Volvo V70
Erster Drive-E-Turbovierzylinder mit 2,0 Litern und 140 kW, Volvos vollständig neu entwickelte Motorenfamilie ab 2013. Direkteinspritzung, Twin-Scroll-Turbolader und variable Ölpumpe. Leichter Aluminium-Open-Deck-Block für niedrigen Verbrauch; Thermostatprobleme bei frühen Baujahren beachten.
Zu wenig für den großen Kombi
140 kW im V70 klingen knapp – und das sind sie. Der große Kombi braucht mehr Motor.
Motor-Schwachstellen 6
Alle Drive-E-Vierzylinder verwenden einen Zahnriemen statt einer Kette. Das Wechselintervall beträgt 120.000–150.000 km (manche Quellen: 12–16 Jahre). Früherer Wechsel bei hoher Laufleistung empfehlenswert.
Symptome: Keine Vorzeichen bei plötzlichem Riss, gelegentliches Quietschen des Riemens bei nachlassendem Spanner
Drive-E-Motoren der frühen Baujahre (2013–2016) zeigen bekannte Kolbenring-Problematik mit erhöhtem Ölverbrauch. Volvo-Sammelklage in den USA dokumentiert das Problem. Ab MY2016.5 wurden Ringe überarbeitet.
Symptome: Starker Ölverbrauch (1 L / 1.000 km oder mehr), blauer Rauch aus dem Auspuff besonders beim Gasgeben, häufige Ölnachfüllungen nötig
Die Drive-E-Vierzylinder (VEP4) wurden mit niederdruck-Kolbenringen ausgestattet um Reibung zu reduzieren. Folge: erhöhter Ölverbrauch, besonders in der frühen Serienphase 2014–2016. Volvo erweiterte die Garantie auf 8 Jahre/160.000 km.
Symptome: Sinkender Ölstand ohne sichtbare Leckagen, blauer Rauch gelegentlich, erhöhter Ölverbrauch über 0,5 l/1000 km
Das PCV-System des Drive-E T4 neigt bei langen Ölwechselintervallen zur Verstopfung. Positiver Kurbelgehäusedruck presst Öl an Dichtungen heraus und beschleunigt den Ölverbrauch durch die Kolbenringe.
Symptome: Überdruck am Öleinfüller, Öl im Luftfiltergehäuse, Rauch aus der Entlüftung, abgeplatzter Öldeckel
Die Gummi-Ladeluftschläuche zwischen Turbolader und Ladeluftkühler altern und reißen. Typisches Problem bei Drive-E-Motoren nach 100.000 km. Druckverlust führt zu Leistungsabfall und Motorfehlern.
Symptome: Plötzlicher Leistungsverlust, pfeifendes Geräusch unter Last, Motorstörlicht, Turbo-Unterdruck-Fehlercode
Einige Drive-E T4/T5-Motoren zeigen Leerlaufpendeln zwischen 900 und 1700 U/min. Ursachen: Lambdasonde, Drosselklappensteller oder Software. Oft durch ECU-Update behebbar.
Symptome: Unregelmäßige Leerlaufdrehzahl, Drehzahlspitzen auf 1.500–1.700 rpm ohne Fahreraktion, Ruckeln im Leerlauf
Fahrzeug-Schwachstellen 8
Das Lenkgetriebe des V70 III und S80 II entwickelt bei hohen Laufleistungen Undichtigkeit und zunehmendes Spiel. Ein defektes Lenkgetriebe verursacht Reparaturkosten von rund 2.000 Euro.
Der vordere Hilfsrahmen zeigt bei V70 III und XC70 II häufig Korrosion, die bei Nichtbehandlung das gesamte Vorderachsaggregat beeinträchtigt. Beim XC70 II rosten zusätzlich hintere Hilfsrahmen bei Fahrzeugen vor Baujahr 2010.
Die optionale elektronische Niveauregulierung der V70 III XC-Modelle fällt aus. Kompressor oder Luftfederbälge müssen ersetzt werden; Kosten bis 1.600 € mit Original-Volvo-Teilen.
Der Kabelbaum der Heckklappe bricht am linken Scharnierbogen durch Metallermüdung. Betroffen sind vor allem Heizleiter der Heckscheibe, Bremslicht, Wischer und Zentralverriegelung. Typisches und sehr häufiges Problem beim V70 III und XC70 II.
Die hinteren Querlenker-Gummilager verschleißen beim V70 III und XC70 II typischerweise ab 160.000–170.000 km und verursachen Fahrgeräusche. Bei der S80 II ebenfalls bekannt. Ersatz ist Pflicht für präzises Fahrverhalten.
Das Audio- und Navigationssystem des V70 III und S80 II fällt durch kalte Lötstellen im Steuergerät aus. Parkpiepser versagen nach etwa 170.000 km. Xenonscheinwerfer brennen nach 170.000–200.000 km durch.
Das BLIS-Blindspot-Warnsystem fällt durch Feuchtigkeit im Kabelbaum oder Defekte an den Seitenspiegelsensoren aus. Warnsystem bleibt dauerhaft aktiv oder reagiert nicht mehr.
Die Leder- und T-Tec-Polster des V70 III und S80 II neigen dazu, an den Sitzflanken des Fahrersitzes zu reißen und aufzuplatzen. Die Erscheinung beginnt oft schon bei mittleren Laufleistungen.
Berichte & Tests
Der V70 III landet im TÜV-Ranking im unteren Drittel. Hauptschwäche sind verschlissene Spurstangenköpfe.