VW GTI Edition 35
EA888 Gen1 mit 155 kW (210 PS) im Golf VI GTI. IHI-Turbo mit K03, schneller Ladedruckaufbau ab 1.700 U/min. Frühbaujahre 2009/2010 sind die kritischen Jahrgänge: Steuerkettenspanner und Ölabstreifringe waren konstruktiv schwach. Ab Modelljahr 2011 deutlich besser. Wastegate-Rasseln ist nervig aber harmlos und lässt sich für wenige Euro beheben. PCV-Ventil und Nockenwellensteller bei höherer Laufleistung prüfen.
Edition 35 Sondermodell
235 PS GTI Edition 35 — schärfer abgestimmt, limitiert und begehrt. Per DSG blitzschnell, ein echtes Sammlerstück unter den GTIs.
Motor-Schwachstellen 8
Der CCZB als EA888 Gen1-Motor des Leon 1P FR leidet unter dem bekannten Kolbenring-Problem. Ölabstreifringe verstopfen mit Ölkohle, Ölverbrauch über 1 l/1.000 km ab ca. 70.000 km ist dokumentiert. Kolbentausch oder Honarbeit nötig.
Symptome: Blauer Rauch beim Beschleunigen, stetig sinkender Ölstand, verkokende Zündkerzen
Der EA888 CCZB teilt die Kettenproblematik der Gen1-Motoren. Kettenspanner war ursprünglich unterdimensioniert. Rasseln beim Kaltstart und Nockenwellenabweichungen sind bekannte Folgesymptome.
Symptome: Metallisches Rasseln aus dem Motorbereich bei Kaltstart, Fehlercodes P0016 Nockenwellenabweichung
Kettenspanner des Gen1/Gen2 EA888 ist unzureichend dimensioniert und kann brechen. Kette kann überspringen, Motorschaden ist dann unvermeidlich. Ab 94.000 km dokumentierte Fälle.
Symptome: Metallisches Rasseln beim Kaltstart, im schlimmsten Fall Motorstottern oder -ausfall ohne Vorwarnung
Kunststoff-Wasserpumpe des EA888 bricht oder wird undicht. Ausbau dauert ca. 3 Stunden, da das Ansaugtrakt-System komplett demontiert werden muss.
Symptome: Kühlmittelverlust, Temperaturanstieg, Heizung gibt weniger Wärme, gelegentlich quietschendes Geräusch
Das Kurbelgehäuse-Entlüftungsventil (PCV) des EA888 Gen1 kann bei höherer Laufleistung versagen. Folge: unkontrollierte Blow-by-Gase im Ansaugtrakt, erhöhter Ölverbrauch und unrunder Leerlauf.
Symptome: Unrunder Leerlauf, erhöhter Ölverbrauch, Öl-Nebel im Motorraum, Zündaussetzer im Teillastbereich
Der Nockenwellensteller (VANOS) des EA888 Gen1 kann verschleißen und zu unrundem Leerlauf sowie erhöhtem Ölverbrauch führen. Ölwechsel-Intervalle über 15.000 km begünstigen das Verschleißbild.
Symptome: Unrunder Leerlauf nach Kaltstart, Ölverbrauch steigt ab 120.000 km, gelegentlich Rasselgeräusch beim Start
Wastegate-Gelenk des IHI-Turboladers bekommt Spiel durch thermischen Verschleiß. Metallisches Rasseln zwischen 2.000–3.000 U/min. Offizielle TPI-Lösung: Klammer 06J145220A.
Symptome: Blechernes Rasseln oder Scheppern zwischen 2.000 und 3.000 U/min beim Beschleunigen
Direkteinspritzung ohne Saugrohreinspritzung führt dazu, dass Einlassventile nicht von Kraftstoff gespült werden. Ölnebel backt als harte Kohleschicht auf Ventilen fest.
Symptome: Kaltstartprobleme, Ruckeln im Teillastbereich, Leistungsverlust, schlechtere Gasannahme
Fahrzeug-Schwachstellen 11
Das 7-Gang-DSG DQ200 im Golf VI ist berüchtigt für defekte Mechatronikeinheiten durch Mikrorisse im Aluminiumgehäuse unter hohem Hydraulikdruck. Kupplungspaket-Verschleiß ist besonders im Stadtbetrieb erhöht.
Beim Golf VI bildet sich Rost bevorzugt an den Radlaufkanten und an der Heckklappe — insbesondere wenn Karosserieschäden unsachgemäß repariert wurden. VW sparte am werksseitigen Korrosionsschutz von Motor, Fahrwerk und Getriebe.
Beim Golf VI gelangt Wasser durch einen verstopften Ablaufkanal in der Heckklappe oder durch eine gerissene Wasserleitung zur Heckscheibenwischerdüse in den Kofferraum. Feuchte Stecker der Rückleuchten führen zu Korrosion und Elektrikproblemen.
Der Golf VI nutzt einen dauerlaufenden Kompressor ohne Magnetkupplung (extern geregelt). Bei Defekt verteilen sich Metallspäne im Klimakreislauf. Ohne vollständige Systemspülung wird der Ersatzkompressor schnell zerstört.
Die hinteren Bremssättel des Golf VI fressen durch Korrosion fest — besonders bei Fahrzeugen, die selten hart bremsen. Die integrierten Handbremsmechanismen blockieren nach Standzeiten. GTI-Modelle mit größeren Sätteln sind besonders betroffen.
Beim Golf VI kann das Zündschloss klemmen oder sich das elektronische Lenkradschloss unbeabsichtigt aktivieren, sodass das Fahrzeug nicht gestartet werden kann. Das Problem tritt vor allem bei Fahrzeugen aus frühen Baujahren auf.
Die elektrische Servolenkung des Golf VI kann durch Steuergerätedefekte oder Motorausfälle versagen. Die Lenkung wird schlagartig schwer, was auf der Autobahn gefährlich sein kann. Ein Warnlicht erscheint im Armaturenbrett.
Beim Golf VI werden Stoßdämpfer und Federn bei der Hauptuntersuchung ab dem neunten Betriebsjahr häufig als mangelhaft bewertet. Undichte Dämpfer sind ein typischer Befund. Paarweiser Austausch pro Achse ist Pflicht.
Die Soft-Touch-Oberflächen im Golf VI (Türverkleidungen, Schaltknauf-Einfassung, DSG-Hebel, Klimabedienteile) werden klebrig und lösen sich ab. Das Problem trifft fast alle Exemplare ab einem Alter von acht bis zehn Jahren.
Die elektrischen Fensterheber im Golf VI versagen durch defekte Motoren oder Kabelbrüche im Türgummi. Das Problem betrifft alle vier Türen, am häufigsten die Fahrerseite durch häufigere Nutzung.
Beim Golf VI entwickelt das Lenkgetriebe bereits ab ca. 30.000 km metallisches Klackern. Ursache: Zahnspiel durch Materialeintrag oder Wasser. Garantiefall bei Neufahrzeug.
Berichte & Tests
Der Golf VI liegt bei der Hauptuntersuchung im Klassenmittel, zeigt jedoch mit zunehmendem Alter überproportionale Ölverluste.
Der Golf VI verhält sich im Pannendienst unauffällig und bewegt sich im Durchschnitt seiner Klasse.