VW Arteon
EA288 mit 140 kW, stärkere Variante des DBGA. Turbolader höher belastet, sonst gleiche Schwachstellen wie DFHA.
Ausgewogener Diesel-Arteon
190 PS TDI im ersten Arteon ist das solide Diesel-Paket — kultivierter Klang, kraftvoller Antritt, attraktives Styling.
Motor-Schwachstellen 5
Der Turbolader des EA288 190 PS kann durch Ölverunreinigungen oder zu seltene Ölwechsel einen Lagerschaden erleiden. Häufige Kurzstrecken erhöhen das Risiko, da der Motor selten ausreichend warm wird.
Symptome: Pfeif- oder Jaulgeräusche beim Beschleunigen, blauer Qualm, deutlicher Leistungsverlust, Öl im Ladeluftkühler.
Der stärkere 2.0 TDI mit 140 kW leidet unter AGR-Ventil-Verkokung. Bei höherer Abgastemperatur ist das Risiko von Haarrissen im AGR-Kühler erhöht, was Kühlmittelverlust in den Abgastrakt verursacht.
Symptome: Ruckeln bei niedriger Drehzahl, Leistungsloch beim Beschleunigen, im Extremfall Kühlmittelverlust und weißer Qualm.
Der Differenzdrucksensor überwacht den Beladungszustand des Partikelfilters. Defekte führen dazu, dass keine Regeneration ausgelöst wird, der Filter überfüllt und beschädigt wird.
Symptome: Motorwarnleuchte, Notlaufmodus bei weiterem Betrieb; DPF-Warnleuchte erlischt nicht trotz Autobahnfahrt.
Beim EA288 190 PS können bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb erhöhte Ölverbräuche auftreten. VW toleriert offiziell bis zu 1,5 Liter auf 10.000 km. Motorschäden bei fehlendem Ölstandscheck.
Symptome: Sinkendes Öl zwischen den Serviceintervallen, leichter blauer Rauch beim Kaltstart, keine äußerlichen Ölundichtigkeiten.
Der 1.5 TSI EA211 evo zeigt bei manchen Exemplaren Ölverbrauch von 0,5–1 Liter pro 1.000 km, verursacht durch unzureichend abdichtende Kolbenringe oder Ventilschaftdichtungen. Direkteinspritzung fördert Ablagerungsbildung.
Symptome: Blaurauch bei Beschleunigung, sinkender Ölstand ohne sichtbaren Verlust, gelegentlich Startprobleme
Fahrzeug-Schwachstellen 9
Fertigungsfehler im August 2017: Radlagergehäuse an der Hinterachse nicht korrekt gehärtet. Im schlimmsten Fall Bruch des Radträgers und Verlust der Radführung. VW-Werkstatt tauscht beide hinteren Radlagergehäuse.
Druckeingangsstange zwischen elektrischem Bremskraftverstärker und Bremspedal kann sich lösen. Möglicher vollständiger Verlust der Bremswirkung, nur noch Notbremsfunktion verfügbar. Betrifft Modelljahre 2019–2021.
Intensiver Stop-and-Go-Betrieb und Anhängerbetrieb führen zu übermäßigem Kupplungsverschleiß im DSG. Ruckeln beim Anfahren (besonders bei Kälte) und verzögerte Gangwechsel sind typische Anzeichen.
Bei 4Motion-Varianten führt versäumter Haldex-Ölwechsel zu Pumpenverschleiß und Überhitzung der Lamellenkupplung. Ohne Ölwechsel alle 40.000–60.000 km droht Ausfall des Allradantriebs und Schäden am Differenzial.
Der frontseitig ungeschützt eingebaute Klimakondensator ist anfällig für Steinschläge. Schon kleine Steine können Haarrisse oder Löcher erzeugen, die zum vollständigen Kältemittelverlust führen. Reparaturkosten 700–900 €.
Beim Arteon 3H erzeugt das elektromechanische Lenkgetriebe Knack- oder Knarzgeräusche beim Einlenken, insbesondere bei langsamer Fahrt. Sporadisch leuchtet die Warnleuchte für die elektronische Lenkung auf.
Dämpfer und Fahrwerksfedern zeigen Verschleißerscheinungen ähnlich dem baugleichen Passat B8. Gummiummantelungen der Spiralfedern können aufreißen und Schleif- oder Knackgeräusche verursachen. Domlager 180–400 € pro Achse.
Frühbaujahre zeigen Fehlfunktionen der Verkehrszeichenerkennung, des Spurhalteassistenten und der Online-Dienste (App-Connect, Car-Net). Software-Updates beheben viele Fälle, einige Steuergeräte müssen getauscht werden.
Bremsscheiben rosten bei längerem Stillstand sichtbar durch die Felgenspeichen — bekanntes VW-Gruppenphänomen. Kein sicherheitsrelevantes Problem, aber optisch störend und zeigt sich früh beim Gebrauchtwagenkauf.
Berichte & Tests
Der Arteon I zeigt bei der Hauptuntersuchung gute Ergebnisse und wenige Beanstandungen für ein Mittelklasse-Coupé.
Der Arteon I zeigt in der Pannenhäufigkeit ein durchschnittliches Ergebnis für die Mittelklasse.