VW Sharan
Der 1.9 TDI PD mit 130 PS ist der leistungsstärkste Saugdiesel der Baureihe und sehr beliebt bei Tuningfans. Er teilt alle Schwächen des ATD, aber durch das höhere Drehmoment (310 Nm) ist der Verschleiß an Nockenwelle, PDE und Zweimassenschwungrad deutlich ausgeprägter. Chipping auf 150–165 PS ist verbreitet, erhöht aber Ausfallwahrscheinlichkeit massiv.
Familienlast, kein Spaß
Der PD-TDI ASZ im schweren Sharan-Van ist bekannt für Kolbenfresser und Rußablagerungen. 130 PS reichen kaum für das Gewicht.
Motor-Schwachstellen 7
Beim ASZ treibt die Nockenwelle vier Pumpe-Düse-Elemente mit 310 Nm-Motor an — die thermische und mechanische Belastung übertrifft die schwächeren Varianten. Erste Verschleißspuren ab 70.000–80.000 km möglich. Komplettaustausch ~800–1.200 € Material.
Symptome: Klackern beim Kaltstart unter 40°C Öltemperatur, unrunder Hochdrucklauf, lauter werdendes Ticken mit Betriebsdauer
Wie alle 1.9 TDI PD ist der ASZ ein Interferenzmotor: Zahnriemenriss bedeutet immer Motorschaden. Offizielle Intervalle: 90.000 km bis BJ 2004, danach 120.000 km. Empfehlung: alle 90.000 km wechseln, inklusive Spannrollen und Wasserpumpe.
Symptome: Motor springt nicht mehr an, lautes Krachen beim Riss, Kompression fehlt komplett
Der GT1749VA des ASZ ist bei Chipping-Fahrzeugen (>140 PS) besonders gefährdet. Zu seltene Ölwechsel und Kurzstrecken führen zum Ausfall. Generalüberholter Austauschturbo: 400–800 € zzgl. Einbau. Neue VW-Einheit: bis 1.500 €.
Symptome: Leistungsabfall im unteren Drehzahlbereich, Notlaufmodus, Pfeif- oder Heulgeräusche, blauer oder schwarzer Auspuffrauch
Die vier PDE werden durch Nocken direkt mechanisch betätigt, was bei 130 PS zu höheren Drücken führt als beim 100-PS-ATD. Verschleiß, Leckagen oder Elektrikdefekte führen zum Ausfall einzelner Zylinder.
Symptome: Harter unrunder Lauf, schwarzer Rauch, Leistungseinbruch, Ruckeln bei Teillast und Beschleunigung
Das ASZ-ZMS leidet besonders unter dem hohen Drehmoment (310 Nm) und Stadtverkehr. Gebrochene oder verschlissene Bogenfedern im Inneren führen zum Ausfall. Wechsel zusammen mit Kupplung empfohlen. Werkstattkosten 1.500–2.200 €.
Symptome: Starke Vibrationen und Rasseln im Leerlauf, Klappergeräusche synchron zur Motordrehzahl, Schaltprobleme, Getriebe-Schlingern beim Anfahren
Wie beim ATD verkoken AGR-Ventil, Drosselklappe und Ansaugbrücke durch Rußpartikel. Beim ASZ auch Drallklappen betroffen. Reinigung möglich, aber zeitintensiv. AGR-Ventil: ca. 120–350 € Bauteil, Reinigung 150–300 € Lohn.
Symptome: Leistungsverlust, schlechtes Ansprechverhalten, erhöhter Verbrauch, Motorwarnleuchte, schwarzer Rauch beim Beschleunigen
Identisches Problem wie beim ATD: Die kombinierte Kraft- und Vakuumpumpe dichtet durch gealterte Gummis nicht mehr ab. Diesel bzw. Öl tritt aus, der Motorblock im Pumpenbereich wird feucht. Dichtsatz-Reparatur unter 100 € möglich.
Symptome: Fettiger, öliger Bereich am Ventildeckel/Pumpe, Diesel-Geruch, leicht schwammiges Bremspedal bei starkem Vakuumverlust
Fahrzeug-Schwachstellen 7
Der Sharan 7M rostet an Schwellern, Radläufen und Türunterkanten durch Schmutzansammlungen hinter Verkleidungen. Für Fahrzeuge mit über 150.000 km und 10+ Jahren ist Rostbefall fast immer zu erwarten.
Die manuellen und elektrischen Schiebetüren des Sharan 7M verschleißen an Rollen, Schienen und Schlössern. Türen schließen nicht mehr sauber oder lassen sich schwer bewegen.
Defekte Stellmotoren in den Türschlössern sowie korrodierte Kabelstränge im Türbalg führen zu partieller oder vollständiger Fehlfunktion der Zentralverriegelung.
Der Klimakompressor des Sharan 7M fällt bei höherer Laufleistung aus. Defekte Mitnehmerscheibe, Regelventil oder Kondensator durch Steinschlag sind häufige Ursachen. Kompressortausch 700–1.000 €.
Querlenkerbuchsen und Traggelenke verschleißen beim schweren Sharan 7M überdurchschnittlich früh. Hinterachsquerlenker neigen bei älteren Exemplaren zu Korrosion.
Der Sharan 7M wiegt voll beladen über 2 Tonnen. Bremsscheiben und -beläge verschleißen dadurch deutlich schneller als bei kleineren Fahrzeugen.
Die Scheinwerferlinsen des Sharan 7M vergilben und werden undurchsichtig, was die Lichtleistung stark reduziert. Bei TÜV-Prüfungen ist das ein häufiger Mangel.
Berichte & Tests
Der Sharan I fällt bei der Hauptuntersuchung durch eine erhöhte Mängelquote auf, besonders bei Motorsteuerung und Getriebe.
Der Sharan I landet in der Pannenstatistik regelmäßig auf den hinteren Plätzen und gilt als pannenhäufig.