- und schwarze Ledersitze reißen oder zeigen Abrieb typischerweise ab 40.000 km. Der Fahrersitz ist am stärksten betroffen; Risse weiten sich bis 100.000 km deutlich aus.